Geschäftsbericht des Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden 2021
- Zeitschrift
- Geschäftsberichte (OG AR)
- Sprache
- Deutsch
1.Abteilung
Zivilrecht, strafrechtliche Berufungen und Revisionen
Walter Kobler, Vorsitzender
(in der Regel gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Susanne Rohner-Staubli, stv. Vorsitzende Bernhard Oberholzer
Hanspeter Blaser
Rolf Breu
2.Abteilung
Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht ohne medizinische Fragestellungen, strafrechtliche Beschwerden sowie Kindes- und Erwachsenenschutzrecht
Walter Kobler, Vorsitzender
(i.d.R. gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Marc Winiger, stv. Vorsitzender
Ralf Kläger
Meinrad Müller
Janine Lanker
3.Abteilung
Sozialversicherungsrecht mit medizinischen Fragestellungen
Walter Kobler, Vorsitzender
(i.d.R. gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Hans-Peter Fischer, stv. Vorsitzender Florian Windisch
Markus Schneider
Erwin Ganz
4.Abteilung
Bau- und Planungsrecht, übriges
Verwaltungsrecht
Walter Kobler, Vorsitzender
(i.d.R. gerade Fallnummern)
Manuel Hüsser, Vorsitzender
(i.d.R. ungerade Fallnummern)
Ernst Graf-Beutler, stv. Vorsitzender Patrik Louis
Daniela Cadosch Autolitano
Michèle Gasser Aebischer
Einzelrichter
Walter Kobler (i.d.R. gerade Fallnummern) Manuel Hüsser (i.d.R. ungerade Fallnummern)
Stellvertreter/innen der Einzelrichter
Zivil- und Strafrecht
Bernhard Oberholzer
Susanne Rohner-Staubli
Marc Winiger
Ralf Kläger
Verwaltungsrecht
Michèle Gasser Aebischer
Patrik Louis
Florian Windisch
Marc Winiger
— S. 13 —Kommissionen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs Walter Kobler, Präsident
Bernhard Oberholzer
Susanne Rohner-Staubli
Ersatzmitglieder
Manuel Hüsser
Hanspeter Blaser
Aufsichtskommission über die Rechtsanwälte Ernst Zingg, Rechtsanwalt, Präsident Susanne Rohner-Staubli
Piergiorgio Giuliani, Rechtsanwalt
Patrik Louis
Felix Ludwig, Rechtsanwalt
Ersatzmitglieder
Fidel Cavelti, Rechtsanwalt
Marc Winiger
Anwaltsprüfungskommission
Markus Joos, Rechtsanwalt, Präsident Ernst Zingg, Rechtsanwalt
Barbara Schittli, Obergerichtsschreiberin Bernhard Oberholzer
vakant
Ersatzmitglieder
Manuel Hüsser
Marc Winiger
Mitarbeitende
Gerichtsschreiber und Gerichtsschreiberinnen Monika Epprecht (50 %)
Marc Giger (70 %)
Daniel Hofmann (100 %)
Annika Mauerhofer (60 %)
Barbara Schittli (70 %)
Barbara Widmer (55 %)
Kanzlei
Rosa Maria Fardella (100 %)
Claudia Gasser-Rohner (80 %)
Cornelia Tanner-Schläpfer (50 %)
— S. 14 —Personelles
Nach 14 Jahren als Präsident ist Ernst Zingg altershalber zurückgetreten. Zum neuen Präsidenten wurde Walter Kobler, seit 2011 Vizepräsident des Obergerichts, gewählt. Zum neuen Oberrichter hat das Stimmvolk den bisherigen Vizepräsidenten des Kantonsgerichts, Manuel Hüsser, bestimmt. Vom Kantonsrat wurde er zudem als Vizepräsident des Obergerichts gewählt. Walter Kobler und Manuel Hüsser haben ihre neuen Aufgaben am 1. Juni 2021 übernommen. Ein Interregnum ist nicht entstanden.
