Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2001/15: Revision des Obligationenrechts (Bezahlter Mutterschaftsurlaub) · 121 Seiten
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eingehend diskutiert. Nachhaltige Lösungsansätze können sich nicht damit begnügen, notwendige Anpassungen an diese soziodemographischen Trends vorzunehmen, vielmehr gilt es darüber hinaus auch Massnahmen zur Abbremsung dieser Entwicklung hin zur kinderlosen Gesellschaft zu ergreifen. Es muss uns allen ein zentrales Anliegen sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, in welchen erstens möglichst viele Frauen ihren Kinderwunsch realisieren und in welchen sich zweitens diese Kinder optimal entwickeln und entfalten können.
In diesem Sinne begrüssen die FDP Frauen Schweiz grundsätzlich den Vorstoss des Bundesrates zur Schliessung der Lohnlücke, wie sie Müttern während des achtwöchigen Arbeitsverbots (Art. 35a Abs. 3 ArG) nach Niederkunft erwachsen kann, als Schritt in die richtige Richtung. Dennoch lehnen die FDP Frauen Schweiz beide in der aktuellen Vernehmlassung unterbreiteten Varianten des Mutterschaftsurlaubs ab.
Die FDP Frauen Schweiz befürworten einen gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschaftsurlaub aus folgenden drei Gründen:
1. Mutterschaftsurlaub ist unabdingbar für den Schutz der physischen und psy-
chischen Gesundheit von Mutter und Kind.
Die grosse Bedeutung, welche den ersten Wochen nach der Geburt für die Erholung der Mutter, die Pflege des Neugeborenen sowie den Aufbau und die Festigung einer vertrauensvollen Mutter-Kind-Beziehung zukommt, wird heute allenthalben anerkannt. Bereits das im Arbeitsgesetz verankerte Arbeitsverbot (Art. 35a Abs. 3 ArG) für die ersten acht Wochen nach Niederkunft wurde unter diesem Schutzgedanken erlassen.
2. Mutterschaftsurlaub ist eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit
von Beruf und Familie.
Wie aus dem Mikrozensus Familie von 1994/95 des Bundesamtes für Statistik eindrücklich hervorgeht, ist für viele Frauen die schlechte Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie die Hauptursache für ihren Entscheid, ganz kinderlos zu bleiben oder weniger Kinder zu haben, als sie eigentlich wollten. So nannten 58% der befragten Frauen im gebärfähigen Alter die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Grund für ihren Verzicht auf (weitere) Kinder. Besonders markant ist dieser so bedingte Kinderverzicht bei Frauen mit höherer Schulbildung: Kinderlosigkeit ist unter Frauen mit einem Bildungsabschluss auf Tertiärniveau viermal weiter verbreitet als unter Frauen mit einem minimal bepackten Schulrucksack. Bestrebungen um eine Beibehaltung oder gar Erhöhung der Fertilitätsrate von Frauen kommen deshalb nicht umhin, ihr zentrales Augenmerk auf die Verbesserung der Kompatibilität von Berufs- und Familienleben zu richten. Hierbei stellt der Mutterschaftsurlaub eines der wirksamsten Instrumente dar. Verschiedene empirische Untersuchungen weisen einen positiven Zusammenhang zwischen Mutterschaftsurlaub und Erwerbstätigkeit von Müttern nach (Waldvogel, Higuchi & Abe, (1998); Macrae, Dex & Joshi, (1996); Meyers, Gornick & Ross (1999)). Durch einen ausgebauten Mutterschaftsurlaub wird es Frauen ermöglicht, ihrem Wunsch gemäss ihre Kinder in den ersten Wochen nach der Geburt selbst zu betreuen, ohne dafür ihre Anstellung kündigen zu müssen. Sie bleiben dadurch direkt mit dem Arbeitsmarkt verbunden und nehmen ihre Berufstätigkeit viel früher wieder auf, als Frauen, die ganz aus der Arbeitswelt ausgestiegen sind. Die längere Erwerbsunterbrechung von Müttern, die ihre Arbeitsstelle gekündet haben, ist nicht nur Ausdruck deren