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Energie35Strassenbau und Strassenverkehr2478Verkehr (ohne Strassenverkehr)46Post- und Fernmeldeverkehr16Medien45
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Zivilprozess1040Strafprozess2255Verwaltungsverfahren419Zuständigkeitsfragen, Garantie des Wohnsitzrichters und des verfassungsmässigen Richters426Zwangsvollstreckung115Schiedsgerichtsbarkeit818
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Privatrecht1172▶
Zivilrecht575▶
Privatrecht (allgemein)84Personenrecht75Familienrecht266Erbrecht69Sachenrecht
Strafrecht1870▶
Strafrecht (allgemein)974Straftaten736Verwaltungsstrafrecht152Straf- und Massnahmenvollzug8
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StGBStrafgesetzbuch47StPOStrafprozessordnung12BetmGBetäubungsmittel1
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BVBundesverfassung2129EMRKMenschenrechtskonvention557AuGAusländergesetz2AIGAusländer- und Integrationsgesetz1DSGDatenschutz1
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BGE – amtlich publizierte Leitentscheide
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BGE (60)BGer (66)
1874–2026
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BGE ab 1875
18742026
BGE 131 V 41423.09.2005
Art. 12 Abs. 2 ATSV : Einspracheentscheid zu Ungunsten der Einsprache führenden Person. In der angeführten Verordnungsbestimmung ist nunmehr die von der Rechtsprechung entwickelte erweiterte Hinweispflicht festgelegt, wonach der Versicherungsträger die Einsprache führende Person…
BGE 131 III 36001.03.2005
Haftpflicht des Motorfahrzeughalters; Berechnung des Erwerbsausfalls und des Haushaltsschadens infolge Invalidität. Beweisanforderungen bei der Bestimmung des künftigen Erwerbsausfalls zufolge Arbeitsunfähigkeit (E. 5). Mechanismen zur Verhinderung einer Überentschädigung eines…
BGE 129 V 35425.06.2003
Art. 7 Abs. 1 IVG : Kürzung der Leistungen. Die Leistungen werden gekürzt, wenn die versicherte Person die Invalidität durch einen Unfall wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand selbst herbeigeführt hat. Dies gilt selbst dann, wenn der Strafrichter zufolge schwerer Betroffenheit…

