Vorlage

Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 50Fedlex · Vorlage

2. Gezielte Massnahmen zur Optimierung von Beratungs- und Thera-

pieangeboten

Zur Optimierung der Beratung und Therapie sind verschiedene Zugänge möglich. Als gezielte Massnahmen kann einerseits auf der Ebene der Information und Sensibilisierung und/oder der Therapie interveniert werden.

 Information, Sensibilisierung: Die Bevölkerung weiss, wo sie sich die

nötigen Informationen holen kann, wenn sie Hilfe im Bereich Ernährung, Bewegung und Gewicht braucht. Diese Informationen umfassen sowohl medizinische wie auch nicht-medizinische Angebote und sind ausgewogen bezüglich Angaben zu Nutzen und Risiken von möglichen Therapien, Medikamenten und Diäten. Der Zugang zu Informationen, allgemeinen Dienstleistungen und Leistungen im Gesundheitswesen ist nicht für alle Bevölkerungsgruppen gleich. Wissensdefizite, unterschiedliche Konzepte von Gesundheit und Krankheit sowie unterschiedliche Körperwahrnehmungen führen zu ungleicher Inanspruchnahme. Diesen Unterschieden ist Rechnung zu tragen. Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, sie zu verringern.

 Therapie: Gemäss aktuellem Stand des Wissens werden Menschen mit

Übergewicht am besten mit spezifischen multidisziplinären Interventionen angesprochen, die Bewegung und Ernährung sowie psychologische Begleitung im Angebot kombinieren. Gesundheitsfachleute beraten übergewichtige und adipösen Menschen sowie Menschen mit Essstörungen, Inaktivität und unausgewogener Ernährung. Die Therapie wird den individuellen Bedürfnissen entsprechend gestaltet, unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Sprachkompetenz, kultureller Herkunft und sozioökonomischer Stellung. Spezifische Angebote sind gefragt, die der besonderen Problematik Rechnung tragen, dass bis heute beim konventionellen Therapie-Ansätzen über Ernährung und Bewegung die „Rückfallquote“ hoch ist. Eigentliche Lifestyle-Interventionen ergeben aber bedeutend bessere Resultate, wie eine im Auftrag des BAG durchgeführte Meta-Analyse ergab. Verhaltensorientierte, medikamentöse und chirurgische Therapie-Ansätze allein und in Kombination werden von der Krankenkasse übernommen, sofern sie den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entsprechen. Im Rahmen der Forschung und Entwicklung werden therapeutische Ansätze, die sich in anderen Ländern bewährt haben, an Schweizer Verhältnisse angepasst und allenfalls weiterentwickelt. Existierende Leitlinien werden überprüft, weiter entwickelt und Therapien werden auf ihre Qualität und ihre Ergebnisse laufend evaluiert.

3. Schwerpunkte während verschiedenen Lebensphasen

Die Beratung und Therapie ist individuell und altersgerecht zu gestalten. In jeder Lebensphase kann der Beratung und Therapie eine wichtige Rolle zukommen. Entsprechend den Umständen erfolgt diese auf unterschiedliche Weise und durch andere Fachleute. Die Interventionsmöglichkeiten beginnen im Lebenszyklus mit der Schwangerschafts- und Elternberatung bis hin zur Beratung und Therapie im Alter.

48 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)