Vorlage
Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
Fedlex · Vorlage · Seite 18Fedlex · Vorlage
Auch reichen die Daten nicht aus, um spezifische Problemherde zu analysieren. Eine gute und umfassende Datenlage muss aufzeigen können, ob die in der Strategie formulierten Massnahmen die gewünschte Wirkung erzielen.
Prävention Die Notwendigkeit des Einsatzes von Antibiotika wird durch die Anwendung gezielter präventiver Massnahmen und wirksamer Alternativen reduziert. Strukturelle Massnahmen insbesondere in den Bereichen Management, Hygiene, Organisation und Information unterstützen die Zielerreichung.
Da der Einsatz von Antibiotika die Bildung von Resistenzen fördert, gehört die Senkung des Antibiotikaverbrauchs zu den wirkungsvollsten Massnahmen. Dazu müssen Infektionen wenn möglich vermieden und die Entwicklung wirksamer Alternativen zum Antibiotikaeinsatz gefördert werden.
Sachgemässer Die Vorgaben zum sachgemässen Einsatz von Antibiotika werden dem Antibiotikaeinsatz aktuellen Wissensstand entsprechend definiert. Sie sind verbindlich und werden konsequent umgesetzt.
Ist ein Antibiotikaeinsatz unabdingbar, müssen sie umsichtig eingesetzt werden, so dass gemäss aktuellem Wissensstand Resistenzbildungen möglichst vermieden werden können. Voraussetzung dafür ist ein guter Wissensstand derjenigen Personen, die Antibiotika verschreiben oder verwenden. Ergänzend dazu braucht es verbindliche Vorgaben, die flächendeckend und konsequent angewandt werden.
Resistenzbekämpfung Zur Reduktion von Antibiotikaresistenzen werden Übertragung und Verbreitung von resistenten Keimen eingeschränkt.
Auch bei einem sachgemässen Einsatz von Antibiotika kann die Bildung von Resistenzen nicht vollständig verhindert werden. Es muss dafür gesorgt werden, dass bestehende Resistenzen rasch erkannt und konsequent angegangen werden. Zudem sind die Möglichkeiten zur Übertragung und Verbreitung der Resistenzen einzuschränken.
Forschung und Die interdisziplinäre Forschung und Entwicklung zur Entstehung, Entwicklung Übertragung, Verbreitung und Bekämpfung von resistenten Bakterien wird intensiviert. Diese Forschung liefert auch Grundlagen für eine gezielte Produkteentwicklung in den Bereichen antimikrobielle Substanzen und kosteneffiziente Diagnostik.
Das Auftreten und die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen und die zugrundeliegenden Ursachen-Wirkungsmechanismen sind komplex und oft noch nicht vollständig geklärt. Eine gezielte und interdisziplinäre Forschung ist notwendig, damit Wissenslücken geschlossen werden können. Soweit möglich sollen die Forschungserkenntnisse auch Grundlagen für die weitere Produkteentwicklung schaffen.
Kooperation Die Zusammenarbeit der betroffenen Akteure auf politischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene wird national und international gemäss dem One Health Ansatz gefördert und bereichsübergreifend koordiniert.
Aufgrund der bereichsübergreifenden und globalen Natur der Problematik ist die Zusammenarbeit der betroffenen Akteure auf politischer, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene unerlässlich. Wo die Zusammenarbeit noch ungenügend ist, muss sie aktiv gefördert und verbessert werden. Dazu gehören auch eine sektor- übergreifende Harmonisierung der Aktivitäten sowie eine starke internationale Vernetzung.