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Vernehmlassung 2009/141: Bericht zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz · 71 Seiten

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Schweiz ist ein traditionelles Stromexportland62. Die beschlossenen Erweiterungen des Kraftwerkparks beschränken sich fast ausschliesslich auf Pumpspeicherwerke, welche nicht die Produktion, sondern die Flexibilität und Effizienz der Elektrizitäts-Infrastruktur erhöhen.

Die nationale Elektrizitätsinfrastruktur umfasst zum einen die grösseren Wasserkraftwerke (532 Zentralen mit einer Leistung von mehr als 300 kW) plus die fünf Kernkraftwerke63, welche zusammen rund 95% der einheimischen Stromerzeugung liefern, und zum anderen das Hochspannungsnetz der Allgemeinversorgung (380/220 kV; 50 Hz) mit 7250 km Stranglänge64 plus das Bahnstrom-Versorgungsnetz (132 kV; 16,7 Hz) mit 1600 km Stranglänge. Das Übertragungsnetz der Allgemeinversorgung dient dem weiträumigen Stromtransport von den Kraftwerken zu den Verbraucherzentren und verfügt über 36 Verknüpfungen mit dem europäischen Hochspannungsnetz, über die maximal 10 GW – das Doppelte des inländischen Grundlastbedarfs – geleitet werden können. Diese im internationalen Vergleich sehr hohen grenzüberschreitenden Kapazitäten werden hauptsächlich für den Stromtransit von Deutschland und Frankreich nach Italien beansprucht, der rund 75% des Landesverbrauchs ausmacht. Die Bahnstromversorgung stützt sich zum Teil auf SBB-eigene Kraftwerke sowie auf ein eigenes Übertragungsnetz65, das mit jenen der deutschen und österreichischen Bahngesellschaften (die dasselbe Stromsystem verwenden wie die Schweizer Bahnen) verknüpft ist.

Abb. 9: Kraftwerkanlagen in der Schweiz

62 Seit der erstmaligen Publikation der Schweizer Elektrizitätsstatistik im Jahr 1910 überstiegen die Stromimporte nur in den Jahren 2005 und 2006 die Stromexporte; Grund dafür waren ungünstige hydrologische Bedingungen sowie eine revisionsbedingte monatelange Stilllegung des Kernkraftwerks Leibstadt. Im Jahresverlauf schwanken die internationalen Stromflüsse allerdings stark: Im Sommerhalbjahr, wenn viel Wasserkraft zur Verfügung steht, wird mehr Strom exportiert, im Winterhalbjahr, wenn der Verbrauch höher ist, wird mehr Strom importiert.

63 Beznau I und II, Mühleberg, Gösgen und Leibstadt.

64 Das gesamte Freileitungsnetz ab 16 kV Spannung hat eine Stranglänge von 76'000 km.

65 Die Elektrifikation der SBB-Hauptstrecken fand in den 1920er Jahren statt, als das Netz der Allgemeinversorgung noch nicht über ausreichende Kapazitäten verfügte, um den sicheren Bahnbetrieb zu garantieren. Zudem verwenden die Bahnen aus technischen Gründen ein anderes Stromsystem als jenes der Allgemeinversorgung.