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BGE131 V 414
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BGE 131 V 414›Regeste›
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Militärversicherung
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Erwerbsersatzordnung1
Familienzulagen und kantonale Sozialversicherung4
Arbeitslosenversicherung65
68
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Obligationenrecht und Handelsrecht547▶
Obligationenrecht (allgemein)173Vertragsrecht203Gesellschaftsrecht58Wertpapierrecht3Haftpflichtrecht107
Immaterialgüter-, Wettbewerbs- und Kartellrecht48
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FZGFreizügigkeit2
Bundesverfassung von 1874
116
FZAFreizügigkeitsabkommen Schweiz–EU106
UVVUnfallversicherungsverordnung37
ELVVerordnung über die Ergänzungsleistungen29
KLVKrankenpflege-Leistungsverordnung23
KVVKrankenversicherungsverordnung21
AVIVArbeitslosenversicherungsverordnung17
VGVerantwortlichkeitsgesetz17
KUVGKranken- und Unfallversicherungsgesetz (bis 1995)12
ANAGAufenthalt und Niederlassung der Ausländer (bis 2007)9
SVGStrassenverkehrsgesetz8
BGFAAnwaltsgesetz7
AsylGAsylgesetz5
aStGBStrafgesetzbuch, alte Fassung2
MSchGMarkenschutzgesetz2
StHGSteuerharmonisierungsgesetz2
VVGVersicherungsvertragsgesetz2
BStPBundesstrafprozess (bis 2010)1
BüGBürgerrechtsgesetz1
MWSTVMehrwertsteuerverordnung1
VRVVerkehrsregelnverordnung1
VZVVerkehrszulassungsverordnung1
WStBWehrsteuerbeschluss (bis 1994)1
ANAVVollziehungsverordnung zum ANAG0
SSVSignalisationsverordnung0
VStrRVerwaltungsstrafrechtsgesetz0
BGE 129 V 21124.01.2003
Art. 48 Abs. 1 und 2 IVG ; Art. 85 Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 77 AHVV ; Art. 88bis Abs. 1 lit. c IVV : Verfahrensrechtliche Qualifizierung der - im Anschluss an eine zu Unrecht erfolgte Sistierung - wieder aufgenommenen Rentenausrichtung; zeitliche Wirkungsweise (ex nunc…
BGE 126 II 44325.08.2000
Mehrwertsteuer. Leistungen eines Behindertenheims. Subventionen. Spenden. Art. 14 Ziff. 6 und 7 MWSTV : Von der Steuer ausgenommene Umsätze eines Behindertenheims (E. 2-4). Anforderungen an die Rechnungsstellung (E. 5). Begriff des Leistungsaustausches (E. 6a). Subventionen sind…
BGE 125 V 40810.12.1999
Art. 4 BV : Unentgeltliche Verbeiständung im Administrativverfahren der Invalidenversicherung; Bemessung der Entschädigung. Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Verwaltungsverfahren der Invalidenversicherung ist nach kantonalem Recht zu bemessen mit der…
BGE 125 V 40119.11.1999
Art. 4 BV ; Art. 1 und 19 VwVG ; Art. 57 ff. BZP ; Art. 54, 57 Abs. 1, 58, 86 Abs. 2 IVG; Art. 73, 73bis Abs. 1, 75 Abs. 1 und 2 IVV: Verfahren bei der Abklärung der Verhältnisse durch die kantonale IV-Stelle. - Da die kantonalen IV-Stellen keine Bundesverwaltungsbehörden sind…
BGE 125 V 36806.09.1999
Art. 41 IVG ; Art. 4 Abs. 1 BV : substituierte Begründung der Wiedererwägung; rechtliches Gehör. - Bestätigung der Rechtsprechung, wonach der Richter eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung mit der substituierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen…
BGE 125 V 37331.05.1999
Art. 6 Ziff. 1 EMRK ; Art. 4 Abs. 1 BV ; Art. 69 IVG ; Art. 85 Abs. 2 lit. a AHVG ; Art. 97 Abs. 2 OG : Rechtsverzögerungsbeschwerde. Rechtsverzögerung bejaht bei 33 Monaten Anhängigkeit und 27 Monaten Behandlungsreife. Art. 159 Abs. 2 und 5 sowie Art. 156 Abs. 6 OG : keine…
BGE 125 V 14626.04.1999
Art. 28 Abs. 2 und 3 IVG ; Art. 27 und 27bis IVV : Gemischte Methode der Invaliditätsbemessung. Die in Art. 27bis IVV für Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG vorgesehene Invaliditätsbemessung ist gesetzmässig.
BGE 124 V 25722.09.1998
Art. 19 Abs. 1 und 2, Art. 26bis Abs. 1 IVG ; Art. 8 ff., Art. 24 Abs. 1 und 3 IVV ; Art. 1 ff. SZV ; Art. 27 Abs. 2 BV ; Art. 48 RVOG : Sonderschulzulassung. - Hinsichtlich der Ausbildung des Personals erforderliche Voraussetzungen für die Zulassung einer privaten Institution…
BGE 124 V 18007.04.1998
Art. 73bis Abs. 1 IVV ; Art. 4 Abs. 1 BV : rechtliches Gehör im Vorbescheidverfahren. Die IV-Stelle darf sich nicht darauf beschränken, die Einwände des Versicherten im Vorbescheidverfahren zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen, sondern hat in der ablehnenden Verfügung die Gründe…