11 Mitarbeitende in 8,35 Vollzeitstellen arbeiten für das Obergericht. Nebenamtlich sind 16 Richterinnen und Richter für das Gericht tätig.
Mit dem Budget 2022 hat der Kantonsrat der vom Obergericht beantragten Aufstockung der Gerichtsschreiberstellen um ein 50 % - Pensum zugestimmt.
Organisatorisches
In der Berichtsperiode erfolgten keine Änderungen der Zuständigkeitsbereiche der Abteilungen. Manuel Hüsser ersetzte Ernst Zingg in allen Spruchkörpern, ausser in der Anwaltsaufsichtskommission. Anstelle von Walter Kobler nahm Manuel Hüsser Einsitz in der Anwaltsprüfungskommission. Ansonsten blieb die Zusammensetzung der Abteilungen und Kommissionen unverändert.
Infrastruktur
Die Arbeiten am Projekt Justitia 4.0, der Einführung eines elektronischen Geschäftsdossiers für die Justiz, schreiten voran. Es wurden erste Aufträge zur Vergabe ausgeschrieben (und es wurden dagegen Beschwerden ans Bundesverwaltungsgericht erhoben!). Die Projektleitung rechnet bereits ab 2023 mit der Aufnahme erster Testbetriebe. Parallel dazu muss die gesetzliche Grundlage für die Plattform geschaffen werden. Es handelt sich dabei um das Bundesgesetz für die elektronische Kommunikation in der Justiz (BEKJ). Mit dem Inkrafttreten des BEKJ kann nach dem jetzigen Stand frühestens im Jahr 2026 gerechnet werden. Das BEKJ wird auch einen kantonalen Gesetzgebungsprozess auslösen.
Hinsichtlich des Ersatzes der in die Jahre gekommenen Version 3 der Geschäftskontrolle Tribuna gehen die Gerichte einen anderen Weg als die Staatsanwaltschaft. Diese hat sich für die Einführung der sich noch in der Entwicklung befindlichen Version 4 entschieden. Die ausserrhodischen Gerichtsbehörden stellen sich nicht als Erstanwender («Pilot») zur Verfügung und wollen die Praxistauglichkeit der Version 4 abwarten. Andere Kantone, die ebenfalls das Produkt «Tribuna» verwenden, haben die Ablösung des Geschäftsverwaltungssystems einer umfassenden Prüfung unterzogen. Die oberen kantonalen Gerichte der Kantone Basel-Landschaft, Luzern und Wallis haben dazu eine Studie erarbeiten lassen. Das Obergericht Appenzell Ausserrhoden ist im Gespräch mit den Leitungen der drei genannten Gerichte.
Finanzielles
Die Ausgaben für unentgeltliche Rechtsverbeiständungen und amtliche Verteidigungen gingen von 133 800 Franken im Jahr 2020 auf 75 600 Franken im Jahr 2021 zurück. Aus Rückforderungen von Geldern von Personen, welchen die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung oder die amtliche Verteidigung gewährt wurde, konnten im Berichtsjahr 33 600 Franken verbucht werden.
— S. 15 —Übersicht
In der Einleitung des vorliegenden Berichts wurde darauf hingewiesen, dass sich der Bericht nicht mehr an den Rechtsgebieten, sondern an den Spruchkörpern ausrichtet. Im Statistik-Teil wird deshalb die Struktur des Obergerichts abgebildet. Hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Zahlen ist zu bemerken, dass die Aufgabenverteilung in den vergangen 10 Jahren mehrfach geändert werden musste, weil entweder neue Aufgaben zu übernehmen waren (so im Jahr 2013 die Fälle aus dem Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes) oder eine ausgeglichenere Arbeitsbelastung erreicht werden sollte. In der Amtsperiode 2011 bis 2015 bestand eine 5. Abteilung, obwohl die Zahl der Richter nicht erhöht worden war. Dies hatte zur Folge, dass vier nebenamtliche Richter in zwei Abteilungen Einsitz nehmen mussten. Im vorliegenden Bericht erscheint diese Abteilung nicht, weil sie keine tatsächliche Entlastung darstellte. Die entsprechenden Fälle wurden nach Sachgebieten auf die anderen Abteilungen verteilt. Betroffen von Veränderungen waren nur die Abteilungen eins und zwei. Seit dem Kalenderjahr 2019 weisen auch diese beiden Abteilungen ihre heutigen Aufgabenbereiche auf. Bei der dritten und vierten Abteilung wurden die Zuständigkeiten in den vergangenen Jahren nicht verändert, weshalb volle Vergleichbarkeit besteht.
