Geschäftsbericht des Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden 2022
- Zeitschrift
- Geschäftsberichte (OG AR)
- Sprache
- Deutsch
1.Abteilung
Zivilrecht, strafrechtliche Berufungen und Revisionen
Walter Kobler, Vorsitzender
(in der Regel gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Susanne Rohner-Staubli, stv. Vorsitzende Bernhard Oberholzer
Hanspeter Blaser
Rolf Breu
2.Abteilung
Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht ohne medizinische Fragestellungen, strafrechtliche Beschwerden sowie Kindes- und Erwachsenenschutzrecht
Walter Kobler, Vorsitzender
(i.d.R. gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Marc Winiger, stv. Vorsitzender
Ralf Kläger
Meinrad Müller
Janine Lanker
3.Abteilung
Sozialversicherungsrecht mit medizinischen Fragestellungen
Walter Kobler, Vorsitzender
(i.d.R. gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Hans-Peter Fischer, stv. Vorsitzender Florian Windisch
Markus Schneider
Erwin Ganz
4.Abteilung
Bau- und Planungsrecht, übriges
Verwaltungsrecht
Walter Kobler, Vorsitzender
(i.d.R. gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Ernst Graf-Beutler, stv. Vorsitzender Patrik Louis
Daniela Cadosch Autolitano
Michèle Gasser Aebischer
Einzelrichter
Walter Kobler (i.d.R. gerade Fallnummern) Manuel Hüsser (i.d.R. ungerade Fallnummern)
Stellvertreter/innen der Einzelrichter
Zivil- und Strafrecht
Bernhard Oberholzer
Susanne Rohner-Staubli
Marc Winiger
Ralf Kläger
Verwaltungsrecht
Michèle Gasser Aebischer
Patrik Louis
Florian Windisch
Marc Winiger
— S. 13 —Kommissionen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs Manuel Hüsser, Präsident
Bernhard Oberholzer
Susanne Rohner-Staubli
Ersatzmitglieder
Walter Kobler
Hanspeter Blaser
Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte Walter Kobler, Präsident
Susanne Rohner-Staubli
Piergiorgio Giuliani, Rechtsanwalt
Patrik Louis
Felix Ludwig, Rechtsanwalt
Ersatzmitglieder
Fidel Cavelti, Rechtsanwalt
Marc Winiger
Anja Müller-Gerteis, Rechtsanwältin
Anwaltsprüfungskommission
Markus Joos, Rechtsanwalt, Präsident
Barbara Schittli, Obergerichtsschreiberin Bernhard Oberholzer
Andrea Caroni, Rechtsanwalt
Manuel Hüsser
Ersatzmitglieder
Marc Winiger
Caroline Nordin, Kantonsgerichtsvizepräsidentin Roger Nobs, Ratschreiber
Mitarbeitende
Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber Monika Epprecht (50 %)
Marc Giger (70 %)
Daniel Hofmann (100 %)
Annika Mauerhofer (60 %)
Barbara Schittli (70 %)
Barbara Widmer (55 %)
Kanzlei
Rosa Maria Fardella (100 %)
Claudia Gasser-Rohner (80 %)
Cornelia Tanner-Schläpfer (50 %)
— S. 14 —Personelles
Bei den Mitgliedern des Gerichts sind keine Rücktritte zu verzeichnen. Ernst Zingg ist nach seiner Wahl in den Kantonsrat als Mitglied und Präsident der Anwaltsaufsichtskommission sowie als Mitglied der Anwaltsprüfungskommission zurückgetreten. Als neuer Präsident der Anwaltsaufsichtskommission wurde Walter Kobler eingesetzt. Als neues Ersatzmitglied dieser Kommission wurde Anja Müller-Gerteis, Rechtsanwältin, gewählt. Für die Anwaltsprüfungskommission wählte das Gesamtobergericht Andrea Caroni, Rechtsanwalt, und Manuel Hüsser als neue Mitglieder und Carolin Nordin, Kantonsgerichtsvizepräsidentin, sowie Roger Nobs, Ratschreiber, als neue Ersatzmitglieder. In das Präsidium der Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs wurde Manuel Hüsser eingesetzt. An dessen Platz als Ersatzmitglied dieser Behörde wurde Walter Kobler gewählt.
Die mit dem Budget 2022 beschlossene Aufstockung der Gerichtsschreiberstellen um ein 50 %-Pensum konnte erst per Mitte August 2022 umgesetzt werden. Als zusätzliche Gerichtsschreiberin angestellt wurde MLaw Beatrice Badilatti, St. Gallen. Sie war zuvor während mehreren Jahren als Gerichtsschreiberin am hiesigen Kantonsgericht und zuvor in der gleichen Funktion am Bundesverwaltungsgericht tätig.
Im Juli 2022 hat Fabienne Lanker, Steinach, die Stelle von Rosa Maria Fardella in der Kanzlei übernommen.
Organisatorisches
In der Berichtsperiode erfolgten keine Änderungen der Zuständigkeitsbereiche der Abteilungen. Hingegen wurden im Sommer 2022 die seit 1995 separat geführten Kanzleien für Zivil- und Strafrecht einerseits sowie für Verwaltungsrecht andererseits örtlich und organisatorisch zusammengelegt. In der Folge mussten fünf Arbeitsplätze rochieren. Die Zusammenlegung der Kanzleien führt zur Verteilung des Know-hows aus allen Bereichen auf alle Kanzlistinnen, was bei Abwesenheiten und bei der Verteilung der Arbeit bessere Lösungen ermöglicht. Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv.
