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Vernehmlassung 2009/141: Bericht zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz · 71 Seiten

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Dem grenzüberschreitenden Charakter des internationalen Flugverkehrs entsprechend, ist der europäische Luftverkehrsmarkt weitgehend internationalisiert. Die Schweiz ist auf der Grundlage des bilateralen Luftverkehrsabkommens mit der EU praktisch vollständig in den europäischen Luftverkehrs-Binnenmarkt integriert und übernimmt regelmässig die gemeinschaftlichen Richtlinien zur Zivilluftfahrt, welche laufend weiterentwickelt werden.

4.4 Strom

Bestehendes und beschlossenes Netz

Elektrizität deckt rund einen Viertel (23,5%) des schweizerischen Energiebedarfs. 2008 betrug die inländische Nettoerzeugung58 64,3 TWh, was bei einem Endverbrauch59 von 58,7 TWh einen Ausfuhrüberschuss von 1,1 TWh ergab. Der Schweizer Strom stammt zu 56% aus Wasserkraft, zu 39% aus Kernenergie und zu 5% aus anderen Quellen (z.B. Kehrichtverbrennung, Deponiegas, Wärme-Kraft-Kopplung, Wind, Photovoltaik). Die so genannten «neuen» erneuerbaren Energien – ohne die «alte» erneuerbare Energie Wasserkraft – trugen 1,2 GWh oder 1,8% zur Landeserzeugung bei.

Da elektrische Energie nicht in grösserem Umfang gespeichert werden kann, müssen Erzeugung und Verbrauch stets übereinstimmen. Das bedingt, dass Strom aus Gebieten mit überschüssigem Angebot jederzeit in Regionen mit überschüssiger Nachfrage geleitet werden kann. Das Übertragungsnetz dient daher nicht nur zur Versorgung, sondern auch zur Stabilisierung der Stromerzeugung. Kraftwerke und Übertragungsnetz können deshalb nicht unabhängig voneinander betrachtet werden – sie bilden ein integriertes System.

Je umfangreicher ein Stromnetz ist, desto zuverlässiger funktioniert es, da sich einerseits Erzeugung und Verbrauch bei einer grösseren Zahl von Teilnehmern leichter ausgleichen lassen und anderseits wichtige Verbrauchspunkte stets von mindestens zwei Seiten her gespiesen werden können, so dass lokale Netzstörungen keine grossflächigen Stromausfälle zur Folge haben. Aus diesem Grund wurden die ursprünglich weitgehend isolierten nationalen Stromnetze Europas zu einem kontinentalen Stromverbund zusammengeschlossen60. Darin spielt die Schweiz eine zentrale Rolle als «Stromdrehscheibe», indem sie einerseits Strom von den Netto-Exporteuren Frankreich und Deutschland zum Netto-Importeur Italien durchleitet und anderseits dank ihren zahlreichen (Pump-) Speicherwerken61 in beträchtlichem Umfang Regelenergie zum Ausgleich von Spannungsschwankungen bereit stellt. Die Produktion der Schweizer Kraftwerke übersteigt regelmässig den inländischen Bedarf; die

58 Die Nettoerzeugung ergibt sich aus der Landeserzeugung von 67,0 TWh abzüglich 2,7 TWh zum Betrieb der Speicherpumpen.

59 Der Endverbrauch ergibt sich aus dem Landesverbrauch von 63,1 TWh abzüglich 4,4 TWh Übertragungs- und Verteilverluste zwischen Kraftwerk und Abnehmer (respektive Kraftwerk und Fahrdraht bei den Eisenbahnen).

60 Der Europäische Strom-Binnenmarkt ist noch nicht vollendet. Besonders an den Landesgrenzen bestehen nach wie vor Kapazitätsengpässe, da die nationalen Stromnetze ursprünglich mit Blick auf die inländische Versorgungssicherheit erstellt worden sind. Die EU hat daher beschlossen, die grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten in jedem Mitgliedstaat auf mindestens 10% des inländischen Verbrauchs zu erhöhen. Die Schweiz liegt mit rund 50% weit über dieser Vorgabe, Italien als einziges Nachbarland darunter. Aus diesem Grund ist die Verbesserung der Anbindung Italiens an den europäischen Stromverbund ein prioritäres Projekt im Rahmen des gesamteuropäischen Infrastrukturprogramms «Trans European Networks – Energy» (TEN-E).

61 Pumpspeicherwerke nutzen die in verbrauchsschwachen Tageszeiten produzierte überschüssige «Bandenergie» der in- und ausländischen Lauf-, Kern- und Kohlekraftwerke, um Wasser in Stauseen hoch zu pumpen und es in den verbrauchsstarken Stunden wieder abzulassen, d.h. in wertvolle «Spitzenenergie» zu verwandeln.