Geschäftsgang der Abteilungen
In der 1. Abteilung nahmen im Berichtsjahr sowohl die Neueingänge als auch die Erledigungen insgesamt leicht zu. Während die neu eingegangenen Straffälle (15) sich im Rahmen des Vorjahres (17) bewegten, gingen mehr zivilrechtliche Berufungen ein (5, Vorjahr 3).
Die 2. Abteilung hatte im Berichtsjahr dieselbe Anzahl Neueingänge zu verzeichnen wie im Vorjahr (118). Die Erledigungen konnten hingegen um gut 20 % gesteigert werden. Sowohl die steuerrechtlichen als auch die sozialversicherungsrechtlichen Verfahren ohne medizinische Fragestellungen nahmen mit 72 (Vorjahr 68) resp. 14 (Vorjahr 9) neuen Fällen zu, während die Beschwerden aus dem Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzrechtes mit 7 Neueingängen um rund 40 % zurückgingen (Vorjahr 12). Die Zahl der neu eingegangen strafrechtlichen Beschwerdefälle (27) sank gegenüber dem Vorjahr (32) um rund 15 %.
In der 3. Abteilung halbierte sich die Anzahl Neueingänge (26, Vorjahr 50). Weil die Erledigungen leicht zunahmen, waren die Pendenzen am Ende des Berichtsjahres um mehr als die Hälfte tiefer als im Vorjahr. Auf dem Gebiet der Unfallversicherung blieben die Zahlen mehr oder weniger stabil (10, Vorjahr 9). Hingegen gingen die Fallzahlen im Bereich der Invalidenversicherung gegenüber dem Vorjahr massiv zurück, ohne dass es dafür eine plausible Erklärung gibt (12, Vorjahr 38).
Die 4. Abteilung hatte gut 10 % mehr Neueingänge zu verzeichnen (45, Vorjahr 40). Weil im Berichtsjahr erheblich mehr Verfahren erledigt werden konnten, reduzierte sich die Anzahl Pendenzen Ende Jahr um rund 15 %. Inhaltlich gingen etwas weniger Beschwerden aus dem Bereich Bau- und Raumplanungsrecht ein (14, Vorjahr 18), dafür deutlich mehr aus dem übrigen Verwaltungsrecht (23, Vorjahr 12). Die Anzahl Neueingänge bei den politischen Rechten und dem Ausländerrecht blieb stabil.
Geschäftsgang der Einzelrichter
Bei den Einzelrichterfällen waren im Berichtsjahr 148 (Vorjahr 183) Neueingänge zu verzeichnen. 146 Fälle konnten erledigt werden. Die Zahl der per Ende 2021 pendenten Fälle bewegte sich im Rahmen des Vorjahres.
Geschäftsgang der Kommissionen
Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs: Die Zahl der Neueingänge verharrte im Berichtsjahr mit 24 auf dem hohen Vorjahresniveau. Hingegen hatte der Präsident der Aufsichtsbehörde deutlich weniger Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wirkung zu beurteilen. Entsprechend der höheren Anzahl Erledigungen blieben am Jahresende weniger Fälle pendent.