BGE 124 V 716.03.1998
Art. 21 Abs. 1 IVG ; Art. 2 Abs. 1 und 2 HVI ; Ziff. 7.02* HVI Anhang (in der seit 1. März 1996 geltenden Fassung). Ziff. 7.02* HVI Anhang (in der seit 1. März 1996 geltenden Fassung) ist gesetzmässig, soweit im Unterschied zur früheren Regelung auch bei hochgradigem irregulärem…
BGE 124 V 1216.01.1998
Art. 21 Abs. 3 und 4 IVG ; Art. 14 IVV ; Art. 7 Abs. 3 HVI : Kostenübernahme für Betrieb und Unterhalt von Hörgeräten durch die Invalidenversicherung. - Art. 7 Abs. 3 HVI (in der seit 1. Januar 1997 geltenden Fassung), welcher im letzten Satz vorsieht, dass die…
BGE 123 V 22312.08.1997
Art. 23 Abs. 1 AVIG , Art. 5 Abs. 2 AHVG , Art. 25ter IVG , Art. 81bis IVV , Art. 19a EOG , Art. 21a EOV . Arbeitslosentaggelder: Festsetzung des versicherten Verdienstes. Das von der Invalidenversicherung während der Eingliederung einem zuvor als Arbeitnehmer tätig gewesenen…
BGE 123 V 17531.07.1997
Art. 4 BV , Art. 6 Ziff. 1 EMRK , Art. 59 Abs. 2 IVG , Art. 72bis IVV : Unabhängigkeit der medizinischen Abklärungsstellen der Invalidenversicherung (MEDAS). Die nach Art. 4 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK vorausgesetzte Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Gutachter der MEDAS…
BGE 123 V 2507.03.1997
Art. 85bis IVV , Art. 104 lit. a OG , Art. 4 Abs. 1 BV - Art. 85bis IVV , der bevorschussenden Institutionen einen Anspruch auf Drittauszahlung von Rentennachzahlungen einräumt, ist gesetzes- und verfassungskonform. - Diese Bestimmung ist intertemporalrechtlich auf alle im…
BGE 123 V 2021.02.1997
Art. 22 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 19 IVV ; Art. 18 Abs. 1bis und 1ter AVIG (in der Fassung des Bundesbeschlusses über Sanierungsmassnahmen in der Arbeitslosenversicherung vom 16. Dezember 1994) bzw. Art. 18 Abs. 1 und 1bis AVIG (in der Fassung der AVIG-Novelle vom 23…
BGE 122 V 30015.10.1996
Art. 2 Abs. 3, Art. 3 Abs. 6 ELG , Art. 7 Abs. 1 lit. c ELV . - Art. 7 Abs. 1 lit. c ELV ist gesetzwidrig. - Eine "gesonderte" Ergänzungsleistungsberechnung für den Leistungsansprecher und dessen Kind, das Anspruch auf eine Kinderrente der Alters- und Hinterlassenen- oder der…
BGE 122 V 11313.06.1996
Art. 13 Abs. 1 und 2 IVG , Art. 1 Abs. 1 und 2 GgV , Ziff. 404 GgV Anhang. Zusammenfassung der Rechtsprechung zum psychoorganischen Syndrom (POS) gemäss Ziff. 404 GgV Anhang. An den Erfordernissen der Diagnosestellung und Behandlung vor vollendetem 9. Altersjahr als…
BGE 122 V 21210.06.1996
Art. 21 Abs. 1 IVG , Art. 2 Abs. 2 HVI , Art. 7 und 8 HVI , Ziff. 10 Ingress und 10.04* HVI Anhang. - Erwerbstätigkeit und Tätigkeit im Aufgabenbereich im Sinne von Art. 27 Abs. 2 IVV sind hinsichtlich der Abgabe von Motorfahrzeugen und Invalidenfahrzeugen gemäss Ziff…
BGE 122 V 622.01.1996
Art. 42 Abs. 1 IVG , Art. 109 MVG . Der Ausschluss der Kumulation von Hilflosenentschädigungen der Militärversicherung einerseits und der AHV/IV anderseits für denselben Gesundheitsschaden gilt ab Inkrafttreten des revidierten Rechts (ex nunc et pro futuro) auch in bezug auf die…
BGE 121 V 24620.07.1995
Art. 2 Abs. 2 und Art. 9 des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 16. Dezember 1966, in Kraft getreten für die Schweiz am 18. September 1992. Rechtsnatur der im Pakt verkündeten Rechte. Tragweite der obenerwähnten Vorschriften im Rahmen…
BGE 120 V 42123.12.1994
Art. 6 IVG . Bei Doppelbürgern von Staaten, die beide mit der Schweiz ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen haben, bestimmt sich der anwendbare Staatsvertrag nach Massgabe der tatsächlich vorwiegenden Staatsangehörigkeit.
BGE 120 V 43509.08.1994
Art. 66 Abs. 1 und 2 IVV (in Verbindung mit Art. 46 IVG ). - Sofern es sich beim Versicherten um eine urteilsfähige Person handelt, ist zur Befreiung von der Schweigepflicht ( Art. 66 Abs. 2 IVV ), im Gegensatz zur Geltendmachung des Anspruchs ( Art. 66 Abs. 1 IVV )…
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BGE 131 V 414BGEx
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BGE 131 V 414

