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BGE (7)BGer (71)
1874–2026
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BGE ab 1875
18742026
BGE 122 V 2822.01.1996
Art. 98 f. MVG, Art. 12 aMVG , Art. 109 MVG : Übergangsrecht. Ist es bis zum Inkrafttreten des revidierten MVG vom 19. Juni 1992 zum Erlass lediglich des (nicht ausdrücklich angenommenen) Vorschlages, nicht aber der Verfügung gekommen (vgl. Art. 12 aMVG ), beurteilt sich der…
BGE 121 V 15715.05.1995
Art. 23 Abs. 1, Art. 25 Abs. 3 aMVG : Rentenanpassung. Zur Anpassung rechtskräftig festgelegter altrechtlicher Renten der Militärversicherung.
BGE 116 V 16122.03.1990
Art. 12 Abs. 1, Abs. 2 und Abs. 3 MVG , Art. 5 VwVG : Bedeutung des Vorschlages auf Erledigung und des dagegen erhobenen Einspruches. Rechtsfolgen bei unterbliebener Annahme. - Der innert Frist nicht ausdrücklich angenommene Vorschlag auf Erledigung im Sinne von Art. 12 Abs. 1…

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Militärversicherung
78
Erwerbsersatzordnung38
Familienzulagen und kantonale Sozialversicherung43
Arbeitslosenversicherung1527
398
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Obligationenrecht und Handelsrecht3429▶
Obligationenrecht (allgemein)829Vertragsrecht1936Gesellschaftsrecht370Wertpapierrecht14Haftpflichtrecht278
Immaterialgüter-, Wettbewerbs- und Kartellrecht240
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AVIVArbeitslosenversicherungsverordnung1
KUVGKranken- und Unfallversicherungsgesetz (bis 1995)1
StHGSteuerharmonisierungsgesetz1
SSVSignalisationsverordnung0
VStrRVerwaltungsstrafrechtsgesetz0
BGE 112 V 38731.12.1986
Art. 25 Abs. 1, Art. 26 Abs. 1 MVG : Revision einer Integritätsrente. - Bemessung des Integritätsschadens (Erw. 1a). - Grundsätze für die Revision einer Integritätsrente (Erw. 1b und c). - Berechnung der Integritätsrente. Massgeblicher Jahresverdienst. Neufestsetzung von…
BGE 98 V 27221.11.1972
Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Streit um Gerichtskosten ( Art. 101 lit. b OG ). Ausnahmen vom Grundsatz der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne des Art. 56 MVG .
BGE 96 V 11027.11.1970
Art. 23 Abs. 1 und 25 Abs. 3 MVG: Natur des für die Rentenhöhe massgebenden Schadens. Erwerbsunfähigkeit und Beeinträchtigung der körperlichen oder psychischen Integrität dürfen als Schadenselemente nicht kumuliert werden. Ausschlaggebend ist derjenige Schaden, der, für sich…
BGE 93 I 58609.06.1967
Verkehrsunfälle von Radfahrern im Militärdienst. 1. Die Haftung des Bundes richtet sich nach Art. 27 MO , nicht nach dem SVG, bzw. OR (Erw. 1). 2. Versorgerschaden bei Verlust: a) des Ehemannes (Erw. 2); b) des Vaters, der dem Sohn bei landwirtschaftlichen Arbeiten mithilft…
8C_95/202614.09.2026
A. A.a. A.________, geboren 1957, leidet seit 2017 an einer klonalen reifzelligen B-Zell-Neoplasie, am ehesten einer CLL (chronische lymphatische Leukämie; fortan kurz Vorerkrankung genannt). Für die Folgen eines am 25. Juni 2021 während des Militärdienstes erlittenen Unfalles…
8C_208/202419.03.2025
A. Der 1962 geborene A.________ erlitt als Gymnasiast am 1. August 1983 anlässlich eines "Jugend + Sport"-Kurses bei einem Autounfall eine komplette Paraplegie. In der Folge übernahm die Schweizerische Versicherungsanstalt, Abteilung Militärversicherung (nachfolgend Suva-MV)…
8C_643/202126.04.2022
A. A.a. Der 1962 geborene A.________ war Gymnasiast, als er am 1. August 1983 anlässlich eines "Jugend + Sport"-Kurses bei einem Autounfall eine komplette Paraplegie erlitt. In der Folge übernahm die Suva, Abteilung Militärversicherung (nachfolgend Suva), die gesetzlichen…
8C_579/202127.01.2022
A. A.a. A.________ était couvert par l'assurance militaire contre le risque d'accidents et de maladies entre janvier 1990 et juillet 2005. Il est resté assuré au-delà de cette date pour les séquelles de maladies ou d'accidents survenus durant cette période d'affiliation. Dès le…
8C_749/201918.06.2020
A. Der 1957 geborene A.________ absolvierte vom 11. Juli bis 5. November 1977 als Trainsoldat die Rekrutenschule. Am 14. November 1977 meldete er sich unter Hinweis auf Rückenschmerzen nach Heben eines Pferdesattels bei der Militärversicherung an. Diese erbrachte verschiedene…