Infrastruktur
Projekt Justitia 4.0 (Einführung der digitalen Akte und des elektronischen Rechtsverkehrs in der Justiz): Mit den Zuschlägen für die Entwicklung und den Betrieb der Plattform wurden wichtige Meilensteine erreicht. Hinsichtlich des Bundesgesetzes über die Plattform für die elektronische Kommunikation in der Justiz (BEKJ) hat der Bundesrat am 29. Juni 2022 das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement beauftragt, bis Ende 2022 eine Botschaft zu Handen des Parlaments auszuarbeiten. Schliesslich wurde im August 2022 entschieden, die österreichische Lösung eines digitalen Arbeitsplatzes weiterzuverfolgen. Hinsichtlich der Schnittstellen zu den Geschäftskontrollen laufen im Moment Machbarkeitsstudien in drei Kantonen. Für die Umsetzung von Justitia 4.0 im Kanton Appenzell Ausserrhoden muss ein Projektteam eingesetzt werden. Der Zeitpunkt der Bildung eines solchen Teams und dessen Zusammensetzung sowie weitere Modalitäten sind im Moment noch offen. Fraglich ist, ob ein solches Projekt mit den vorhandenen Ressourcen bewältigt werden kann.
Bezüglich des Umstieges von der Version 3 zur Version 4 der Geschäftskontrolle Tribuna sind im Berichtsjahr keine Entscheide getroffen worden. Im Moment wird davon ausgegangen, dass die im vorherigen Absatz erwähnten Schnittstellen nur für die Version 4 angeboten werden. Dies würde bedeuten, dass vor der Einführung der digitalen Akte zwingend auf die Version 4 gewechselt werden muss. Die Umstellung von der Version 3 zur Version 4 ist vom Arbeitsaufwand her ebenfalls erheblich. Die zeitnahe Umsetzung beider Projekte wird eine grosse Herausforderung werden.
— S. 15 —Für die Werkzeuge der Juristinnen und Juristen des Obergerichts wurden auch im vergangenen Jahr rund 25 000 Franken ausgegeben. Damit finanziert wurde die Anschaffung vieler Bücher, aber auch die Zugänge zu juristischen Rechercheplattformen. Eine bietet knapp über 800 000 vernetzte Dokumente an, eine andere über 590 000 Entscheide (nur von schweizerischen Gerichten und Verwaltungen) und zudem rund 155 000 Gesetzgebungsmaterialien.
Bei allen Gerichtsbehörden wurden im vierten Quartal unter der Federführung der ARI bei sämtlichen Arbeitsplätzen die Zero Clients, die Bildschirme sowie die Telefone durch neue Geräte ersetzt.
Für die Publikation der Entscheide im Internet steht eine neue Technologie zur Verfügung. Für deren Anschaffung wurde ein kleines Projekt gestartet, an dem auch die Kantonskanzlei beteiligt ist.
An einem knapp 2 Millionen Franken schweren Projekt zum Ersatz der Schliessanlagen in den Gebäuden der kantonalen Verwaltung sind die Gerichtsbehörden durch einen Vertreter des Obergerichts beteiligt.
Finanzielles
Die Ausgaben für unentgeltliche Rechtsverbeiständungen und amtliche Verteidigungen haben sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt auf 147 500 Franken. Aus Rückforderungen von Geldern von Personen, welchen die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung oder die amtliche Verteidigung gewährt wurde, konnten im Berichtsjahr nur 16 500 Franken (Vorjahr 33 600 Franken) verbucht werden.
— S. 16 —Vergleichbarkeit
Es sei an dieser Stelle hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Zahlen erneut der Hinweis erlaubt, dass die Aufgabenverteilung in den vergangenen 10 Jahren mehrfach geändert werden musste, weil entweder neue Aufgaben zu übernehmen waren (so im Jahr 2013 die Fälle aus dem Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes) oder eine ausgeglichenere Arbeitsbelastung erreicht werden sollte. In der Amtsperiode 2011 bis 2015 bestand eine
5.Abteilung, obwohl die Zahl der Richter nicht erhöht worden war. Dies hatte zur Folge, dass vier nebenamtliche Richter in zwei Abteilungen Einsitz nehmen mussten. Im vorliegenden Bericht erscheint diese Abteilung nicht, weil sie keine tatsächliche Entlastung darstellte. Die entsprechenden Fälle wurden nach Sachgebieten auf die anderen Abteilungen verteilt. Betroffen von Veränderungen waren nur die Abteilungen eins und zwei. Seit dem Kalenderjahr 2019 weisen auch diese beiden Abteilungen ihre heutigen Aufgabenbereiche auf. Bei der dritten und vierten Abteilung wurden die Zuständigkeiten in den vergangenen Jahren nicht verändert, weshalb volle Vergleichbarkeit besteht.
Geschäftsgang der Abteilungen
In der 1. Abteilung nahmen im Berichtsjahr sowohl die Neueingänge (34, Vorjahr 22) als auch die Erledigungen (23, Vorjahr 17) zu. Während die neu eingegangenen Zivilrechtsfälle (4) sich im Rahmen des Vorjahres (5) bewegten, gingen deutlich mehr Strafrechtsfälle ein (30, Vorjahr 15). Trotz mehr erledigten Fällen blieben aufgrund der grösseren Anzahl Neueingänge am Ende des Berichtsjahres mehr Fälle pendent (36, Vorjahr 25).