54. Urteil i.S. IV-Stelle Schaffhausen gegen S. und Obergericht des Kantons Schaffhausen
I 335/05 vom 23. September 2005

Regeste

Art. 12 Abs. 2 ATSVArt. 29 Abs. 2 BVArt. 12 Abs. 1 ATSV

Art. 12 Abs. 2 ATSV : Einspracheentscheid zu Ungunsten der Einsprache führenden Person. In der angeführten Verordnungsbestimmung ist nunmehr die von der Rechtsprechung entwickelte erweiterte Hinweispflicht festgelegt, wonach der Versicherungsträger die Einsprache führende Person nicht nur auf die drohende Schlechterstellung (reformatio in peius), sondern auch auf die Möglichkeit eines Rückzugs ihrer Einsprache aufmerksam machen muss. Diese doppelte Aufklärungspflicht wäre ihrer Bedeutung entleert, würde man dem Sozialversicherer gleichzeitig gestatten, seine mittels Einsprache angefochtene Verfügung (ohne die erwähnten, der Sicherstellung eines fairen Verfahrens dienenden Hinweise an den Einsprecher) durch Erlass einer Wiedererwägungsverfügung im Sinne einer reformatio in peius aufzuheben oder abzuändern und hernach die Einsprache unter Berufung auf die nicht mehr existierende ursprüngliche Verfügung als gegenstandslos geworden abzuschreiben. (Erw. 1)

Sachverhalt ab Seite 415

Sachverhalt

— BGE 131 V 414, S. 415 —

A. Mit Verfügung vom 11. November 2003 sprach die IV-Stelle Schaffhausen dem 1971 geborenen S. unter Zugrundelegung eines Invaliditätsgrades von 40 % ab 1. Oktober 2002 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung zu. Hiegegen erhob der Versicherte am 11. Dezember 2003 Einsprache mit dem Begehren, die Sache sei zu ergänzender medizinischer Abklärung (Einholung eines psychiatrischen Gutachtens) und anschliessender Neuverfügung an die Verwaltung zurückzuweisen. Die IV-Stelle erliess daraufhin am 27. Januar 2004 eine Wiedererwägungsverfügung, mit welcher sie auf die angefochtene Verfügung vom 11. November 2003 zurückkam, einen Rentenanspruch von S. mangels leistungsbegründender Invalidität rückwirkend ab 1. Oktober 2002 verneinte und die Rückforderung der bereits bezogenen Rentenbetreffnisse mit separater Verfügung in Aussicht stellte. Anschliessend schrieb sie die gegen die ursprüngliche Rentenverfügung gerichtete Einsprache zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt ab (Einspracheentscheid vom 8. April 2004). Mit Einspracheentscheid vom 13. April 2004 wies die IV-Stelle sodann die gegen die Wiedererwägungsverfügung erhobene Einsprache ab.

B. Das Obergericht des Kantons Schaffhausen hiess die (sinngemäss) gegen beide Einspracheentscheide erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 15. April 2005 insoweit gut, als es die angefochtenen Einspracheentscheide und die Wiedererwägungsverfügung vom — BGE 131 V 414, S. 416 — 27. Januar 2004 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese S. "bei einer allfällig in Aussicht stehenden Aufhebung der mit Verfügung vom 11. November 2003 zugesprochenen IV-Rente die Möglichkeit zum Rückzug der Einsprache vom 11. Dezember 2003 gibt" (Dispositiv-Ziffer 1 mit Verweisung auf die Urteilserwägungen).

C. Die IV-Stelle führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids.

S. lässt auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliessen. Das kantonale Gericht hat, ohne einen formellen Antrag zu formulieren, eine Stellungnahme eingereicht, während das Bundesamt für Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde verzichtet.