Die Anwaltsaufsichtskommission hatte im Berichtsjahr 11 (Vorjahr 9) Neueingänge zu verzeichnen. Erledigt wurden 12 Fälle. Die am Ende des Berichtsjahres pendenten Fälle blieben auf dem Niveau des Vorjahres.
Anwaltsprüfungskommission: Während im Vorjahr keine Anwaltsprüfungen durchzuführen waren, traten im Berichtsjahr 3 Kandidaten zu 4 schriftlichen und 2 mündlichen Prüfungen an. Eine Kandidatin und ein Kandidat bestanden beide Prüfungen und erhielten in der Folge das appenzell-ausserrhodische Anwaltspatent verliehen.
— S. 16 —Entwicklung und Geschäftslast des
Gesamtobergerichts (mit Kommissionen)
Anzahl Fälle pro Jahr
500
400
300
200
100
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
187 (46 %)
46 (11 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
89 (22%)
38 (9 %) 43 (11 %) 6 (1 %) 1 (0 %)
410 77 %
— S. 17 —Entwicklung und Geschäftslast der
1. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
50
40
30
20
10
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2012
–– – 1 – 1 – –
–– – 2 1 – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
5 (29 %)
1 (6 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
6 (35%)
3 (18 %)
1 (6 %) 1 (6 %)
17 47 %
— S. 18 —Entwicklung und Geschäftslast der
2. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
120
100
80
60
40
20
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2012
1 2 – – – – – –
–– 1 2 3 – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
29 (28 %)
15 (15 %)
Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
20 (20 %) 19 (18 %) 19 (18 %)
1 (1 %)
103 81 %
— S. 19 —Entwicklung und Geschäftslast der
3. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
60
50
40
30
20
10
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2012
2 1 – 1 1 1 – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
5 (9 %)
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
21 (40%)
15 (28 %)
10 (19 %)
1 (2 %) 1 (2 %)
Total
53 58 %
— S. 20 —Entwicklung und Geschäftslast der
4. Abteilung des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
60
50
40
30
20
10
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2012
29
40 51 31 22 33 41 29 344151 29 24 33 42 36 52 404540 49 33 22 34 48 47 335140
51 31 22 33 41 29 34 4135Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
5 (9 %)
7 (14 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
26 (51 %)
4 (8 %)
7 (14 %) 2 (4 %)
51 45 %
— S. 21 —Entwicklung und Geschäftslast der
Einzelrichter des Obergerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
250
200
150
100
50
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2012
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
123 (84 %)
15 (10 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
3 (2 %) 1 (1 %) 4 (3 %)
146 97 %
— S. 22 —Bereich Verwaltungsrecht
Art der Erledigung nach Vorinstanz
1Regierungsrat gutgeheissen – –
1teilweise gutgeheissen
2abgewiesen
5nicht eingetreten/abschreiben –
8Total
2Departemente gutgeheissen
3teilweise gutgeheissen
21abgewiesen
5nicht eingetreten/abschreiben
31Total
Steuerverwaltung gutgeheissen
7teilweise gutgeheissen –
7abgewiesen
21nicht eingetreten/abschreiben
39Total
Assekuranz gutgeheissen – – – –
1teilweise gutgeheissen – – –
abgewiesen – – – –
2nicht eingetreten/abschreiben – – –
2Total – –