8C_228/202028.05.2020
A. A.a. Der 1987 geborene A.________ war als selbstständigerwerbender Bauunternehmer für Maurer-, Gipser- und Eisenlegerarbeiten tätig. Er erlitt am 28. März 2008 beim Fussballspielen während des Militärdienstes (Rekrutenschule) eine komplette Ruptur des vorderen Kreuzbandes…
8C_641/201908.04.2020
A. A.________, geb. 1989, erlitt während des Militärdiensts am 28. Mai 2011 beim Fussballspiel ein Supinationstrauma rechts. Die Schweizerische Unfallversicherung, Abteilung Militärversicherung (nachfolgend: Suva-MV), anerkannte den Versicherungsfall implizit. Am 30. Dezember…
8C_185/201911.10.2019
A. A.A.________ (bis Oktober 2007: A.B.________) absolvierte vom 29. März bis 21. Oktober 2003 einen Swisscoy-Einsatz als LKW-Monteur im Kosovo. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz am 17. Oktober 2003 (Freitag) begab er sich am 20. Oktober 2003 als Notfallpatient zu Dr. med…
8C_329/201930.09.2019
A. A.a. A.________, geboren 1976, erlitt während des Militärdienstes am 28. September 2000 einen Verkehrsunfall. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Abteilung Militärversicherung (nachfolgend: Suva-MV oder Beschwerdegegnerin), erbrachte die gesetzlichen Leistungen. In…
8C_257/201824.08.2018
A. A.________ wurde am 17. Mai 2013 während seines Militärdienstes auf der Wache von einem Kollegen angeschossen und erlitt eine Durchschussverletzung im Bereich des linken Thorax. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Abteilung Militärversicherung (nachstehend…
8C_330/201719.09.2017
A. A.a. A.________, geboren 1954, erlitt am 27. Oktober 1979 während eines militärischen Wiederholungskurses eine bimalleoläre Luxationsfraktur des linken oberen Sprunggelenks (OSG). Die Militärversicherung anerkannte die Bundeshaftung und erbrachte in der Folge die gesetzlichen…
8C_472/201606.06.2017
A. Entré à l'école de recrues le 16 juillet 1979, A.________ a été licencié prématurément le 1er août suivant pour des troubles qui ont été qualifiés par le médecin de troupe de dermatomycose et de névrose d'angoisse consécutive à une panique aux premiers tirs. A partir de 1988…
8C_914/201509.05.2016
A. A.a. A.________ souffre d'une gonarthrose tricompartimentale du genou droit consécutive à une fracture du plateau tibial externe droit survenue durant l'accomplissement de son école de recrues en 1968. L'assurance militaire a reconnu sa responsabilité.
8C_912/201329.10.2014
A. A.________, né en 1985, a commencé un apprentissage d'employé de commerce le 1 er octobre 2009. Durant la période du 1 er mai au 31 décembre 2009, il a travaillé au service de B.________ à raison de 8 heures hebdomadaires, ce qui correspond à un taux d'activité de 18,82 %…
8C_775/201110.09.2012
A. A.a A.________ a fait son école de recrue en 1990 dans l'infanterie. Le 20 août 2001, il est entré en cours de répétition. Le 30 août 2001, le docteur M.________, spécialiste en psychiatrie, a constaté un trouble psychotique aigu polymorphe à prédominance paranoïaque. Sur…
8C_791/201014.02.2011
A. Non essendo più in grado, a seguito di un infortunio subito agli arti inferiori nel 1991 nell'ambito di un'attività "Gioventù e Sport", di riprendere normalmente la professione esercitata, l'assicurazione militare ha posto G._________, nato nel 1974, già attivo come montatore…
8C_85/201013.09.2010
A. S.________, né en 1955, employé de fabrication au service de l'entreprise X.________, a été renversé par une voiture le 5 août 1978 alors qu'il effectuait un cours de répétition. Dans cet accident, il a subi une commotion cérébrale, une fracture des 6ème et 7ème côtes à…
8C_110/200917.11.2009
A. A.a Durante il corso di ripetizione assolto nel gennaio 1999 R.________, nato nel 1964, manifestò un episodio di rabdomiolisi di origine indeterminata - probabilmente in seguito a uno sforzo fisico intenso - che rese necessario un ricovero in ospedale.
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BGE122 V 28
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BGE 122 V 28