Erwägungen

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrensleitende Verfügungen. Laut Art. 12 Abs. 1 ATSV ist der Versicherer an das Begehren der Einsprache führenden Person nicht gebunden; er kann die Verfügung zu Gunsten oder zu Ungunsten der Einsprache führenden Partei abändern. Beabsichtigt er, die Verfügung zu Ungunsten der Einsprache führenden Person abzuändern, gibt er ihr Gelegenheit zum Rückzug der Einsprache (Abs. 2 der genannten Verordnungsbestimmung). Mit diesen Ausführungsbestimmungen hat der Bundesrat die nach Art. 61 lit. d ATSG im Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht geltenden Grundsätze auch auf das Einspracheverfahren des jeweils verfügenden Versicherers übertragen. Die nunmehr in Art. 12 Abs. 2 ATSV festgelegte erweiterte Hinweispflicht, wonach der Versicherungsträger die Einsprache führende Person nicht nur auf die drohende Schlechterstellung (reformatio in peius), sondern auch auf die Möglichkeit eines Rückzugs ihrer Einsprache aufmerksam machen muss, galt in den Sozialversicherungsbereichen, welche ein Einspracheverfahren kannten, rechtsprechungsgemäss als direkter Ausfluss der verfassungsrechtlichen Garantie des rechtlichen Gehörs sowie des Fairnessgebots nach Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 4 Abs. 1 aBV bereits vor In-Kraft-Treten von ATSG und ATSV am 1. Januar 2003 ( BGE 129 II 395 Erw. 4.4.3, BGE 122 V 166 , BGE 118 V 182 ; RKUV 2000 Nr. U 371 S. 110 Erw. 4b/aa, BGE 118 V 1998 Nr. U 309 S. 460 oben). Diese doppelte — BGE 131 V 414, S. 417 — Aufklärungspflicht wäre ihrer Bedeutung entleert, würde man dem Sozialversicherer gleichzeitig gestatten, seine mittels Einsprache angefochtene Verfügung (ohne die erwähnten, der Sicherstellung eines fairen Verfahrens dienenden Hinweise an den Einsprecher) durch Erlass einer Wiedererwägungsverfügung im Sinne einer reformatio in peius aufzuheben oder abzuändern und hernach die Einsprache unter Berufung auf die nicht mehr existierende ursprüngliche Verfügung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

2. Im hier zu beurteilenden Fall ist die IV-Stelle in unmittelbar hievor beschriebener, Art. 12 Abs. 2 ATSV und den Anspruch des Beschwerdegegners auf rechtliches Gehör verletzender Weise vorgegangen. Dies wurde vom kantonalen Gericht mit dem angefochtenen Entscheid in zutreffender Weise korrigiert.

Der Klarheit halber ist beizufügen: Zieht der Versicherte seine Einsprache zurück, bleibt es zumindest zunächst bei der mit der ursprünglichen Rentenverfügung zugesprochenen Viertels-Invalidenrente ab 1. Oktober 2002. Der IV-Stelle steht es indessen frei, im Anschluss an einen Einspracherückzug auf die materiell richterlich unbeurteilt gebliebene Verfügung zu Lasten des Versicherten zurückzukommen, allerdings nur nach Massgabe der nunmehr in Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG verankerten Rückkommenstitel ( BGE 127 V 469 Erw. 2c mit Hinweisen). In diesen Fällen könnte der Eingriff in das Rentenverhältnis grundsätzlich nur mit Wirkung ex nunc et pro futuro erfolgen ( Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV ).

3. (Gerichtskosten und Parteientschädigung)

Themen
Doppelte AufklärungspflichtEinspracheverfahrenFairnessgebotGegenstandslosigkeitIV-StelleRechtliches GehörReformatio in peiusRückzug der EinspracheWiedererwägungWiedererwägungsverfügung
Normen
Quelle des Entscheidtextes: bger.ch · Schweizerisches Bundesgericht · BGE 131 V 414
§
Art. 4 Abs. 1 aBV (bis 1999)Art. 12 Abs. 1 ATSVArt. 12 Abs. 2 ATSVArt. 29 Abs. 2 BVArt. 52 Abs. 1 ATSGArt. 53 Abs. 1 ATSGArt. 53 Abs. 2 ATSGArt. 61 lit. d ATSGArt. 88bis Abs. 2 lit. a aIVV (1982)
Zitierte Entscheide
BGE 129 II 39525.04.2003
Verjährung, Verjährungsrechtliche Einheit, Vertrauensgrundsatz
BGE 127 V 46928.12.2001
Abzugsfähigkeit von Baukreditzinsen, Familienzulagen in der Landwirtschaft, Konsolidierung des Baukredits
BGE 122 V 16610.04.1996
Beschwerderückzug, Aufklärungspflicht, Fairnessprinzip
BGE 118 V 18213.10.1992
Legalitätsprinzip, Rechtliches Gehör, Reformatio in peius
BGE 118 V 19981992
Wird zitiert von
BGE 146 IV 17208.04.2020
Ausschreibung der Landesverweisung im SIS, Anklageprinzip, Beschwerde in Strafsachen
BGE 138 V 33913.08.2012
Beschwerdelegitimation der IV-Stelle, Objektive Rechtsverwirklichung, Zulässigkeit der Beschwerde
Quelle: Bundesgericht·bger.ch·BGE 131 V 414

Zitiervorschlag: BGE 131 V 414, bgex.ch/bge/131-v-414