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Vernehmlassung 1997/8: Alpenschutzartikel · 80 Seiten
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Umsetzung des Alpenschutzartikels, Vernehmlassung Seite 20
222 Künftige Verkehrsentwicklung im Falle eines Verzichts auf die Umsetzung des Alperlschutzartikels
222.1 Vorbemerkungen
Mit der Erhebung der leistungsabhängigenSctlwerverkehrsabgabe, den anstehenden Bahninfrastrukturmassnahme.n(NEAT, BAHN 2000), der Bahnreform, der möglichen Einführung der 40-Tonnen-Gewichtslimite sowie den Entwicklungen in der europäischen Verkehrspolitik stehen grundlegendeÄnderungen in den verkehrspolitischer1Rahmenbedingungen an. Unter diesen Umständen ist es sehr schwierig, die Entwicklung des alpenquerenden Schwerverkehrs abzuschätzen.Bestenfalls kann eine möglicheRichtung aufgezeigt werden
Grundlage für die durch das B AV vorgenommenen Schätzungen bildet eine aktuelle Prognose des St. Galler Zentrums für Zukunftsforschung14). Laut dieser Studie wird der gesamte alpenquerende Güterverkehr in der Schweiz von heute 25 Millionen Tonnen
(Strasse und Schienezusammen)bis zum Jahr 2015 auf ein Potentialvon 50 bis 60
Millionen Tonnen anwachsen. Im Wert für das Jahr 2015 ist der heute noch stattfindende
Umwegverkehr über Frankreich und Österreich mit berücksichtigt.
Für die Umsetzung des Alperlschutzartikelsinteressiert die Entwicklung des alpenquerenden Strassengüterverkehrs. Dieser wurde in der oben genanntenStudie ebenfalls prognosti-
ziert. Die zu Grunde gelegtenverkehrspolitischenRahmenbedingungenhabensich aber in
der Zwischenzeit in bezug auf die Einführung der LSVA und die etwas verzögerte Realisierung der NEAT geändert, so dass die Aufteilung der prognostizierten Gütermengen
auf die VerkehrsträgerSchieneund Strasse neu geschätztwerdenmuss. Hierfür wird
zunächst die Trendentwicklungdargestellt. Danach werden die Auswirkungen verschiedener verkehrspolitischer Massnahmen aufgrund vorliegender Expertenstudien sowie Plausiblitätsannahmen berücksichtigt. Die zugrunde gelegten Annahmen sind in Anhang 2 dargelegt.
222.2 Verkehrsentwickltlng bei Fortführung des heutigen verkehrspolitischen Instrumentariums
In den letztenzehn Jahren hat die Bahn im alpenquerendenTransitgüterverkehrdurch die Schweiz pro Jahr durchschnittlich 1 Prozent Marktanteile verloren. Würde diese Trendentwick:lung in Zukunft fortbestehen, so müsste mit einer knappen Verdreifachung des
alpenquerendenTransitgüterverkehrsauf der Strasse von heute530’000Fahrten( Jahr
1995) auf rund 1,5 Millionen Schwerverkehrsfahrten im Jahr 2015 gerechnet werden.
14 "Perspektivendes alpenquerendenGüterverkehrs 1993 - 2015". Studie des St. Galler Zentrums für Zukunftsforschung im Auftrag des Dienstes für Gesamtverkehrsfragen des EVED und des Bundesamtes für Verkehr. Bern, Februar 1995.