Die 2. Abteilung hatte im Berichtsjahr mit 75 Neueingängen (Vorjahr 118) einen ausgeprägten Rückgang zu verzeichnen. Dieser erstreckte sich mit Ausnahme der Beschwerden im Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, wo eine Zunahme der Fälle zu verzeichnen war (11, Vorjahr 7), über sämtliche Bereiche. Während sich die Fallzahlen bei den abgaberechtlichen (36, Vorjahr 69) und sozialversicherungsrechtlichen Verfahren ohne medizinische Fragestellung (7, Vorjahr 14) praktisch halbierten, fiel die Abnahme bei den strafrechtlichen Beschwerdefällen (20, Vorjahr 27) moderater aus. Weil zudem mehr Fälle erledigt wurden (126, Vorjahr 103), waren am Ende des Berichtsjahres lediglich noch 46 Verfahren (Vorjahr 97) pendent.
In der 3. Abteilung bewegte sich die Anzahl Neueingänge (29) ungefähr im Rahmen des Vorjahres (26). Weil die Erledigungen zurückgingen (31, Vorjahr 53), blieb die Anzahl Pendenzen mit 22 (Vorjahr 24) in etwa konstant. Der markante Rückgang der Fälle in der 3. Abteilung in den letzten beiden Jahren ist teilweise auf neue Abläufe innerhalb der IV-Stelle zurückzuführen. In komplexen Fällen wird frühzeitig der Rechtsdienst beigezogen und es werden die Fälle interdisziplinär besprochen. Beides führte zu einer Reduktion der Anzahl der Beschwerden.
In der 4. Abteilung gingen die Neueingänge im Berichtsjahr um rund 30 % zurück (32, Vorjahr 45) und auch die Erledigungen nahmen etwas ab (44, Vorjahr 51). Dies führte am Ende des Berichtsjahres zu einer deutlich tieferen Anzahl Pendenzen (23, Vorjahr 35). Inhaltlich blieb die Anzahl Beschwerden aus dem Gebiet Bau- und Raumplanungsrecht praktisch gleich (13, Vorjahr 14). Auch in den Bereichen Ausländerrecht (2, Vorjahr 3), politische Rechte (1, Vorjahr 3) und Strassenverkehr (2, Vorjahr 3) gab es – allerdings auf tiefem Niveau – nur geringfügige Veränderungen. Im öffentlichen Personalwesen war kein neuer Fall zu verzeichnen (Vorjahr 4).
Geschäftsgang der Einzelrichter
Bei den Einzelrichtern gingen im Berichtsjahr mit 166 (Vorjahr 148) rund 11 % mehr neue Fälle ein. Die Anzahl Erledigungen nahm mit 180 (Vorjahr 146) deutlich zu. Das hatte zur Folge, dass per Ende 2022 lediglich noch 20 (Vorjahr 34) Verfahren pendent waren.
— S. 17 —Geschäftsgang der Kommissionen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs: Die Zahl der Neueingänge ging im Berichtsjahr mit 14 (Vorjahr 24) um rund 40 % zurück. Die Erledigungen nahmen ungefähr im gleichen Umfang ab (17, Vorjahr 28). Per Ende 2022 waren noch 8 Verfahren pendent (Vorjahr 11). Alle Betreibungsämter sowie das Konkursamt des Kantons Appenzell Ausserrhoden wurden der gesetzlichen Inspektion unterzogen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Erhebung wie bereits im Vorjahr schriftlich durchgeführt.
Die Anwaltsaufsichtskommission hatte im Berichtsjahr 7 (Vorjahr: 11) Neueingänge zu verzeichnen. Erledigt wurden 7 Fälle (Vorjahr: 12). Am Ende des Berichtsjahres blieben 3 Fälle pendent.
Anwaltsprüfungskommission:
Im Berichtsjahr traten 4 Kandidaten und Kandidatinnen zu 4 schriftlichen und 1 mündlichen Prüfung an. 1 Kandidatin bestand beide Prüfungen und erhielt in der Folge das appenzell-ausserrhodische Anwaltspatent verliehen (Vorjahr 2).
