Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/76: Nationales Programm Alkohol 2008 - 2012 (NPA) · 10 Seiten
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Alkoholkonsum
Risikoarmer Konsum Abhängiges Problematischer Konsum Konsumverhalten
Situationsunangepasster Rauschtrinken Chronischer Konsum Konsum
Abb. 1: Alkohol-Konsummuster im Überblick
Im Fokus der Alkoholprävention stehen der problematische Konsum in seinen diversen Ausprägungen sowie das abhängige Konsumverhalten.
Problematischer Konsum Von „problematischem Alkoholkonsum“ wird nach internationalen Standards dann
gesprochen, wenn durch das Konsumieren von Alkohol die eigene Gesundheit oder diejenige anderer Personen erheblich gefährdet wird und entsprechende Schäden in Kauf genommen oder verursacht werden. Als problematisch gilt auch der Alkoholkonsum von Personen, die – wie Kinder oder kranke Menschen – grundsätzlich auf Alkohol verzichten sollten.
Rauschtrinken Der Begriff „Rauschtrinken“ (engl.: Binge Drinking) steht laut internationalen
Richtlinien für den Konsum einer grossen Menge Alkohol in einem kurzen Zeitraum.
Anlass zur Sorge bereitet vor allem das Rauschtrinken von Jugendlichen. In der Schweiz werden täglich 3 bis 4 junge Menschen (bis 23 Jahre alt) aufgrund von Alkoholproblemen in ein Spital eingeliefert, mehr als die Hälfte mit Vergiftungssymptomen (GMEL et al. 2006a).
Chronischer Konsum Als „chronischer Konsum“ wird der regelmässige und wegen der Häufigkeit und
Menge nicht mehr als risikoarm einzustufende Alkoholkonsum bezeichnet. Nach den gängigen internationalen Standards beginnt der chronische Konsum bei der Einnahme von durchschnittlich 20 Gramm reinen Alkohols (entspricht rund 2 Standardgläsern) pro Tag bei Frauen bzw. 40 Gramm (entspricht rund 4 Standardgläsern) bei Männern (WHO 2000).
Schätzungsweise 260'000 Personen im Alter zwischen 15 und 75 Jahren trinken regelmässig zu viel Alkohol, davon sind knapp zwei Drittel gleichzeitig als
Rauschtrinkende zu betrachten. Der Anteil chronisch Alkoholkonsumierender nimmt mit dem Alter tendenziell zu.
Situationsungepasster Unter dem Muster des situationsunangepassten Konsums zusammengefasst Konsum werden die Problemfelder „Fahren unter Alkoholeinfluss“ oder Alkohol am Ar-
beitsplatz, beim Sport, bei der Einnahme von Medikamenten oder während der Schwangerschaft.
Alkoholabhängigkeit Abhängiges Konsumverhalten („Alkoholabhängigkeit“) hat gemäss Krankheits-
klassifikationen der WHO (WHO 2007b) verschiedene Ausprägungen wie starkes Verlangen nach Alkohol, verminderte Konsumkontrolle, Vernachlässigung anderer Interessen oder anhaltender Konsum trotz starker schädlicher Folgeerscheinungen.
Schätzungsweise gegen 300'000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig oder zumindest stark alkoholgefährdet, davon sind rund zwei Drittel Männer.
NPA 2008 – 2012