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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten
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Forschung und Bildung
In das nationale und internationale Wissenschaftsnetzwerk ist das SNM durch Forschungskooperationen, Organisation von Fachtagungen und als Ausbildnerin zu verankern. Ferner engagiert es sich subsidiär in der Aus- und Weiterbildung der Berufsausrichtungen Konservator-Restaurator und Kurator. So ist etwa das Gebiet des Kunsthandwerks an den Universitäten in den vergangenen Jahrzehnten verwaist. Stilentwicklung, kunsthandwerkliche Techniken und Materialien werden selten bis nie unterrichtet. Geplant werden sollen folglich Ausbildungsmodule in der angewandten Kunst, in den Bereichen Porzellan, Silber, Bronze und Holzskulptur sowie der Geschichte der europäischen Stile, Materialien, Techniken und Ornamente. Richtigerweise erfolgen die Erläuterungen an den Originalen.
Das SNM bietet Schulen Vermittlungs- und Unterrichtsprogramme an. Dazu gehören Lehrerdossiers für die unterschiedlichen Schul- bzw. Altersstufen, aber auch die Erarbeitung einer Onlineplattform, die es der Institution erlaubt, mit «bewegten Bildern» interaktive Geschichten zur Kulturgeschichte der Schweiz zu erzählen und weltweit auszutauschen. So können Schülerinnen und Schüler verschiedener Landesteile sich anhand von Objekten mit der eigenen bzw. der ihnen noch fremden Landesgeschichte auseinandersetzen.
Museumsbetrieb
Das SNM zeichnet sich in seiner Leistungserbringung durch betriebswirtschaftliches Handeln und Ergebnisverantwortung aus und unterhält geeignete Kontroll- und Steuerungsprozesse. Durch die Erhöhung der Besucherfrequenzen, durch die Nutzung der Leistungsfähigkeit des Sammlungszentrums und seiner angewandten Forschung vermag das SNM in Zukunft die eigene Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. So soll sich die Eigenfinanzierungsquote kontinuierlich erhöhen.
Beitrag zu transversalen Themen des Bundes: Westschweizer Bild-Archive und Kunsthandwerk
«Kultur Digital»: Bild-Archive «Presse Diffusion Lausanne» und «Actualité suisse Lausanne»
Die Westschweizer Bild-Archive «Presse Diffusion Lausanne» und «Actualité suisse Lausanne» dokumentieren auf einmalige Weise die Ereignisse und Entwicklungen in der Schweiz im 20. Jahrhundert.
Die Archive umfassen mehrere Millionen Negative und Papierabzüge sowie 600 000 Diapositive. Um diese Zeitzeugen für Forschende, Lehrpersonen und für das breite an Zeitfragen interessierte Publikum zugänglich zu machen, will das SNM den historisch bedeutenden Teil der Bild-Archive aufarbeiten, dokumentieren und digitalisieren.
«Lebendige Traditionen»: Handwerkstechnik und Kunsthandwerk
Einer der Schwerpunkte des UNESCO-Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes betrifft das Fachwissen über traditionelle Handwerkstechniken. Die jahrhundertealte Stickereitradition der Ostschweiz ist nur ein Beispiel von vielen für feines Handwerk, reife Technik und schöpferisches Gestalten, die es wert sind, als immaterielles Kulturgut der Schweiz wieder eine höhere Wertschätzung zu erhalten.