5. Urteil vom 22. Januar 1996 i.S. S. gegen Bundesamt für Militärversicherung und Verwaltungsgericht des Kantons Bern

Regeste

Art. 12 aMVGArt. 99 Abs. 1 MVGArt. 99 Abs. 2 MVG

Art. 98 f. MVG, Art. 12 aMVG , Art. 109 MVG : Übergangsrecht. Ist es bis zum Inkrafttreten des revidierten MVG vom 19. Juni 1992 zum Erlass lediglich des (nicht ausdrücklich angenommenen) Vorschlages, nicht aber der Verfügung gekommen (vgl. Art. 12 aMVG ), beurteilt sich der Versicherungsfall nach neuem Recht. Art. 18 Abs. 6 MVG . Zum Umfang der Bundeshaftung für die Folgen medizinischer Vorkehren.

Sachverhalt ab Seite 28

Sachverhalt

— BGE 122 V 28, S. 28 —

A.- Mit Entscheid vom 2. September 1994 erledigte das Bundesamt für Militärversicherung (BAMV) die als Einsprache gegen den Vorschlag vom 27. August 1993 behandelte Eingabe des S. vom 20. Oktober 1993 wie folgt:

"1. Die Bundeshaftung für die medio-laterale Diskushernie L5/S1 links von

S. beträgt bis zur Behebung der Verschlimmerung 50 Prozent.

— BGE 122 V 28, S. 29 —

2. Die Bundeshaftung für die Müdigkeit und die Konzentrationsstörungen von S. wird abgelehnt.

3. S. wird für die Folgen der operierten Diskushernie L5/S1 links eine Invalidenrente auf Basis folgender Rentenelemente zugesprochen:

- Bundeshaftung: 50 Prozent - Leistungsansatz: 95 Prozent - Invalidität: 100 Prozent - anrechenbarer Jahresverdienst: Fr. 114'484.- - Rentendauer: 28.10.1991 bis 31.12.1992 und 01.01.1993 bis 30.04.1993 - Jahresrente: Fr. 54'379.90 - Monatsrente: Fr. 4'531.65

- Bundeshaftung:

50 Prozent

- Leistungsansatz:

95 Prozent

- Invalidität:

100 Prozent

- anrechenbarer Jahresverdienst:

Fr. 114'484.-

- Rentendauer:

