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Vernehmlassung 1997/8: Alpenschutzartikel · 80 Seiten
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Umsetzung des Alpenschutzartikels, Vernehmlassung Seite 8
13 Umsetzungskonzept im Überblick
131 Anforderungen an das Umsetzungskonzept
Der Nord-Süd-Transitgüterverkehr hat drei grundsätzliche Möglichkeiten, die Alpen zu queren :
Auf der Strasse durch die Schweiz;
mit der Bahn (v.d. im kombiniertenVerkehr);
auf den strassenseitjgen Umfahrunqsroutenüber die französischen und österreichischen Alpenübergänge.
Bei einer rein zahlenmässigen Beschränkung des alpenquerenden Schwerverkehrs (Kontingentierung) ohne attraktive Bahnalternative würde der alpenquerendeTransitgüter-
verkehr zum grössten Teil auf die strassenseitigenUmfahrungsrouten(Brenner, Mont
Blanc, Frëjus) ausweichen. Diese "Sankt Florians-Politik" ist nicht nur aus aussenpolitischen, sondern auch aus ökologis.chenGründen kein gangbarerWeg. Die Umsetzungsstrategie soll deshalb nicht zrr zusätzlichem Um\v e g verkehr führen.
Zudemsoll die Umsetzungsstrategiezwar zu einer Entlastungdes Alpenraumesvor den
negativenAuswirkungen des Schwerverkehrs führen, nicht aber zu einer Unterbindung des alpenquerenden Handels und der wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der südlichen
Landesteile.Die wirtschaftlichen und regionalen Nachteile sind gering zu halten.
Die übermässigenBelastungen sind zu kompensieren.
132 "Pull und Push"-Konzept als Lösung
132.1 Das Grundprinzip der UmsetzrIngsstrategie
Zur Erfüllung der oben genanntenAnforderungen setzt die Umsetzungsstrategiegleichzeitig strassen- und bahnseitigan. Bahnseitig geht es um ein im Vergleich zu heute wesentlich
teistungsfähigeres und effizienteres Angebot, das attraktiver ist als die strassen-
seitige Umfahr ung der SchweIz. Damit wird garantiert, dass der zu verlagernde Schwerverkehr effektiv auf die Bahn umsteigt und nicht auf die Umfahrungsrouten
ausweicht.Zudem wird auch der bestehendeUmwegverkehrzu rund drei Viertel auf die
Schweizer Bahnen rückverlagert. ("Pull“ = Verkehr auf die Bahn ziehen).
Strassenseitig geht es um eine Erhöhung der Abgaben auf den im Vergleich zu den
französischen und österreichischen Alpenpassagen heute sehr billigen Routen durch die Schweiz. Mit der Einführung der leistungsabhängigen Sch\verve rkehr s abgabe und
einer zusätzlichenAbgabe an den Alpenilbergängen (AlpentransitabgabeATA) wird für
den grössten Teil des Transitschwerverkehrs das leistungsfähige und kostengünstige
Bahnangebotattraktiverals die Strasse durch die Schweiz ("Push" = Verkehr von der Strasse stossen). Abb. 1 fasst das Prinzipder Umsetzungsstrategieausgedrücktin Kosten
zusarnrnen .