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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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Vorwort
Seit ihrer Entdeckung vor über 70 Jahren sind Antibiotika ein äusserst wichtiges Mittel bei der Behandlung bakterieller Infektionen bei Menschen und Tieren. Dank Antibiotika hat die Medizin wirksame Medikamente gegen bakterielle Erkrankungen zur Verfügung, mit dem Krankheiten wie Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen heilbar sind.
Mehr und mehr verlieren Antibiotika jedoch ihre Wirkung, da Bakterien dagegen resistent werden. Die Bildung von Resistenzen ist an sich ein natürlicher Anpassungsprozess. Durch übermässigen und unsachgemässen Einsatz von Antibiotika trägt der Mensch jedoch dazu bei, das Auftreten und die Verbreitung resistenter Bakterien zu beschleunigen. Es gehört zu den grossen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die Entstehung und Verbreitung solcher Resistenzen einzudämmen und die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Europäische Union räumen der Prävention und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen eine hohe Priorität ein. Zahlreiche Länder haben überdies Strategien entwickelt, um mit konkreten Massnahmen in den Bereichen Überwachung, Prävention und Bekämpfung, Zusammenarbeit und Forschung den Vormarsch der Antibiotikaresistenzen zu bremsen.
In der Schweiz wurde im Rahmen des nationalen Forschungsprogramms 49 im Zeitraum 2001 − 2006 eine Lagedarstellung zur Antibiotikaresistenz in der Humanmedizin, der Veterinärmedizin und der Umwelt vorgenommen. In der Folge wurden erste landesweite Überwachungssysteme aufgebaut und an Lösungen gearbeitet, um die Wirksamkeit von Antibiotika zu erhalten: Die bisherigen Bemühungen zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen reichen indes nicht aus. Mit einer ganzheitlich angelegten und vernetzten Strategie soll hier die notwendige Grundlage geschaffen werden für ein zielgerichtetes, national koordiniertes und themenübergreifendes Vorgehen. Der Bundesrat hat sich deshalb im Rahmen seiner gesundheitspolitischen Prioritäten (Gesundheit 2020) entschlossen, im Verbund mit den Kantonen und weiteren Partnern eine breit abgestützte nationale Strategie zu erarbeiten.
Die vorliegende Strategie ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit der zuständigen Bundesämter für Gesundheit, Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Landwirtschaft sowie Umwelt. Intensiv einbezogen wurden zudem die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und - direktoren, Fachgesellschaften, Expertengruppen, Industrie, Branchen und Verbände.
Die nationale Strategie will eine breite und nachhaltige Wirkung erzielen, indem Kräfte gebündelt und auf das gemeinsame Ziel ausgerichtet werden. Die Akteure in den Bereichen Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt sind gleichermassen gefordert, ihren Beitrag zur Erreichung der strategischen Ziele in den acht definierten Handlungsfeldern zu leisten.
Gemeinsam tragen wir die Verantwortung für die Erreichung der gesteckten Ziele, um die Wirksamkeit der Antibiotika zur Erhaltung der menschlichen und tierischen Gesundheit langfristig sicher zu stellen.