Progetto

Consultazione 2004/69: Assicurazione malattie: Finanziamento delle cure · 149 pagine

Fedlex · Progetto · Pagina 19Fedlex · Progetto

2.2 Entwicklung der Pflegekosten

Im Jahr 2001 flossen rund 6,5 Milliarden Franken in den Pflegebereich(Pflegeheime und Spitex). Im Vergleich mit dem Jahr 1995, in welchem der Pflegebereich

4,2 Milliarden Franken ausmachte,bedeutetdies eine Zunahmevon über 30 Pro-

zent. Nicht eingeschlossenist die unentgeltlicheHilfe für Pflegebedürftige,deren Wert für das Jahr 2002 auf 1,2 Milliarden Franken geschätztwird33und deren Integration in die Gesamtkosten eine deutliche Erhöhung (rund 20 Prozent) bewirken würde.

Tabelle 4: Entwicklung der Kosten im Pflegebereich

Pflege zu Hause Pflege Zunahme (Spitex: insgesamt

1995 4’206.9 702.3 4’909.2

4’429. 1 772.5 5’201.6 3.96%

1997 4’593.3 768.4 5’361.7 3.08% 1998 4’830.1 814.5 5’ 644.6

1999 4’935.2 848.4 5’738.6 1.67%

5’194.8 889.3 6’084.1 6.02% 5’ 578.9 935.8 6’514.7 7.07%

Que11e:Bundesamt für Statistik, Auswertung der in „Kosten des Gesundheitswesens“ erfassten Daten

Unter der Annahme, dass die vermuteteTendenz zu weniger unentgeltlicherPflege weitergeht,sowie unter Verwendung des Bevölkerungsszenarios „Trend“ des Bundesamts für Statistik, kann die künftige Entwicklung der Anzahl Pflegebedürftigen sowie der Pflegekosten hochgerechnet werden:

Die demografische Projektion lässt für die Periode 2000 bis 2020 eine Zunahme der Zahl der älteren Pflegebedürftigen von maximal einen Drittel ergeben34,

Eine Schätzung der Kosten des Pflegebereichs auf der Basis des Bevölkerungsszenarios ,,Trend“ sowie einer von 1995 bis 2000 beobachtetenZeitreihe für die nicht-demografiebedingtenFaktoren ergibt einen gesamten Kostenzuwachs von 83 Prozent im Zeitraum von 2000 bis 2020 und einen solchen von 208 Prozent von 2000 bis 2040. Dabei wird der demografiebedingteKostenzuwachs bedeutendtiefer eingeschätzt als der nicht demografiebedingte.

Die Hochrechnung bis ins Jahr 2040 zeigt die Grenzen der Aussagekraft dieser Schätzung auf. Der mechanistische Ansatz vermag weder der gesundheitspolitischen noch der medizinischen Entwicklung Rechnung zu tragen. So ist gemäss Höpflinger et al. anzunehmen, dass eine moderate Reduktion der Pflegebedürftigkeit - etwa aufgrund geriatrisch präventiver Programme oder vermehrter rehabilitativer Erfolge – den rein demografischen Effekt wesentlich abzuschwächen vermag. Gesundheitspolitische Entscheide dürften hingegen weniger die Kosten des Pflegebereichsbe-

33 Hans Schmid, Alfonso Sousa-Poza, Rolf Widmen Monetäre Bewertung der unbezahlten Arbeit, eine empirische Analyse für die Schweiz aufgrund der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung,Statistik der Schweiz, Neuchätel 2002 34 Frangois Höpflinger, Valërie Hugentobler, Pflegebedürftigkeit in der Schweiz, Bern 2003, S 44