28.10.1991 bis 31.12.1992 und

01.01.1993 bis 30.04.1993

- Jahresrente:

Fr. 54'379.90

- Monatsrente: Fr. 4'531.65

4. S. wird eine Umschulungsrente auf Basis folgender Rentenelemente zugesprochen:

- Bundeshaftung: 100 Prozent - Leistungsansatz: 90 Prozent - Invalidität: 100 Prozent - anrechenbarer Jahresverdienst: Fr. 114'484.-- - Rentendauer: 01.05.1993 bis 30.04.1995 - Jahresrente: Fr. 103'035.60 - Monatsrente: Fr. 8'586.30

- Bundeshaftung:

100 Prozent

- Leistungsansatz:

90 Prozent

- Invalidität:

100 Prozent

- anrechenbarer Jahresverdienst:

Fr. 114'484.--

- Rentendauer:

01.05.1993 bis 30.04.1995

- Jahresrente:

Fr. 103'035.60

- Monatsrente:

Fr. 8'586.30

5. Die Schulkosten im H. (im ersten Ausbildungsjahr Fr. 90.-- pro Ausbildungstag zuzüglich Fr. 8.50 pro Mittagessen) werden übernommen.

6. Die Kosten für den Büropraxiskurs für Erwachsene im Schulzentrum F. (jeweils 6 Lektionen montags von 08.00 bis 13.30 Uhr, März bis Juni 1993) werden übernommen.

7. Die Rente muss gestützt auf Artikel 72 MVG wegen Überversicherung gekürzt werden. Die Abrechnung der Sektion Versicherungsleistungen vom 2.9.94 bildet Bestandteil dieses Einspracheentscheids.

8. Die bereits ausbezahlten Leistungen der Militärversicherung werden verrechnet. Die Abrechnung der Sektion Versicherungsleistungen vom 2.9.94 bildet Bestandteil dieses Einspracheentscheids.

9. Die Rechte für die Folgezeit bleiben S. im Rahmen von Artikel 6 MVG für Spätfolgen und Rückfälle gewahrt.

10. (Eröffnung)."

B.- Die hiegegen mit dem Rechtsbegehren auf Feststellung, "dass die Bundeshaftung auch für die Erwerbsausfallrente 100 Prozent beträgt (Ziff. 1 und 2 des Entscheides vom 2. September 1994)" und dem entsprechenden Antrag auf Nachzahlung der "Differenz zwischen 50 Prozent und 100 Prozent seit 28. Oktober 1991" erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons — BGE 122 V 28, S. 30 — Bern mit Entscheid vom 21. Juli 1995 ab.

C.- S. führt gegen den kantonalen Entscheid Verwaltungsgerichtsbeschwerde, worin er das im vorinstanzlichen Verfahren gestellte Rechtsbegehren erneuert.

Das BAMV schliesst auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1. Im vorliegenden Fall ist es nach Lage der Akten unter der Geltung des alten Rechts (aMVG) bis 31. Dezember 1993 nur zum Erlass des Vorschlages vom 27. August 1993 gekommen, hingegen nicht mehr zur Verfügung im Sinne von Art. 12 Abs. 3 aMVG . Vielmehr hat das BAMV den im Sinne dieser Bestimmung erhobenen Einspruch als Einsprache gemäss Art. 99 Abs. 1 MVG entgegengenommen und darüber am 2. September 1994 den beschwerdefähigen Entscheid ( Art. 99 Abs. 2 MVG ) erlassen. Diese verfahrensrechtlich nicht zu beanstandende Erledigungsweise führt nach der Rechtsprechung, welche für die Entscheidung der intertemporalrechtlichen Frage nach Art. 109 MVG auf die Verfügung abstellt ( BGE 121 V 158 Erw. 1, BGE 120 V 369 Erw. 1; SVR 1995 MV Nr. 4 S. 12 Erw. 1), hier zur Anwendung des neuen Rechts. Für diese Lösung spricht auch Art. 117 MVG , wonach sich Fristen und Zuständigkeit nach dem alten Recht richten, wenn die Frist zur Anfechtung von Verfügungen der Militärversicherung im Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen MVG nicht abgelaufen ist.