— S. 18 —Entwicklung und Geschäftslast des
Gesamtobergerichts (mit Kommissionen)
Anzahl Fälle pro Jahr
500
400
300
200
100
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
196 (46 %)
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
61 (14 %) 50 (12 %) 59 (14%) 15 (3 %)
40 (9 %) 7 (2 %)
Total
428 81 %
— S. 19 —Entwicklung und Geschäftslast der
1. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
50
40
30
20
10
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2013
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
6 (26 %)
Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
8 (35%)
4 (17 %)
1 (4 %)
2 (9 %) 2 (9 %)
23 44 %
— S. 20 —Entwicklung und Geschäftslast der
2. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
150
120
90
60
30
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2013
41
52 33 28 55 30 48 82 9746–1 2 3 – – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
26 (21 %)
9 (7 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
32 (25 %)
36 (29 %)
18 (14 %)
2 (2 %) 3 (2 %)
126 67 %
— S. 21 —Entwicklung und Geschäftslast der
3. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
60
50
40
30
20
10
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2013
1 – 1 1 1 – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
8 (26 %)
4 (13 %)
Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
7 (22%)
4 (13 %) 4 (13 %) 4 (13 %)
31 65 %
— S. 22 —Entwicklung und Geschäftslast der
4. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
60
50
40
30
20
10
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2013
40
49 33 22 34 48 47 33 514451
31 22 33 41 29 34 41 3523–– – 1 – 1 – –
–4 – – – – 1 –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
2 (5 %)
4 (9 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
20 (45 %)
11 (25 %)
6 (14 %) 1 (2 %)
44 84 %
— S. 23 —Entwicklung und Geschäftslast der
Einzelrichter des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
250
200
150
100
50
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2013
–1 – 1 – – – – 1 – – – – 1 2 –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
139 (76 %)
21 (12 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
8 (5 %) 5 (3 %) 5 (3 %) 2 (1 %)
180 96 %
— S. 24 —Bereich Verwaltungsrecht
Art der Erledigung nach Vorinstanz
1Regierungsrat gutgeheissen – –
1teilweise gutgeheissen
5abgewiesen
2nicht eingetreten/abschreiben – –
9Total
2Departemente gutgeheissen
4teilweise gutgeheissen
21abgewiesen
10nicht eingetreten/abschreiben
37Total
4
Steuerverwaltung gutgeheissen
4teilweise gutgeheissen –
6abgewiesen
13nicht eingetreten/abschreiben
23Total
Assekuranz gutgeheissen – – – –
1teilweise gutgeheissen – – –
1abgewiesen – – –
1nicht eingetreten/abschreiben – – –
1Total – –
2Ausgleichskasse gutgeheissen – – –
1teilweise gutgeheissen –
1abgewiesen
3nicht eingetreten/abschreiben –
4Total
9IV-Stelle gutgeheissen
7teilweise gutgeheissen –
16abgewiesen
9nicht eingetreten/abschreiben
41Total
— S. 25 —Krankenversicherer
Unfallversicherer
Arbeitslosenkasse /Arbeitsamt
Personalvorsorgeeinrichtungen
KESB
Übrige
Total
gutgeheissen – – – –
2teilweise gutgeheissen – –
1abgewiesen –
2nicht eingetreten/abschreiben – –
3Total
1gutgeheissen
1teilweise gutgeheissen
3abgewiesen
1nicht eingetreten/abschreiben –
6Total
1gutgeheissen –
1teilweise gutgeheissen – – –
1abgewiesen –
1nicht eingetreten/abschreiben
3Total
1gutgeheissen – – –
1teilweise gutgeheissen – – –
1abgewiesen – – –
1
2
5gutgeheissen
2teilweise gutgeheissen – – –
5
9
19
abgewiesen nicht eingetreten/abschreiben Total gutgeheissen 22 32 3424teilweise gutgeheissen 16 26 3423Rechtsgebiete der von den Abteilungen im Verwaltungsrecht erledigten Verfahren
Direkte Bundessteuer
Staats- und Gemeindesteuer
Militärpflichtersatz
Übrige Steuern und Abgaben
Amtliche Grundstückschätzungen Übriges Steuerrecht
Alters- und Hinterlassenenversicherung Invalidenversicherung
Ergänzungsleistungen
Berufliche Vorsorge
Krankenversicherung
Unfallversicherung
Arbeitslosenversicherung
Militärversicherung / EO
Übriges Sozialversicherungsrecht Bau- und Raumplanungsrecht
Strassenbau und übrige Verkehrsanlagen Umwelt- und Gewässerschutz
Ausländerrecht
Politische Rechte
Öffentliches Personalrecht
Gemeinderecht
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Übriges ZGB, OR, EG zum ZGB
Denkmalpflege, Natur- und Heimatschutz Strassenverkehr und übriges Verkehrsrecht Sozialhilfe
Landwirtschaft, bäuerliches Bodenrecht Wald- und Forstwesen
Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistung
Rechtsgebiete der von den Einzelrichtern im Verwaltungsrecht erledigten Verfahren
9
Vermögensrechtliche Streitigkeiten bis 15 Fürsorgerische Unterbringung 000 Franken 11 41219
25 3223Haft im Ausländerrecht 10 5 36Entwicklung und Geschäftslast der
Aufsichtskommission für Schuldbetreibung
und Konkurs
pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
30
25
20
15
5
erledigt 2793pendent per 31. Dezember 3 –
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr2015Beschwerden ans Bundesgericht – erledigte Beschwerden – abgewiesen / nicht eingetreten – teilweise gutgeheissen – gutgeheissen –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate 9 Monate
9 (52 %)
4 (24 %) 4 (24 %)
Total
17
–– – 1 2 1 –
–– – 1 2 1 –
–– – – – – –
–– – – – – –
12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
100 %
— S. 29 —Entwicklung und Geschäftslast der Anwaltsaufsichtskommission
Anzahl Fälle pro Jahr
15
12
9
6
3
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2015
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate
4 (57 %)
Total
6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
2 (29 %)
1 (14 %)
7 71 %
— S. 31 —Kantonsgericht
Geschäftsbericht 2022 des Obergerichts des Kantons AR | Kantonsgericht31— S. 32 —Struktur des Kantonsgerichts
Kantonsgericht
Gesamtgericht Präsidium / Vizepräsidien
–Zivilrecht – Zivilrecht
–Strafrecht – Strafrecht
–Zivilrecht – Zivilrecht – Jugend-
strafrecht
–Strafrecht – Strafrecht
— S. 33 —Zusammensetzung des Kantonsgerichts
Das Kantonsgericht setzte sich am 1. Juni 2022 wie folgt zusammen:
1. Abteilung
Zivil- und Strafrecht, ganzer Kanton
Pius Gebert, Vorsitzender
Verena Aemisegger-Lutz, stv. Vorsitzende Barbara Büchler
Claude Eugster
Martin Rentsch
2. Abteilung
Zivil- und Strafrecht, ganzer Kanton
Caroline Nordin, Vorsitzende
Gabriela Cavelti-Zumbühl, stv. Vorsitzende Angelina Manser
Martin Rentsch
Tino Walser
3. Abteilung
Zivil- und Strafrecht, ganzer Kanton
Zulema Rickenbacher, Vorsitzende
Verena Aemisegger-Lutz, stv. Vorsitzende Adolf Alpiger
Tilla Jacomet
Regula Weisser Blaser
Jugendgericht
Pius Gebert, Vorsitzender
Barbara Büchler, stv. Vorsitzende
Claude Eugster
Einzelrichter und Einzelrichterinnen
Pius Gebert
Caroline Nordin
Zulema Rickenbacher
Stellvertreter/innen der Einzelrichter/innen Barbara Büchler
Claude Eugster
Martin Rentsch
Mitarbeitende
Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber Beatrice Badilatti (50 %)
Gabriela Frehner (50 %)
Stefan Marti (50 %)
Eveline Trost (60 %)
Daniela Uffer-Dörig (40 %)
Stefan von Aarburg (80 %)
Pietro Maj (100 %)
Kanzlei
Rebecca Benz-Koller (60 %)
Beatrice Kieninger (70 %)
Sarah Metzger (100 %)
Irene Wüst-Graf (85 %)
Fabienne Ziegler (80 %)
— S. 34 —Personelles
Das Berichtsjahr 2022 war von personellen Änderungen geprägt. Zulema Rickenbacher präsidierte ab Januar 2022 die dritte Abteilung des Kantonsgerichts; ausserdem stand sie als Einzelrichterin im Einsatz, nachdem beide Funktionen im Vorjahr aufgrund der Wahl von Manuel Hüsser an das Obergericht für die Zeitspanne von sieben Monaten vakant geblieben waren. Auf Ende Mai 2022 verliess Nadja Bänziger das Kantonsgericht, an welchem sie seit Juni 2019 als nebenamtliche Richterin in der 1. Abteilung, als Jugendrichterin sowie stellvertretende Einzelrichterin gewirkt hatte. Als deren Nachfolger wurde Claude Eugster bestimmt, welcher die neuen Aufgaben ab Juni 2022 übernahm. Claude Eugster ist 41 Jahre alt, verheiratet, Vater zweier Töchter und bei der Kantonspolizei St. Gallen in leitender Funktion tätig.
Auch bei den Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreibern kam es im Berichtsjahr zu Veränderungen: So kehrten im ersten respektive zweiten Quartal des Berichtsjahrs sowohl Daniela Uffer-Dörig als auch Eveline Trost aus den jeweiligen Mutterschaftsurlauben mit reduzierten Pensa zurück. Nicole Gönitzer, welche als deren Stellvertreterin gearbeitet hatte, verliess per Ende Mai 2022 das Kantonsgericht. Mitte August 2022 wechselte Beatrice Badilatti als Gerichtsschreiberin an das Obergericht; als deren Nachfolger konnte Stefan Marti gewonnen werden. Schliesslich war Daniela Uffer-Dörig ab Oktober 2022 erneut für mehrere Monate an der Arbeit verhindert, welche Vakanz mit der befristeten Anstellung von David Inauen aufgefangen werden konnte.
Bei den Kanzlistinnen waren im Berichtsjahr keine personellen Wechsel zu verzeichnen.
Organisatorisches
Weil Zulema Rickenbacher ihren Vorgänger in allen Spruchkörpern ersetzte, blieben die Zuständigkeitsbereiche im Berichtsjahr sowohl mit Blick auf die Abteilungen als auch bezüglich der Einzelrichter/innen unverändert.
In den ersten beiden Monaten des Berichtsjahres führte auch das Kantonsgericht auf Empfehlung das (repetitive) Sars-CoV-2-Testen am Arbeitsplatz ein, wobei sich rund drei Viertel der Belegschaft der freiwilligen Testung unterzog. Mit der Aufhebung sämtlicher Corona-Massnahmen wurden auch die in den Gerichtssälen geltenden besonderen Vorschriften wieder abgeschafft, womit sich der Gerichtsbetrieb ab dem zweiten Quartal des Berichtsjahres normalisierte.
Namentlich im vierten Quartal des Berichtsjahres nahmen verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Weiterbildungsveranstaltungen aus den Bereichen Recht sowie elektronische Datenverarbeitung teil.
Infrastruktur
Aufgrund der personellen Wechsel und den teilweise damit einhergehenden zeitlichen Überschneidungen war der Bedarf an Räumlichkeiten auch im Berichtsjahr gross.
Die im Vorjahr pandemiebedingt teilweise zum Stillstand gekommene Auslieferung von elektronischen Arbeitsinstrumenten wurde im Berichtsjahr überwunden. So wurden im ersten Quartal in beiden Gerichtssälen für die Protokollierung von Verhandlungen neue Notebooks in Betrieb genommen.