1Ausgleichskasse gutgeheissen – – –
2teilweise gutgeheissen –
1abgewiesen
3nicht eingetreten/abschreiben
7Total
7IV-Stelle gutgeheissen
7teilweise gutgeheissen
10abgewiesen
9nicht eingetreten/abschreiben
33Total
— S. 23 —Krankenversicherer
Unfallversicherer
Arbeitslosenkasse / Kantonale Amtsstelle
Personalvorsorgeeinrichtungen
KESB
Übrige
Total
gutgeheissen – – – –
1teilweise gutgeheissen – –
2abgewiesen –
4nicht eingetreten/abschreiben –
7Total
1gutgeheissen –
1teilweise gutgeheissen
7abgewiesen
1nicht eingetreten/abschreiben –
8Total
1gutgeheissen –
1teilweise gutgeheissen – – –
3abgewiesen –
1nicht eingetreten/abschreiben
5Total
1gutgeheissen – – –
1teilweise gutgeheissen – – –
1abgewiesen – – –
1
1
1gutgeheissen
1teilweise gutgeheissen – – –
abgewiesen nicht eingetreten/abschreiben Total gutgeheissen 18 22 3234teilweise gutgeheissen 23 16 2634Rechtsgebiete der von den Abteilungen im Verwaltungsrecht erledigten Verfahren
Direkte Bundessteuer
Staats- und Gemeindesteuer
Militärpflichtersatz
Übrige Steuern und Abgaben
Amtliche Grundstückschätzungen Übriges Steuerrecht
Alters- und Hinterlassenenversicherung Invalidenversicherung
Ergänzungsleistungen
Berufliche Vorsorge
Krankenversicherung
Unfallversicherung
Arbeitslosenversicherung
Militärversicherung / EO
Übriges Sozialversicherungsrecht Bau- und Raumplanungsrecht
Strassenbau und übrige Verkehrsanlagen Umwelt- und Gewässerschutz
Ausländerrecht
Politische Rechte
Öffentliches Personalrecht
Gemeinderecht
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Übriges ZGB, OR, EG zum ZGB
Denkmalpflege, Natur- und Heimatschutz Strassenverkehr und übriges Verkehrsrecht Sozialhilfe
Landwirtschaft, bäuerliches Bodenrecht Wald- und Forstwesen
Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistung
Rechtsgebiete der von den Einzelrichtern im Verwaltungsrecht erledigten Verfahren
3
7
Aufschiebende Wirkung 7 6512
23
Fürsorgerische Unterbringung 18 25323
Haft im Ausländerrecht 10 1052
5
Massnahmen bei häuslicher Gewalt – 4 – – Schiedsgericht nach KVG und UVG 1 – 2 – Sicherstellung der Steuerforderung – 1 – – Übrige Verfahren 3 –5Entwicklung und Geschäftslast der
Aufsichtskommission für Schuldbetreibung
und Konkurs
Anzahl Fälle pro Jahr
30
25
20
15
10
5
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
erledigt
pendent per 31. Dezember
Weiterzug ans Bundesgericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden ans Bundesgericht
erledigte Beschwerden
abgewiesen / nicht eingetreten
2012
4
12 3 – 3 4 4 3 51527
18 6 8 9 17 11 10 242419
12
3 – 3 4 4 3 5 1511–– – – – – – –
–– – – – – – –
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
11 (39 %)
6 (22 %)
Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
11 (39 %)
28 61 %
— S. 27 —Entwicklung und Geschäftslast der Anwaltsaufsichtskommission
Anzahl Fälle pro Jahr
15
12
9
6
3
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2012
7
15 1 5 6 10 8 3 9117
14 2 4 5 10 6 4 812– 1 – 1 2 2 4 3 43Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
7 (58 %)
3 (25 %) Total
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
2 (17 %)
12 83 %
— S. 29 —Kantonsgericht
Geschäftsbericht 2021 des Obergerichts des Kantons AR | Kantonsgericht29— S. 30 —Struktur des Kantonsgerichts
Kantonsgericht