2. a) Streitiges Element der vorinstanzlich bestätigten Leistungszusprechung bildet einzig die Bundeshaftung, welche sich dem Umfang nach auf die Anspruchsberechtigung auswirkt. Diesbezüglich wird in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht auf den kantonalen Gerichtsentscheid verwiesen (vgl. BGE 111 Ia 4 Erw. 4a, BGE 103 Ia 409 Erw. 3a, BGE 98 Ia 464 Erw. 5a).

b) Ergänzend sei beigefügt, dass die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 des wiedergegebenen Einspracheentscheides ausschliesslich feststellenden Charakter haben. Nach ständiger Rechtsprechung zum Verfügungsbegriff ( Art. 5 VwVG ), welcher auch im Bereich der Militärversicherung (Art. 98 f. in Verbindung mit Art. 85 MVG ) und somit auch bezüglich der Festlegung von Leistungen unter dem Titel der Bundeshaftung gilt, ist der Erlass von Feststellungsverfügungen unzulässig, wenn die Verwaltung die Möglichkeit hat, die Rechtsbeziehung direkt durch eine rechtsgestaltende Verfügung zu ordnen ( BGE 114 V 203 Erw. 2c mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 119 S. 48 Erw. — BGE 122 V 28, S. 31 — 7b, Nr. U 134 S. 315 Erw. 3a; vgl. BGE 119 V 38 Erw. 1a, BGE 117 V 104 oben). So verhält es sich, wie aus den wiedergegebenen Dispositiv-Ziffern 3 ff. des Einspracheentscheides hervorgeht, im vorliegenden Fall. Darin hat das BAMV, auf der Grundlage der gesetzlichen Anspruchselemente (Bundeshaftung, Leistungsansatz, Invaliditätsgrad usw.), unmittelbar die einzelnen Leistungen festgelegt und zugesprochen. Prozessual zulässiger Regelungs- und damit, wenn bestritten, zu überprüfender Anfechtungsgegenstand (Streitobjekt) unter dem Titel der Bundeshaftung ist die Kürzung von Leistungen ( Art. 64 MVG , in Übereinstimmung mit Art. 41 Abs. 1 aMVG ), und nicht die Feststellung von einzelnen Kürzungssätzen für verschiedene Leiden.

aa) Bei dieser Rechtslage stösst die in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretene Auffassung, wonach es sich bei der Müdigkeit und den Konzentrationsstörungen, wie überhaupt beim gegebenen insbesondere psychischen Gesundheitsbild, um eine natürliche und adäquate Folge des dienstlichen Unfalles vom 1. März 1990 handle, insofern ins Leere, als das BAMV, schon aus seiner haftungsrechtlichen Sicht, der verfügten Leistungszusprechung einen vollständigen Invaliditätsgrad (100%) unterlegte. Diesbezüglich vermöchte die Anerkennung der erwähnten Beeinträchtigungen als Folgen der dienstlichen Einwirkung dem Beschwerdeführer von vornherein nicht weiter zu helfen, weil, unter diesem Titel, kein Raum für eine weitergehende Leistungszusprechung besteht. In bezug auf die Bundeshaftung als solche ist nach der gesamten Aktenlage eine zusätzliche Berücksichtigung der Müdigkeit, der Konzentrationsstörungen und des psychischen Gesundheitszustandes für die Erhöhung des Haftungssatzes von 50%, auf welchem die zugesprochene Überbrückungsrente beruht, aussichtslos. Denn selbst unter Annahme eines auch diesbezüglich rechtserheblichen Kausalzusammenhanges erscheint eine 50%ige Bundeshaftung insgesamt als angemessen, liegt doch, wie aus dem gut dokumentierten Versicherungsverlauf und insbesondere dem Gutachten des Prof. Dr. med. A., Spital X, vom 12. März 1992 hervorgeht, eine erhebliche dienstfremde Psychogenie der Beschwerden und Beeinträchtigungen vor, welche ebenfalls eine Halbierung der Bundeshaftung und entsprechende Herabsetzung der Rente rechtfertigt. Zwar ist das Konzept des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges, soweit es im Bereich der Militärversicherung zum Zuge kommt (vgl. die Rechtsprechung zu Art. 4 ff. aMVG [ BGE 111 V 370 ]), das — BGE 122 V 28, S. 32 — gleiche wie in der gesetzlichen Unfallversicherung. Doch wirkt sich in Zusammenhängen wie dem hier vorliegenden aus, dass das BAMV mit Art. 64 MVG nach wie vor ( Art. 41 Abs. 1 aMVG ) über die rechtliche Grundlage verfügt, bei zur versicherten dienstlichen Einwirkung hinzutretenden konkurrierenden Schadensursachen eine Teilhaftung anzunehmen und die Leistungen entsprechend einzuschränken, dies im Gegensatz zu Art. 36 UVG , wo die Leistungskürzung nur noch in engen Grenzen zulässig ist ( BGE 113 V 137 Erw. 5a, BGE 121 V 326 Erw. 3).

