Geschäftsbericht des Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden 2021
- Zeitschrift
- Geschäftsberichte (OG AR)
- Sprache
- Deutsch
Trogen, im Februar 2022
Sehr geehrte Frau Kantonsratspräsidentin
Sehr geehrte Damen und Herren Kantonsrätinnen und Kantonsräte
Wir lassen Ihnen den Geschäftsbericht für das Jahr 2021 zukommen mit der Bitte um Kenntnisnahme. Für das Vertrauen, das Sie der Justiz entgegengebracht haben, danken wir Ihnen.
Hochachtungsvoll
Der Obergerichtspräsident
Walter Kobler
— S. 5 —Inhaltsverzeichnis
Überblick6Obergericht910Struktur des Obergerichts
12Zusammensetzung des Obergerichts
14Allgemeines
15Geschäftsentwicklung
16Statistiken
Kantonsgericht2930Struktur des Kantonsgerichts
31Zusammensetzung des Kantonsgerichts
32Allgemeines
33Geschäftsentwicklung
34Statistiken
Schlichtungsbehörden4142Struktur der Schlichtungsbehörden
43Zusammensetzung der Schlichtungsbehörden
44Allgemeines
45Geschäftsentwicklung
46Statistiken — S. 6 —Wir freuen uns, Ihnen den sowohl formal als auch inhaltlich neu gestalteten Überblick Geschäftsbericht überreichen zu können. Bereits seit einiger Zeit bestand auf Seiten des Obergerichts ein gewisses Missbehagen bezüglich der bisherigen Darstellung der Tätigkeiten der Gerichtsbehörden. Mehrere Mitglieder des Kantonsrates haben zudem in den letzten Jahren anlässlich der Besprechungen der Rechenschaftsberichte der Justiz eine Modernisierung angeregt. Zusammen mit einer Grafikerin wurden die Anregungen weit möglichst umgesetzt. Äusserlich erkennbar sind die Änderung des Formats und der Einsatz von Farben, die jährlich wechseln werden. Die Struktur des Berichts wurde vereinfacht und folgt zunächst der Organisation der Gerichtsbehörden gemäss Justizgesetz, also der Dreiteilung Obergericht – Kantonsgericht – Schlichtungsbehörden. Die Berichte über die einzelnen Behörden weisen den gleichen Aufbau auf. Es erfolgte ein grundsätzlicher Wechsel der Ausrichtung weg von den Rechtsgebieten hin zu den Organisationseinheiten. Gemäss Art. 72 Abs. 1 Kantonsverfassung besteht der Auftrag des Kantonsrates in der Beaufsichtigung der Geschäftsführung der Gerichte. Diese ist bei einem Blick auf die Organisationseinheiten besser erkennbar als bei Betrachtung der Tätigkeiten in den verschiedenen Rechtsgebieten.
Der Entwurf des Obergerichts für einen neu gestalteten Geschäftsbericht wurde der Subkommission Justiz der Geschäftsprüfungskommission des Kantonsrates zur informellen Vorprüfung unterbreitet.
Es wurde bereits im letztjährigen Bericht darauf hingewiesen, dass die Betreibungsämter und das Konkursamt im Geschäftsbericht der Justiz nicht mehr aufgenommen werden.
Die Corona-Pandemie hat bei der Justiz zu gewissen Anpassungen der Abläufe geführt, nicht aber zu grundsätzlichen Problemen. Auch bei den Fallzahlen sind keine Veränderungen ersichtlich, die in Zusammenhang mit der Pandemie gebracht werden könnten.