Gesamtgericht Präsidium / Vizepräsidien
–Zivilrecht – Zivilrecht
–Strafrecht – Strafrecht
–Zivilrecht – Zivilrecht – Jugend-
strafrecht
–Strafrecht – Strafrecht
— S. 31 —Zusammensetzung des Kantonsgerichts
Das Kantonsgericht setzte sich am 1. Juni 2021 wie folgt zusammen:
1. Abteilung
Zivil- und Strafrecht, ganzer Kanton
Pius Gebert, Vorsitzender
Verena Aemisegger-Lutz, stv. Vorsitzende Barbara Büchler
Nadja Koch
Martin Rentsch
2. Abteilung
Zivil- und Strafrecht, ganzer Kanton
Caroline Nordin, Vorsitzende
Gabriela Cavelti-Zumbühl, stv. Vorsitzende Angelina Manser
Martin Rentsch
Tino Walser
3. Abteilung
Zivil- und Strafrecht, ganzer Kanton
vakant
Verena Aemisegger-Lutz, stv. Vorsitzende Adolf Alpiger
Tilla Jacomet
Regula Weisser Blaser
Jugendgericht
Pius Gebert, Vorsitzender
Barbara Büchler, stv. Vorsitzende
Nadja Koch
Einzelrichter und Einzelrichterinnen
Pius Gebert
Caroline Nordin
vakant
Stellvertreter/innen der Einzelrichter/innen Barbara Büchler
Nadia Koch
Martin Rentsch
Mitarbeitende
Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber Beatrice Badilatti (50 %)
Gabriela Frehner (50 %)
Eveline Trost (100 %)
Daniela Uffer-Dörig (100 %)
Stefan von Aarburg (80 %)
Kanzlei
Rebecca Benz-Koller (60 %)
Beatrice Kieninger (70 %)
Yvonne Steiner (100 %)
Irene Wüst-Graf (85 %)
Fabienne Ziegler (80 %)
— S. 32 —Personelles
Das Berichtsjahr 2021 war – im Unterschied zum Vorjahr – von personellen Änderungen geprägt. Ende Mai 2021 verliess Manuel Hüsser infolge Wahl zum Oberrichter das Kantongericht, an welchem er seit 2011 als hauptamtlicher Richter gewirkt hatte; in der Folge war das Präsidium der dritten Abteilung vakant, weil Zulema Rickenbacher – die designierte Nachfolgerin von Manuel Hüsser – ihr Amt erst Anfang der nächsten Berichtsperiode angetreten hat. Die mehrmonatige Richtervakanz verursachte eine erhebliche Mehrbelastung bei den beiden verbleibenden vollamtlichen Richtern und teilweise beträchtliche Verfahrensverzögerungen. Das kantonale Recht lässt es nicht wie in anderen Kantonen zu, eine Richtervakanz durch den zeitnahen, aber zeitlich limitierten Einsatz von ausserordentlichen Ersatzrichtern aufzufangen. Dies führt bei einem längeren Ausfall eines vollamtlichen Richters sofort zu einer personell sehr schwierigen Situation am Gericht. Auch können in unserem Kanton nur schwerlich zusätzliche richterliche Ressourcen zur Bewältigung eines ausserordentlich grossen Straffalles bereitgestellt werden. Die gesetzlichen Grundlagen sind unzureichend, um auf den Eintritt solcher Situationen zu reagieren, und es besteht gesetzgeberischer Handlungsbedarf.
Daniela Uffer-Dörig gab Mitte des Berichtsjahres mit Blick auf die bevorstehende Mutterschaft ihre Funktion als Gesamtgerichtsschreiberin an Pietro Maj ab; indes wird sie als Gerichtsschreiberin mit einem reduzierten Pensum weiterhin für das Kantonsgericht tätig sein. Im Laufe des Berichtsjahres fiel auch Eveline Trost infolge Mutterschaft und unbezahlten Urlaubs während längerer Zeit als Gerichtsschreiberin aus; als Stellvertreterin trat Nicole Gönitzer in die Dienste des Kantonsgerichts ein.
Bei den Kanzlistinnen war ebenfalls ein personeller Wechsel zu verzeichnen, indem Yvonne Steiner Ende Oktober 2021 in den Ruhestand trat; als Nachfolgerin wurde Sarah Metzger bestimmt.
Organisatorisches
Die mit dem Austritt von Manuel Hüsser einhergehende richterliche Vakanz führte dazu, dass die von Mai bis zum Ende der Berichtsperiode in der dritten Abteilung eingeschriebenen Neuzugänge zu gleichen Teilen von der ersten und zweiten Abteilung bearbeitet werden mussten; gleichzeitig kam das Kantonsgericht nicht umhin, die drei nebenamtlichen Stellvertreter/innen der Einzelrichter aufzubieten, was wiederum zur Folge hatte, dass die Gerichtsschreiberinnen der dritten Abteilung verstärkt in die einzelrichterliche Verfahrensleitung eingebunden werden mussten.
Die aufgrund der Covid-19-Pandemie im Vorjahr weggefallenen respektive aufgeschobenen Weiterbildungen wurden im Berichtsjahr wiederaufgenommen; insbesondere kam es zu einer Neuauflage der traditionellerweise von den Gerichten der Kantone Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden gemeinsam abgehaltenen Weiterbildungsveranstaltung.
Infrastruktur
Auch in diesem Jahr war der Bedarf an grösseren Räumlichkeiten mit Blick auf die Abstandsvorschriften hoch; bezeichnenderweise verzeichnete der weiträumige Obergerichtssaal erneut eine sehr starke Auslastung.
Aufgrund von pandemiebedingten Engpässen bei den Lieferanten und Herstellern konnten in die Jahre gekommene elektronische Arbeitsinstrumente nicht ersetzt werden; gleichwohl wurde der Gerichtsbetrieb durch diesen Umstand zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt.
Finanzielles
Aus der Rückforderung von Geldern von Personen, welchen die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung oder die amtliche Verteidigung gewährt wurde, konnten im Berichtsjahr für das Kantonsgericht Eingänge von insgesamt 142 762 Franken verbucht werden. Auch wenn sich damit die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelten (69 777 Franken), kann nicht von einer Tendenz gesprochen werden, weil dieses überdurchschnittliche Ergebnis hauptsächlich auf eine einzelne, ausserordentlich hohe Rückzahlung zurückzuführen ist.
— S. 33 —Übersicht
Das Kantonsgericht verzeichnete im Berichtsjahr zwar weniger Eingänge als im Vorjahr, gleichwohl bewegte sich die Geschäftslast aufgrund der Zunahme der pendenten Fälle im Bereich der Vorperiode. Auch die Anzahl der erledigten Fälle entspricht ungefähr dem Vorjahr, womit 2021 im mehrjährigen Vergleich überdurchschnittlich viele Verfahren abgeschlossen werden konnten. Das Kantonsgericht erledigte im Berichtsjahr rund drei Viertel der Verfahren binnen einer Dauer von höchstens drei Monaten; eine fast vollständige Erledigungsquote (97 %) war indessen nach Ablauf von 12 Monaten zu verzeichnen.
Im Berichtsjahr wurden weniger Fälle vor das Obergericht gebracht als im Vorjahr; ebenso wurden weniger Rechtmittelverfahren erledigt. Indessen ist festzustellen, dass zwei Drittel der angefochtenen Entscheide des Kantonsgerichts vom Obergericht (vollständig) bestätigt wurden.
Geschäftsgang der Abteilungen und des Jugendgerichts
Mit Blick auf den Geschäftsgang in den Abteilungen ist vorauszuschicken, dass die Bearbeitung der Fälle der dritten Abteilung aufgrund der mehrmonatigen richterlichen Vakanz in Teilen von den beiden anderen Abteilungen übernommen werden musste. Gleichwohl wuchs die Geschäftslast im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr in allen drei Abteilungen, wenn auch unterschiedlich stark. Gleichzeitig verbesserte sich die Erledigungsquote, weshalb am Ende der Berichtsperiode in allen drei Abteilungen weniger pendente Fälle zu verzeichnen sind als im Vorjahr. Mit Blick auf den Zehnjahresvergleich ist zu erwähnen, dass bis 2016 alle Ehescheidungen bei den Abteilungen eingeschrieben wurden und eine allfällige spätere Erledigung durch den Einzelrichter nicht zu einer Umteilung führte. Ab 2017 wurden einvernehmliche Scheidungen nur noch bei den Einzelrichtern erfasst, was bei den Abteilungen einen merklichen Rückgang der Neueingänge ergab.