bb) Die Beschränkung der Bundeshaftung bei einem multiplen Spektrum von versicherten und nichtversicherten Schadensursachen kommt auch dann zum Tragen, wenn die Leistungspflicht der Militärversicherung für das Risiko der medizinischen Massnahmen nach Art. 18 Abs. 6 MVG in Frage steht. Im Rahmen dieser Bestimmung hat zwar die Militärversicherung die Haftung für eine Operations- oder Behandlungsfolge voll zu übernehmen, selbst wenn für die Gesundheitsschädigung vor der betreffenden Massnahme nur eine Teilhaftung bestanden hat (so schon SCHATZ, Kommentar zur Eidgenössischen Militärversicherung, S. 122; zu Art. 18 Abs. 6 aMVG siehe Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Militärversicherung vom 26. März 1963, BBl 1963 I S. 845 ff., S. 856). Es genügt jedoch nicht jede Folge einer medizinischen Massnahme, um diese strenge Haftung auszulösen. Vielmehr bedarf es eines unerwünschten und nicht voraussehbaren Verlaufs der Massnahme. Soweit der Verlauf zwar nicht optimal ist, jedoch im Rahmen des Üblichen liegt, tritt die Vollhaftung nicht ein. Die weitere Haftung der Militärversicherung für den Folgezustand bemisst sich in diesen Fällen im Rahmen der üblichen Haftungsnormen ( Art. 4 und 5 MVG ) (Botschaft zum Bundesgesetz über die Militärversicherung vom 27. Juni 1990, BBl 1990 III S. 201 ff., S. 231). Diese Ausführungen des Bundesrates blieben in den vorberatenden Kommissionen von National- und Ständerat wie auch in den parlamentarischen Beratungen im Grundsatz unbestritten (vgl. Sitzungsprotokoll der nationalrätlichen Kommission vom 17./18. Februar 1992). Ob Beeinträchtigungen wie die vom Beschwerdeführer geklagten Konzentrationsstörungen und die Müdigkeit eine nicht voraussehbare Folge einer Lumbalpunktion oder einer Mikrodiskektomie darstellen und die Militärversicherung dafür die volle Haftung zu übernehmen hätte, ist fraglich, kann jedoch offenbleiben. Denn die Anwendung von Art. 18 Abs. 6 MVG setzt voraus, dass zwischen der geltend gemachten Gesundheitsschädigung — BGE 122 V 28, S. 33 — und der in Frage stehenden medizinischen Massnahme ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (unveröffentlichtes Urteil G. vom 20. August 1984). Diese erste Voraussetzung der Leistungspflicht der Militärversicherung ist nach der medizinischen Aktenlage sowie den auch in dieser Hinsicht schlüssigen Darlegungen der Vorinstanz, auf welche verwiesen wird (vgl. Erw. 2 hievor), entgegen den Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu verneinen.

