Checkliste Kapitalhilfegesuch (Rz 1012 KSBE)
Rundschreiben Nr. 166 · 27. April 2006 · IV
Aufgehoben
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BSV · RS 166 · Deutsch
Bundesamt für Sozialversicherung Effingerstrasse 33 Abteilung Invalidenversicherung 3003 Bern ___________________________________________________________________________
IV-Rundschreiben Nr. 166 vom 22. Dezember 2000
Checkliste Kapitalhilfegesuch
(Rz 1012 KSBE)
Im überarbeiteten und auf den 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Kreisschreiben über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art (KSBE) ist im Kapitel 10.1 Kapitalhilfen, Randziffer 1011 - 1013 die obligatorische Aktenunterbreitung der Kapitalhilfegesuche durch die IV-Stellen an das BSV beschrieben. Zur Erleichterung der Erstellung eines Abklärungsberichtes nach Rz 1012 hat das BSV eine Checkliste erarbeitet. Diese Checkliste ist so ausgestaltet, dass bei Vorliegen der entsprechenden Angaben bzw. Unterlagen die wesentlichen Informationsbedürfnisse für die definitive Gesuchsentscheidung erfüllt sind. Sie erhalten in der Beilage zu diesem Rundschreiben ein Exemplar dieser Checkliste zu Ihrer Verfügung.
Beilage: Checkliste für Kapitalhilfegesuch
Bundesamt für Sozialversicherung Effingerstrasse 33 Abteilung Invalidenversicherung 3003 Bern ___________________________________________________________________________
Checkliste für Kapitalhilfegesuch
1. Allgemeine Voraussetzungen:
• Invalidität nach Art. 4 IVG
• Wohnsitz in der Schweiz
• Versicherungsmässige Voraussetzungen nach Art. 6 IVG
• Notwendigkeit von Massnahmen zur beruflichen Eingliederung
• Notwendigkeit finanzieller Mittel der IV zur (Wieder-)Aufnahme, zum Ausbau einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, für die betriebliche Umstellung
• Selbstständige Erwerbstätigkeit nach AHVG (eigenes Risiko, Angestellte, eigene Räumlichkeiten, ...), ev. Bestätigung der Ausgleichskasse.
2. Personelle Kriterien:
2.1. Gesundheitliche Situation:
• Art der Invalidität (Beurteilung der Eingliederungsfähigkeit)
• Gesundheitlicher Verlauf und zukünftige Leistungsfähigkeit
• Selbstständige Erwerbstätigkeit als einfache und zweckmässige Eingliederungsmassnahme
• Aerztliche Stellungnahme zur Eignung des aktuellen Projektes
• Alternativen in unselbstständiger Tätigkeit
2.2. Fachliche Eignung für die Führung bzw. Weiterführung der selbstständigen Tätigkeit:
• Beruflicher Lebenslauf (Schulabschlüsse, Qualifikationen, Erfahrungen,
Weiterbildung)
• Spezifisches Projekt-Know-How
• Kaufmännisch-wirtschaftliches Denken
2.3. Finanzielle Situation:
• Steuerauszug mit Angabe der Vermögens- und Schuldenverhältnisse
• Auszug aus dem Betreibungsregister
• Bei bereits bestehenden Firmen: Jahresabschlüsse der letzten 1 - 3 Jahre
• Grundbuchauszug bei Liegenschaftsbesitz
• Lohn vor Eintritt der Invalidität und Lohnentwicklung in geplantem Projekt
2.4. Charakterliche Eignung für die Führung bzw. Weiterführung der selbstständigen Tätigkeit:
• Leistungsbereitschaft
• Selbstständigkeit, Zielstrebigkeit und Zuverlässigkeit
• Durchsetzungsvermögen
Bundesamt für Sozialversicherung Effingerstrasse 33 Abteilung Invalidenversicherung 3003 Bern ___________________________________________________________________________
• Führungsqualität
• Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit
3. Wirtschaftliche Kriterien
3.1. Projektbeschrieb/Unternehmungskonzept:
• Bezeichnung und Beschrieb des Produktes/der Dienstleistung (Qualität und Aussehen, Preis, Vertrieb, Werbung)
• Rechtsform der Unternehmung
• Datum der (vorgesehenen) Gründung / Eröffnung / Uebernahme
• Organisation (InhaberIn, Anzahl Mitarbeitende, organisatorische Abläufe, Arbeitspensen)
• Kopie von Verträgen (Liefer-, Miet-, Kauf-, Abzahlungs-, Pachtvertrag, Factoring, Leasing, Betriebsbewilligung)
• Standort (Ort / Lokalitäten)
• Welche Kundschaft soll angesprochen werden?
• Betriebsbudget einschliesslich Anteil Rückzahlung Kapitalhilfe für mindestens ein Geschäftsjahr
• Startkapital ohne IV-Beitrag
• Finanzierungskonzept (Investitionsbudget und Kapitalbedarfsplanung mit Angabe von Sicherheiten)
• Zielvorgabe mit Terminplanung (z.B. bis 2002 pro Tag 6 Beratungen)
3.2. Marktanalyse:
• Wie stehen die Chancen und Risiken für das Produkt / die Dienstleistung auf dem Markt (Trends/Entwicklungen, Kundschaft, Konkurrenz, wirtschaftliche / rechtliche / technische / ökologische / soziale Rahmenbedingungen)?
4. Beurteilung des Gesuchs
• Begründung des befürwortenden Antrags: Ist die Massnahme einfach und zweckmässig? Ist eine dauernde existenzsichernde Tätigkeit zu erwarten (Art. 7 Abs. 1 IVV)?
• Sind es einfache und zweckmässige Anschaffungen? Gibt es ev. günstigere Alternativen?
• Wie hoch ist der allfällige Anteil an Rationalisierung / Sanierung?
• Höhe und Arten der Kapitalhilfe und die Abzahlungsmodalitäten (= dem Gesuch beigelegter Verfügungsentwurf)