Das Schweizer Stimmvolk hat am 28. November 2021 die Justizinitiative und damit einen neuen Wahlmodus für Richter abgelehnt. Demgegenüber schlägt die Verfassungskommission in ihrem Entwurf Veränderungen bei der Wahl der Richter vor, indem etwa solche Wahlen inskünftig von einer Fachkommission vorbereitet und die Oberrichter nicht mehr vom Volk, sondern vom Parlament gewählt werden sollen. Das jetzige Wahlprozedere jedenfalls kann zu Problemen führen. Es sei hierfür auf die nachfolgenden Bemerkungen des Kantonsgerichts verwiesen. Wünschbar wäre es, wenn das Obergericht – wie die oberen Gerichte anderer Kantone – die Kompetenz erhalten — S. 7 —würde, bei Vakanzen für eine befristete Zeit Ersatzmitglieder für die von ihm beaufsichtigten Gerichtsbehörden einzusetzen.
6Geschäftsbericht 2021 des Obergerichts des Kantons AR Geschäftsbericht 2021 des Obergerichts des Kantons AR
Inskünftig werden im Geschäftsbericht bei den jeweiligen Behörden im Abschnitt «Allgemeines» Hinweise auf Eckwerte etwa in personeller oder finanzieller Hinsicht erfolgen. Diese Informationen sollen einzelne Aspekte der Justizverwaltung beleuchten, ohne dass es sich dabei um Auffälligkeiten handelt. Auch an dieser Stelle folgt ein kurzer, zusammenfassender Blick auf die finanzielle Seite der Gerichtsbehörden.
Für alle Gerichtsbehörden schliesst die Rechnung 2021 mit einem Aufwand von insgesamt 5.434 Mio. Franken, einem Ertrag von 0.849 Mio. Franken und somit einem Netto-Ergebnis von 4.585 Mio. Franken ab. Letzterer Wert liegt um 0.165 Mio. Franken über demjenigen der Rechnung 2020. Mehraufwände entstanden insbesondere bei den Auslagen für Gutachten und den Entschädigungen für die unentgeltliche Rechtspflege. Die Netto-Investitionen für das Jahr 2021 von 36 000 Franken betrafen einerseits die Zahlungen für das elektronische Geschäftsdossier (Projekt Justitia 4.0) und andererseits ein Update für die Geschäftskontrolle Tribuna.
Bei den Gerichtsbehörden des Kantons Appenzell Ausserrhoden sind im vergangenen Jahr insgesamt 2192 Verfahren (Vorjahr 2331) neu eingegangen. Erledigt werden konnten 2194 Verfahren (Vorjahr 2214).
— S. 9 —Obergericht
Geschäftsbericht 2021 des Obergerichts des Kantons AR | Obergericht9— S. 10 —Struktur des Obergerichts
Obergericht
Gesamtgericht Präsidium / Vizepräsidium
Berufungen und Steuerrecht
Beschwerden gegen
Entscheide der Sozialversicherungs-Abteilungen des recht ohne medizini-Kantonsgerichts in sche Fragestellungen Sozialversicherungs-Bau- und
recht mit medizini-Planungsrecht
schen Fragestellungen
Ausländerrecht
übriges Verwaltungs-
Zivilsachen Beschwerden gegen recht
Berufungen gegen formelle Entscheide
materielle Entscheide der Staatsanwaltdes Kantonsgerichts schaft und des
in Strafsachen Kantonsgerichts in
Strafsachen
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht — S. 11 —Berufungen und Beschwerden gegen Beschwerden gegen Verfügungen der Entscheide der Betreibungsämter und Einzelrichter des des Konkursamtes Kantonsgerichts in
Zivilsachen
Beschwerden gegen
Zwangsmassnahmen
in Strafsachen
Beschwerden gegen
Zwangsmassnahmen
in Ausländersachen
Beschwerden gegen
Entscheide über
fürsorgerische
Unterbringung
Beschwerden gegen
Submissionsent-
scheide
Führung des Durchführung von Anwaltsregisters Anwaltsprüfungen
Aufsichts- und
Disziplinartätigkeit
— S. 12 —Zusammensetzung des Obergerichts
Das Obergericht setzte sich am 1. Juni 2021 wie folgt zusammen: