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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten

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Zwischenbilanz der Reform

1.2.1.2.3 Fazit Ökologie

Die agrarökologischen Ziele in den Bereichen Phosphorbilanz, Pflanzenschutzmittel, Ammoniakemissionen, Nitrat und Beteiligung am ökologischen Leistungsnachweis bzw. Biolandbau wurden erreicht. Noch ungenügend ist das Ausmass an ökologischen Ausgleichsflächen im Talgebiet. Eine Ziellücke besteht zudem beim Stickstoffüberschuss.

In verschiedenen Regionen werden die Anforderungen bei den Emissionen von Ammoniak sowie der Abschwemmung und Auswaschung von Stoffen wie Nitrat, Phosphor und Pflanzenschutzmittel nicht erreicht. Verbesserungspotenziale bestehen bei der Steigerung der Effizienz der eingesetzten Produktionsmittel, im Wesentlichen bei der Verwendung der Hofdünger, aber auch beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Energie. Verschiedene Indizien bei den Einträgen von Schwermetallen und organischen Schadstoffen sowie bei Erosion und Unterbodenverdichtung deuten auf eine schleichende Verminderung der Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Böden hin. Diesbezüglich besteht jedoch keine verlässliche Datengrundlage.

1.2.1.3 Soziales

Zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft aus einer sozialen Perspektive wird dargestellt, wie sich die Einkommensdisparitäten zwischen der Landwirtschaft und der übrigen Wirtschaft sowie innerhalb der Landwirtschaft entwickelt haben (Gerechtigkeit). Im weiteren wird die Entwicklung der Strukturen und der Nachfolgesituation in der Landwirtschaft dargestellt (Humankapital). Schliesslich werden auch Ergebnisse aus der qualitativen Sozialberichterstattung vorgestellt.

1.2.1.3.1 Entwicklung des Einkommens

Das Einkommen ist auch bei der Beurteilung der sozialen Lage der Landwirtschaft eine wichtige Kenngrösse. Dabei geht es einerseits um die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft im Vergleich zur übrigen Bevölkerung, anderseits um die Einkommensverteilung zwischen den Regionen bzw. zwischen gut und schlecht verdienenden Betrieben.

Der durchschnittliche Arbeitsverdienst pro Familienarbeitskraft in der Landwirtschaft betrug im Jahre 1990 gut 70 Prozent des Vergleichslohns. Bis 1995 sank der Wert auf 42 Prozent, im Jahr 2003 lag er bei 57 Prozent (Abbildung 16). Die absolute Höhe dieser Differenz relativiert sich zwar, weil die in der Landwirtschaft tätigen Personen tiefere Lebenshaltungskosten für Wohnen, Arbeitsweg und auswärtige Verpflegung aufweisen25. Insgesamt hielt jedoch die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft nicht Schritt mit derjenigen der übrigen Bevölkerung.

25 Einkommens- und Verbrauchserhebung des BFS (EVE)