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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten
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7.5 Ziel 4: Integrierte Ansätze zur Förderung eines gesunden Körpergewichtes realisieren
Gegenstand Der Trend zur Zunahme von Übergewichtigen in der Bevölkerung ist gebremst. Durch integrierte Ansätze (Bewegung, Ernährung, soziale und psychische Aspekte) werden die Bevölkerungsgruppen motiviert, ein gesundes Körpergewicht in ihrem Alltag zu fördern. Bewegungs- und ernährungsfreundliche Umfelder zu Hause, an Schulen, am Arbeitsplatz und in der Freizeit wirken unterstützend.
Als Grundlage dienen die nationalen Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen.
Herausforderungen Ein Längsvergleich zwischen den drei Gesundheitsbefragungen (1992,
1997 und 2002) zeigt über zehn Jahre einen Anstieg von Übergewicht und Adipositas bei der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz (Eichholzer et al., 2005). Bei den Kindern waren 1999 fast 20% zu schwer und auch hier ist die Tendenz in den letzten 20 Jahren stark zunehmend.
Ausserdem führen bei spezifischen Bevölkerungsgruppen die zunehmenden Belastungen durch das Umfeld (Modetrends, Schönheitsideale, Leistungsdruck etc.) vermehrt zu Essstörungen wie Anorexie, Bulimie und Binge Eating Disorders.
Die individuelle Körpergewichtszunahme durch verändertes Bewegungs- und Ernährungsverhalten muss immer im Kontext politischer, sozialer und wirtschaftlicher Veränderungen betrachtet werden. Ein Beispiel dazu ist die fortscheitende Beziehungs- und Bindungslosigkeit in der modernen Gesellschaft.
Somit sollte auch die Förderung eines gesunden Körpergewichts in der Bevölkerung auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenzen in der Bevölkerung so zu stärken, dass ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung zum Alltag gehören und die Energiebilanz günstig beeinflussen. Dazu bedarf es nicht nur der/des aktiven und gesundheitskompetenten Bürgerin und Bürgers, sondern auch einer verantwortungsvollen Wirtschaft, eines schützenden und fördernden Staates sowie eines auf Prävention und Gesundheitsförderung ausgerichteten Gesundheitssystems. Dies bringt eine Veränderung zur Bewegungsförderung und Förderung der ausgewogenen Ernährung mit sich.
Die Ansätze zur Förderung eines gesunden Köpergewichts basieren auf den Grundlagen der Teilstrategien Ernährung und Bewegung, integrieren diese jedoch zu einer umfassenden Interventionsstrategie. Sie wirken direkt oder indirekt auf die Energiebilanz und somit auf ein gesundes Körpergewicht. Es wird davon ausgegangen, dass Interventionen, die Ernährungs- und Bewegungsaspekte einbeziehen und sozialen und psychischen Aspekten auf Verhaltens- und Verhältnisebene gerecht werden, erfolgversprechend für ein gesundes Körpergewicht sind.
44 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)