Finanzielles
Die Ausgaben für amtliche Verteidigungen oder unentgeltliche Rechtsverbeiständungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 351 603 Franken (Vorjahr 568 666 Franken). Demgegenüber wurden in derselben Zeitspanne von Personen, welchen die amtliche Verteidigung oder die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde, 126 797 Franken an die Staatskasse zurückbezahlt. Obwohl die Rückzahlungen gegenüber dem Vorjahr (142 762 Franken) zurückgingen, waren 2022 – im mehrjährigen Vergleich – überdurchschnittlich hohe Zuflüsse zu verzeichnen.
— S. 35 —Übersicht
Obwohl das Kantonsgericht leicht weniger Eingänge verzeichnete und gleichzeitig etwas mehr Fälle erledigte, stieg die Zahl der per Ende 2022 pendenten Fälle auf 418 (Vorjahr 406); begründen lässt sich dies mit der höheren Anzahl Pendenzen zu Beginn des Berichtsjahres (406, Vorjahr 386). Dabei erledigte das Kantonsgericht rund vier Fünftel der Verfahren binnen einer Dauer von weniger als drei Monaten, was dem Wert aus dem Vorjahr entspricht. Nach Ablauf von 12 Monaten wurde im Berichtsjahr eine fast vollständige Erledigungsquote erreicht (96 %, Vorjahr 97 %).
Im Berichtsjahr wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr Entscheide des Kantonsgerichts angefochten. Gleichzeitig erledigte das Obergericht mehr Rechtsmittelverfahren als 2021, wobei festzustellen ist, dass rund ein Drittel der Rechtsmittel ganz oder in Teilen geschützt wurden. Im Umfang von rund zwei Dritteln bestätigte das Obergericht indessen die angefochtenen Entscheide des Kantonsgerichts vollständig, was der Quote im Vorjahr entspricht.
Geschäftsgang der Abteilungen und des Jugendgerichts
Die 1. Abteilung erledigte im Berichtsjahr leicht mehr Fälle als 2021. Während die Erledigungsquote in der 3. Abteilung unverändert blieb, sank die Zahl der abgeschlossenen Verfahren in der 2. Abteilung im Vergleich zum Vorjahr. Gleichwohl war die Geschäftslast in den drei Abteilungen per Ende 2022 aufgrund divergierender Pendenzen zu Beginn der Berichtsperiode sowie ungleich hoher Eingänge nahezu identisch.
Gemessen an den Erledigungen nach einer Verfahrensdauer von 12 Monaten blieben die Quoten in der 2. und
3.Abteilung im Vergleich zum Vorjahr konstant; in der
1.Abteilung verbesserte sich dieser Wert. Hervorzuheben ist indessen, dass in allen Abteilungen nach Ablauf von 24 Monaten mehr als vier Fünftel der hängigen Verfahren zu einem Abschluss gebracht werden konnten. Im Jugendstrafbereich verharrten die Fallzahlen auf dem (tiefen) Vorjahresniveau; indessen konnte im Berichtsjahr die Verfahrensdauer verkürzt werden.
Geschäftsgang der Einzelrichter/innen
Im Vergleich zum Vorjahr mussten etwas weniger Fälle neu zugewiesen werden; ausserdem wurden mehr Fälle erledigt. Weil jedoch gleichzeitig mehr Pendenzen aus dem Vorjahr übernommen werden mussten, war die Geschäftslast am Ende des Berichtsjahrs für die Einzelrichter/innen mit 376 hängigen Verfahren – wie der mehrjährige Vergleich zeigt – überdurchschnittlich hoch. Namentlich bei den Zwangsmassnahmenverfahren, welche regelmässig zeitnah zu erledigen sind, war im Berichtsjahr mit 78 Neueingängen eine markante Zunahme gegenüber dem Vorjahr (53) zu verzeichnen. Damit haben sich die Fallzahlen seit 2020, mithin binnen nur zweier Jahre, mehr als verdoppelt (33), womit sich der bei diesen Verfahren bereits im vergangenen Jahr festgestellte starke Zuwachs im Berichtsjahr unvermindert fortsetzte.
Gleichwohl erledigten die Einzelrichter/innen im Berichtsjahr vier Fünftel der Verfahren binnen einer Dauer von höchstens 3 Monaten; nach Ablauf von 12 Monaten war die Erledigungsquote beinahe vollständig (97 %). Damit blieb die Verfahrensdauer bei der einzelrichterlichen Tätigkeit im Vergleich zum Vorjahr konstant.
Im Berichtsjahr wurden mehr Entscheide der Einzelrichter/innen angefochten als im Vorjahr. Das Obergericht erledigte auch mehr Rechtsmittelverfahren als 2021. Dabei ist festzustellen, dass rund zwei Drittel der angefochtenen Entscheide von der Rechtsmittelinstanz vollständig bestätigt wurden, welche Quote in etwa dem Vorjahr entspricht.