Themen
AnfechtungsgegenstandBAMVBundeshaftungdienstlicher Unfall vom 1. März 1990EinspracheFeststellungsverfügungHaftungssatzInvaliditätsgradKausalzusammenhangKonzentrationsstörungenKürzung von LeistungenLeistungskürzungLumbalpunktion
Quelle des Entscheidtextes: bger.ch · Schweizerisches Bundesgericht · BGE 122 V 28
Medizinische Massnahmen
Mikrodiskektomie
Militärversicherung
Müdigkeit
Natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
Teilhaftung
Überbrückungsrente
Übergangsrecht
Verfügung
Verwaltungsgerichtsbeschwerde
Vollhaftung
Vorschlag
§Normen
Art. 4 MVGArt. 5 MVGArt. 5 aVwVG (1968)Art. 12 aMVGArt. 18 Abs. 6 MVGArt. 41 Abs. 1 aMVGArt. 64 MVGArt. 98 f. MVGArt. 99 Abs. 1 MVGArt. 99 Abs. 1 und 2 MVGArt. 99 Abs. 2 MVGArt. 109 MVGArt. 117 MVG
Zitierte Entscheide
BGE 121 V 32615.11.1995
Kürzung der Invalidenrente wegen vorbestehenden Gesundheitsschadens, Invalidisierender Charakter des Vorzustands, Längerdauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit
BGE 121 V 15815.05.1995
Erwerbsunfähigkeitsrente, Bundesrechtsverletzung, Gleichheitsgebot
BGE 120 V 36912.09.1994
Änderung der Rechtsprechung, Anspruch auf Invalidenrente, Bagatellpraxis
BGE 119 V 3823.02.1993
Ausbildungsunterbruch, Beschwerderückzug, Erwerbstätigkeit während der Ausbildung
BGE 117 V 10428.03.1991
Auslegung, Auslegung nach Wortlaut, Sinn und Zweck, Ausschluss aus der freiwilligen Versicherung
BGE 114 V 20301.06.1988
Beglaubigte Vollmacht, Überspitzter Formalismus, Verhältnismässigkeit
BGE 113 V 13727.05.1987
Gesundheitsschädigung, Hypothetisches Erwerbseinkommen, Invaliditätsgrad bei vorgerücktem Alter
BGE 111 V 37029.11.1985
Adäquater Kausalzusammenhang, Militärversicherung, Natürlicher Kausalzusammenhang
BGE 111 Ia 406.03.1985
Begründungspflicht, Recht auf Replik, Rechtliches Gehör
BGE 103 Ia 40921.10.1977
Eintretensvoraussetzung, Gerichtsbesetzung, Rechtliches Gehör
BGE 98 Ia 46422.11.1972
Prozessvoraussetzung, Begründungspflicht, Ermessen
Wird zitiert von
BGE 128 V 169als 122 V 3202.05.2002
Haftung des Unfallversicherers für Heilbehandlungsschäden, Kausalzusammenhang bei Heilbehandlungsschäden, Unabhängiges Krankheitsgeschehen
BGE 126 III 43124.07.2000
Berufung, Funktionstheorie, Kausalhaftung
5P.119/200024.07.2000
Zwangsverwaltung, Staatshaftung, Intertemporales Recht
BGE 123 V 137als 122 V 3009.07.1997
Adäquate Kausalität, Militärversicherung, Psychische Störungen nach Unfall
BGE 122 V 24216.04.1996
Mindestschwelle, Auslegung nach Materialien, Genugtuung
Quelle: Bundesgericht·bger.ch·BGE 122 V 28

Zitiervorschlag: BGE 122 V 28, bgex.ch/bge/122-v-28