Vorlage
Vernehmlassung 1997/8: Alpenschutzartikel · 80 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 33Fedlex · Vorlage
Umsetzung des Alpenschutzartikels, Vernehmlassung Seite 32
die Führung längerer Züge über die Bergstrecke gelingt, lässt sich diese Kapazität auf maximal rund 685 ’ 000 Vertadeptätze pro Jahr erhöhen. Dies entspricht bei einer Auslastung der Verladeplätze von 70 Prozent rund 480’000 verlagerten Schwerverkehrs-
fahrzeugen.32)Ein solcher Ausbau wäre indessen mit namhaftenInvestitionen von
mehrerenHundert Millionen Franken verbunden. Im Falle der vorgesehenenRealisierung des Lötschberg-Basistunnels wäre ein solcher Mitteleinsatz kaum zu rechtfertigen.
Mit der Einführung eines ersten Teils der LSVA und der ATA voraussichtlichim Jahre
2001 werden zusätzliche Impulsefür die Verlagerung des alpenquerendenGüterverkehrs von der Strasse auf die Schiene geschaffen. Aufgrund vorläufiger Schätzungen kann davon
ausgegangenwerden, dass diese Abgabengenügen,um die vor Inbetriebnahme der
NE AT vorhandene Kapazität der RollendenAutobahn auszulasten.
234 Bahnangebot für den Binnen-, Import- und Exportverkehr
Die Bereitstellung eines attraktiven und kostengünstigen Bahnangebots für den Import-, Export- und Binnenverkehr ist wesentlich schwieriger, als dies him Transitverkehr der Fall ist. Hauptgründe sind die kürzeren Transportdistanzen des Binnenverkehrs, eine geringereKonzentration der Güterströme und der grössere Einfluss von Wartezeiten tEim Verlad für kurze Transportdistanzen.
Zur Verlagerung des Import-, Export- und Binnenverkehrs werden seitens des Bundes und
der Bahnen bereits heute verschiedeneMassnahmen verfolgt (vgl. Kap. 232.2), zum
Beispiel generelle Produktivitätssteigerungen des Schienengüterverkehrs, aktive Tarifgestaltungen, der Erhalt bestehender Anschlussgleise und die Unterstützung der verladenden Wirtschaft bei der Erarbeitung von auf den Bahngüterverkehr abgestimmtenLogistikkonzepten
Zudem werden die Marktchancenalternativer Transporttechnikenwie beispielsweise der Kombi-Trailer umfassend beurteilt. Wesentlich ist, dass mit der Einführung der A:fA und
der LSVA in Evatutationstehendeneue Angebots-und Betriebskonzepteim Binnen- und Import-/ExportverkehrzusätzLicheMarktchancenerhalten. Zur Zeit
werden durch private Operateure und unter Begleitung des Bundesamtes für Verkehr die Marktchancen und betrieblichen Voraussetzungen eines unbegleiteten kombinierten Verkehrsangebots auf der Nord-Süd- und der West-Ost-Achse untersucht. Im Vordergrund steht die Abklärung der Bündelung regelmässiger Güterströme zwischen relevanten Wirtschafts- und Konsumzentrenunter den neuen Voraussetzungen. In einer Anfangsphase sollen nach den gegenwärtigenVorstellungen werktäglich Güterlinienzüge in der Zeit des strassenseitigenNachtfahrverbots verkehren. Konkretere Ergebnisse werden Ende 1997 erwartet.
32 SBB/BLS: "Künftiges Angebotder rollendenStrasse - Möglichkeiten und Grenzen". Bericht im Auftrag des Vorstehers EVED. Bern, 16. Januar 1997.