— S. 36 —Entwicklung und Geschäftslast des
Gesamtkantonsgerichts
pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
2000
1500
1
1
Weiterzug ans Obergericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden / Berufungen ans Obergericht
erledigte Beschwerden / Berufungen
abgewiesen / nicht eingetreten
teilweise gutgeheissen
gutgeheissen
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
1 148 (79 %)
160 (11 %)
56 (4 %) Total
24 (2 %) 52 (3 %) 5 (0 %) 8 (1 %)
1 453 96 %
— S. 37 —Entwicklung und Geschäftslast der
1. Abteilung des Kantonsgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
80
70
60
50
40
30
20
10
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2015
2022
16
41 32 32 28 19 14 15 131912
54 58 52 25 9 9 10 91063 58 56 34 14 8 12 31314
32 32 28 19 14 15 13 1916Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate
3 (21 %)
2 (15 %) Total
6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
5 (35 %)
1 (7 %) 1 (7 %) 2 (15 %)
14 50 %
— S. 38 —Entwicklung und Geschäftslast der
2. Abteilung des Kantonsgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
60
50
40
30
20
10
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2013
40
40 45 29 21 11 14 14 1013Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
4 (58 %) 6 (45 %)
1 (14 %) Total
1 (14 %) 1 (14 %)
7 72 %
— S. 39 —Entwicklung und Geschäftslast der
3. Abteilung des Kantonsgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
80
70
60
50
40
30
20
10
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2015
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate
6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
3 (27 %) 3 (27 %)
2 (18 %) 2 (18 %)
1 (10 %) Total
11 55 %
— S. 40 —Entwicklung und Geschäftslast des
Jugendgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
3
2
1
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2013
1
3
3
1– 1 – – 1 – – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
2 (100 %)
Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
2 100 %
— S. 41 —Entwicklung und Geschäftslast der
Einzelrichter/innen des Kantonsgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
2000
1500
1000
500
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Obergericht
2013
1
1
210
erledigte Beschwerden / Berufungen
abgewiesen / nicht eingetreten teilweise gutgeheissen gutgeheissen 44 48 28 39 43 51 314834 39 24 30 35 40 2231Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
1 140 (80 %)
153 (11 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
55 (4 %) 20 (2 %) 43 (3 %) 3 (0 %) 5 (0 %)
1 419 97 %
— S. 43 —Schlichtungsbehörden
Geschäftsbericht 2022 des Obergerichts des Kantons AR | Schlichtungsbehörden43— S. 44 —Struktur der Schlichtungsbehörden
Schlichtungsstelle für Miete Schlichtungsstelle bei Diskri- und nichtlandwirtschaftliche minierung im Erwerbsleben Pacht Schlichtung von Streitigkeiten Schlichtung von Streitigkeiten aus Miete und Pacht von Wohn- nach dem Gleichstellungsgesetz und Geschäftsräumen
Vermittlerämter
Schlichtung von zivilprozessualen
Streitigkeiten
Kreis 1
Herisau
Hundwil
Schönengrund
Schwellbrunn
Stein
Waldstatt
Urnäsch
Kreis 2
Bühler
Gais
Speicher
Teufen
Trogen
Kreis 3
Grub
Heiden
Lutzenberg
Rehetobel
Reute
Wald
Walzenhausen
Wofhalden
— S. 45 —Zusammensetzung
der Schlichtungsbehörden
Die Schlichtungsbehörden setzten sich am 1. Juni 2022 wie folgt zusammen:
Schlichtungsstelle für Miete und nichtlandwirtschaftliche Pacht
Pascale Sigg-Bischof, Präsidentin
Ilir Selmanaj, stv. Präsident
Ruedi Aerni, Vermieter-Vertretung
Claudia Bachmann-Eugster, Mieter-Vertretung Martin Hofstetter, Vermieter-Vertretung Benno Keel, Mieter-Vertretung
Hansjörg Lampert, Mieter-Vertretung
Manuela Mutti, Vermieter-Vertretung
Schlichtungsstelle bei Diskriminierung im Erwerbsleben
Pascale Sigg-Bischof, Präsidentin
Ilir Selmanaj, stv. Präsident
Benno Keel, Arbeitgeber-Vertretung
Hansjörg Lampert, Arbeitnehmende-Vertretung Manuela Mutti, Arbeitnehmende-Vertretung Sara Saladin, Arbeitgeber-Vertretung
Paul Zähner, Arbeitgeber-Vertretung
Werner Rüegg, Arbeitnehmende-Vertretung
Mitarbeitende der Schlichtungsstellen
juristische Aktuarinnen
Jasmine Zorman, Leiterin (60 %)
Cornelia Lutz (10 %)
Sekretariat
Rahel Manser (30 %)
Vermittlerämter
Kreis 1
zuständig für die Gemeinden Herisau, Hundwil, Schönengrund, Schwellbrunn, Stein, Waldstatt, Urnäsch
Christian Rechsteiner
Kreis 2
zuständig für die Gemeinden Bühler, Gais, Speicher, Teufen, Trogen
Pascale Sigg-Bischof
Kreis 3
zuständig für die Gemeinden Grub, Heiden,
Lutzenberg, Rehetobel, Reute, Wald, Walzenhausen, Wolfhalden
Christian Hofmänner
— S. 46 —Personelles
Anlässlich der Kantonsratssitzung vom 28. März 2022 ist anstelle des zurückgetretenen Mitgliedes Zulema Rickenbacher (auf Ende Dezember 2021) Werner Rüegg in die Schlichtungsbehörde bei Diskriminierung im Erwerbsleben gewählt worden.
Das Sekretariat der Schlichtungsstellen wird seit 1. Juli 2022 neu von Yvette Bucher geführt. Das juristische Aktuariat mit insgesamt 70 Stellenprozenten war ab Juni 2022 aufgrund einer Vakanz während mehreren Monaten lediglich noch im Umfang von 60 % besetzt.
Organisatorisches
Die personellen Veränderungen bei den Schlichtungsstellen führten zu Pendenzen sowie längeren Verfahrensdauern. Telefonische und persönliche Beratungen mussten reduziert werden.
Infrastruktur
Keine Bemerkungen.
Finanzielles
Ausgelöst durch den angekündigten Rücktritt eines Vermittlers per Ende der Amtsperiode hat das Obergericht im Hinblick auf die mögliche Wahl einer Person für zwei Vermittlerkreise im Herbst 2022 beim Departement Inneres und Sicherheit eine Anpassung von Art. 3 Abs. 1 der kantonsrätlichen Besoldungsverordnung für die gerichtlichen Organe angeregt und dazu konkrete Vorschläge unterbreitet. Wegen der zeitlichen Dringlichkeit soll dieses Geschäft nicht mit der erheblich erklärten Motion der Kommission Inneres und Sicherheit für die Überarbeitung der Entschädigungen für die gerichtlichen Organe koordiniert, sondern vorgezogen und separat behandelt werden.
— S. 47 —Überblick
Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Neueingängen aller Schlichtungsbehörden mit insgesamt 285 (Vorjahr 329) einen leichten Rückgang. Die Erfolgsquote der zu schlichtenden Fälle liegt bei allen Schlichtungsbehörden weiterhin auf hohem Niveau.
Geschäftsgang der Schlichtungsstellen
Bei den beiden Schlichtungsstellen ist die Zahl der Neueingänge mit 87 (Vorjahr 84) praktisch unverändert geblieben, wobei bei der Schlichtungsstelle bei Diskriminierung im Erwerbsleben im Berichtsjahr keine neuen Fälle eingingen. 85 Fälle konnten erledigt werden. Von den erteilten Klagebewilligungen ist eine an den Einzelrichter des Kantonsgerichts weitergezogen worden.
Die Erfolgsquote bezüglich der Einigungen lag im Berichtsjahr bei hohen 73 %. Im gesamtschweizerischen Vergleich lag die Einigungsquote gemäss Medienmitteilung des Bundesamtes für Wohnungswesen BWO vom 14. Oktober 2022 für das 1. Semester 2022 bei 56 %.
Geschäftsgang der Vermittlerämter
Bei den 3 Vermittlerämtern sind die Neueingänge im Berichtsjahr insgesamt um einen Fünftel auf 198 gesunken. Der stärkste Rückgang betrifft das Vermittleramt Kreis 1. Erledigt wurden total 211 Fälle.
Der Grund für Verfahren von über einem Jahr Dauer liegt meist darin, dass der Abschluss anderer Verfahren, insbesondere von Konkursen, abgewartet werden muss.
Die Erfolgsquote der drei Vermittlerämter fiel mit 52 % gegenüber dem Vorjahr (59 %) etwas tiefer aus.
Von den erteilten Klagebewilligungen sind 64 an das Kantonsgericht weitergezogen worden.
— S. 48 —Entwicklung und Geschäftslast aller Schlichtungsbehörden
Anzahl Fälle pro Jahr
500
400
300
200
100
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2013
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate 242 (82 %)
36 (12 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
7 (2 %) 4 (1 %) 4 (1 %) 2 (1 %) 1 (1 %)
296 97 %
— S. 49 —Entwicklung und Geschäftslast der Schlichtungsstelle für Miete und nichtlandwirtschaftliche Pacht pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
120
100
80
60
9
pendent per 1. Januar 1114Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3Monate 6 Monate 9 Monate
63 (74 %)
20(24 %) 2 (2 %) Total
85
12Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
100 %
— S. 50 —Entwicklung und Geschäftslast der
Schlichtungsstelle bei Diskriminierung
im Erwerbsleben
Anzahl Fälle pro Jahr
1
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2013
–– – – – – – 1 – –
–– – – – – 1 – 1 –
–– – – – – – 1 1 –
–– – – – – 1 – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
Total
0
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
— S. 51 —Entwicklung und Geschäftslast aller 3 Vermittlerämter
Anzahl Fälle pro Jahr
350
300
250
200
150
100
50
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2015
2022
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 179 (85 %)
16 (8 %) Total
6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
5 (2 %) 4 (2 %) 4 (2 %) 2 (1 %) 1 (0 %)
211 97 %
— S. 52 —Entwicklung und Geschäftslast
Vermittleramt Kreis 1
pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
200
150
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
25 15 19 16 17 28 182825
15 19 16 17 28 18 28203Monate 6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
85 (84 %)
8(8 %) 5 (5 %) Total
2 (2 %) 1 (1 %)
101 99 %
— S. 53 —Entwicklung und Geschäftslast Vermittleramt Kreis 2
Anzahl Fälle pro Jahr
100
80
60
40
20
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2015
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate
44 (90 %)
6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
4 (8 %) 1 (2 %)
Total
49 98 %
— S. 54 —Entwicklung und Geschäftslast
Vermittleramt Kreis 3
Anzahl Fälle pro Jahr
100
80
60
40
20
0
2015
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2013
9
9 13 14 10 15 16 16 322269 52 66 75 69 44 91 635676
9
13 14 10 15 16 16 32 2217Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2022)
3 Monate 6 Monate
50 (82 %)
4 (6 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
2 (3 %) 3 (5 %) 1 (2 %) 1 (2 %)
61 91 %
— S. 55 —Impressum
Herausgeber
Obergericht des Kantons AR Gestaltung
Silvia Droz, Teufen
Druck
Druckerei Lutz AG, Speicher Auflage
130 Exemplare
PDF unter
www.ar.ch/gerichte/obergericht/geschaeftsberichte — S. 56 —Obergericht
Landsgemeindeplatz 7c
Fünfeckpalast
9043 Trogen
www.ar.ch/gerichte/obergericht