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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten

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3.1.1 Umfassende Überwachung

Umfassende Überwachung Umfassende Überwachung aufbauen und betreiben

Die Überwachung von Antibiotikaresistenzen und des Antibiotikaverbrauchs wird bereichsübergreifend und interdisziplinär konzipiert. Heute bestehende Lücken in der Überwachung werden geschlossen. Die Analyse der Überwachungsresultate aus allen Bereichen wird in einem gemeinsamen Bericht publiziert. Die internationale Vergleichbarkeit wird gewährleistet.

Die überregionale Überwachung der Antibiotikaresistenzen im Humanbereich Antibiotikaresistenzen erfolgt seit 2004 zentral durch Anresis.ch22. Der Aufbau wurde durch das nationale Forschungsprogramm 49 ermöglicht. Anresis.ch sammelt und analysiert anonymisierte Antibiotikaresistenzdaten von klinischen Mikrobiologielabors in der Schweiz. Es handelt sich um Routinedaten, welche im Rahmen von medizinischen Behandlungen generiert werden. Die so gesammelten Resistenzdaten decken etwa 60% der jährlichen Spitaltage und mehr als 30% aller ambulanten Patienten ab. Seit Juni 2014 werden zudem monatlich Werte zu ausgewählten multiresistenten Mikroorganismen im Bulletin des BAG veröffentlicht. Zusätzlich werden die Daten an das Netzwerk von WHO-Europa23 gemeldet.

Im Veterinärbereich wurde gestützt auf die Tierseuchenverordnung (TSV)24 im Jahr 2006 die kontinuierliche Überwachung der Resistenzsituation bei Nutztieren, Fleisch und Milchprodukten in der Schweiz eingeführt. Das BLV überwacht seitdem in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zoonosen, bakterielle Tierkrankheiten und Antibiotikaresistenz (ZOBA) die Situation der Antibiotikaresistenz bei Mastgeflügel, Mastschweinen und Rindern. Fleisch und Milchprodukte wurden bisher nur in beschränktem Umfang miteinbezogen.25 Kontinuierlich erhobene und standardisierte Daten zur Resistenzlage von Keimen aus Lebensmittelproben oder von tierpathogenen Erregern sind auf nationaler Ebene bisher nicht vorhanden.

Die Daten werden jährlich in einem Bericht26 veröffentlicht sowie der zuständigen EU-Kommission zur weiteren Auswertung übermittelt. Diese Meldungen erlauben es der Schweiz, an gesamteuropäischen Auswertungen zur Resistenzsituation der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Gesundheitsbehörde (ECDC) teilzunehmen27, was einen Vergleich der Resistenzsituation in den verschiedenen Ländern ermöglicht.

Mit der Umsetzung der Massnahme wird eine Überwachung der Resistenzlage bei Menschen, Tieren, entlang der Lebensmittelkette und in der Umwelt bereichsübergreifend und interdisziplinär etabliert. Gegenstand sind nicht nur bereits bekannte Erreger, sondern auch Bedrohungen durch neue Resistenzformen. Die Methodik sowie die Auswertung der Daten werden national harmonisiert und mit internationalen Daten vergleichbar ausgestaltet. Eine Ab-

22 www.anresis.ch

23 CAESAR (Central Asian and Eastern European Surveillance of Antimicrobial Resistance)

24 SR 916.401, Art. 291d

25 Durchführungsbeschluss der Kommission vom 12. November 2013 zur Überwachung und Meldung von Antibiotikaresistenzen bei zoonotischen und kommensalen Bakterien (ABl. L303 vom 14.11.2013, S.26. Die Untersuchungen richten sich nach den Vorgaben der massgebenden Bestimmungen der EU (Richtline 2003/9925; Beschluss 2013/652/EU

26 BLV (2014): ARCH-Vet Gesamtbericht 2013

27 EFSA Journal (2013;11(5):3196 [359 pp.]: The European Union Summary Report on antimicrobial resistance in zoonotic and indicator bacteria from humans, animals and food in 2011