Im Jugendstrafbereich sind nach wie vor tiefe Fallzahlen festzustellen.
Geschäftsgang der Einzelrichter/innen
Im Vergleich zum Vorjahr mussten weniger Fälle den Einzelrichtern neu zugewiesen werden; weil jedoch gleichzeitig mehr Fälle aus dem Vorjahr übernommen werden mussten, blieb die Geschäftslast für die Einzelrichter im Berichtsjahr ähnlich hoch wie 2020. Zwar ging auch die Erledigungsquote gegenüber dem Vorjahr zurück, dennoch konnten im Berichtsjahr im mehrjährigen Vergleich überdurchschnittlich viele Verfahren zu Ende gebracht werden.
Die Einzelrichter erledigten im Berichtsjahr rund drei Viertel der Verfahren binnen einer Dauer von höchstens drei Monaten; nach Ablauf von 12 Monaten war auch bei der einzelrichterlichen Tätigkeit eine fast vollständige Erledigungsquote (97 %) festzustellen.
Im Berichtsjahr wurden weniger Entscheide der Einzelrichter vor das Obergericht gebracht als im Vorjahr; auch wurden weniger Rechtsmittelverfahren erledigt. Fast drei Viertel der angefochtenen einzelrichterlichen Entscheide bestätigte das Obergericht (vollständig), was in etwa den Quoten der Vorjahre entspricht.
— S. 34 —Entwicklung und Geschäftslast des
Gesamtkantonsgerichts
pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
2000
1500
1
1
Weiterzug ans Obergericht
Anzahl Fälle pro Jahr
Beschwerden / Berufungen ans Obergericht
erledigte Beschwerden / Berufungen
abgewiesen / nicht eingetreten
teilweise gutgeheissen
gutgeheissen
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
1 119 (77 %)
181 (12 %)
84 (6 %) Total
22 (2 %) 30 (2 %) 5 (0 %) 8 (1 %)
1 449 97 %
— S. 35 —Entwicklung und Geschäftslast der
1. Abteilung des Kantonsgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
80
70
60
50
40
30
20
10
0
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
2014
2021
19
38 41 32 32 28 19 14 151310
59 54 58 52 25 9 9 10956 63 58 56 34 14 8 12341 32 32 28 19 14 15 1319Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate
2 (15 %) 1 (8 %) Total
6 Monate 9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
6 (45 %)
1 (8 %) 1 (8 %) 1 (8 %) 1 (8 %)
13 39 %
— S. 36 —Entwicklung und Geschäftslast der 2. Abteilung des Kantonsgerichts
pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
60
50
40
30
51
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3Monate 6 Monate 9 Monate
7 (39 %)
3(17 %) 3 (17 %) Total
18
12Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
6 (45 %)
3 (17 %) 1 (5 %) 1 (5 %)
73 %
— S. 37 —Entwicklung und Geschäftslast der
3. Abteilung des Kantonsgerichts
Anzahl Fälle pro Jahr
80
70
60
50
40
30
20
10
0
2014
Anzahl Fälle pro Jahr
pendent per 1. Januar
eingegangen
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
3 Monate 6 Monate
9 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate > 36 Monate
3 (27 %) 3 (27 %)
1 (9 %) Total
2 (19 %)
1 (9 %) 1 (9 %)
11 55 %
— S. 38 —Entwicklung und Geschäftslast des Jugendgerichts
pendent per 1. Januar eingegangen erledigt pendent per 31. Dezember
Anzahl Fälle pro Jahr
3
Verfahrensdauer, Anzahl Geschäfte (2021)
1
3
3
1– 1 – – 1 – – –