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Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 50 Seiten

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Vorwort

Manche übertragbaren Krankheiten können zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen und sind somit von grossem Belang für die öffentliche Gesundheit. Der Nutzen von Impfungen ist unwiderlegbar

erwiesen: Sie gehören zu den wirksamsten und kostengünstigsten Gesundheitsinterventionen, die zum Schutz von Einzelpersonen und der Gesellschaft vor bestimmten Krankheiten bekannt sind. Sie sind eine präventive Massnahme, welche z. B. die Ausrottung der Pocken ermöglicht und unzählige Leben gerettet hat. Ebenso haben sie die Häufigkeit gewisser Krankheiten sowie die damit verbundenen Komplikationen und Folgeschäden verringert. Wie jede medizinische Massnahme sind jedoch auch Impfungen nicht risikofrei, und bei einer breit angelegten Empfehlung wird das Risiko-Nutzen-Verhältnis berücksichtigt.

In der Schweiz gibt es sichere und wirksame Impfstoffe. Dennoch wird das Potenzial der Impfungen in unserem Land noch nicht genügend ausgeschöpft, weder unter dem Blickwinkel individueller Interessen noch aus Sicht der öffentlichen Gesundheit. Insbesondere könnten die Impfraten in gewissen Kantonen, Personengruppen oder Alterskategorien höher sein. Das Ziel 1.3 "Gesundheitsförderung und

Krankheitsvorbeugung intensivieren" in der Strategie Gesundheit2020 des Bundesrates geht in diese Richtung und unterstreicht, dass zusätzliche Massnahmen ergriffen werden müssen, um die zum Teil ungenügende Durchimpfung zu erhöhen.

Das Epidemiengesetz vom 28. September 2012 (EpG; SR 818.101, seit 1. Januar 2016 in Kraft)

beauftragt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausdrücklich, unter Einbezug der Kantone und bei Bedarf anderer betroffener Kreise ein nationales Impfprogramm zu erarbeiten (Art. 5 Abs. 1 Bst. a). Es hält auch fest, dass die Umsetzung des Programms bei Bund und Kantonen liegt. Der Bund ist unter anderem für die Information und die Veröffentlichung von Empfehlungen zuständig (Art. 9), während es Sache der Kantone ist, Impfungen mittels geeigneter Strukturen und Massnahmen zu fördern, was auch die Information der betroffenen Personen einschliesst. (Art. 21). Das allgemeine Ziel des nationalen Impfprogramms besteht darin, in der Schweizer Bevölkerung bzw. bestimmten Risikogruppen einen ausreichenden Schutz vor impfverhütbaren Krankheiten zu gewährleisten. Das Programm soll auch die Häufigkeit der Krankheiten, die damit verbundenen Komplikationen und die Anzahl Todesfälle weiter verringern sowie bestimmte Krankheiten gemäss den Zielen der WHO eliminieren oder ausrotten. Des Weiteren soll der Zugang zu den Impfungen für alle Personen gewährleistet sein. Die vorliegende

Strategie und der sie ergänzende Aktionsplan bilden das nationale Impfprogramm.

Die Schweiz schliesst sich bezüglich der zu erreichenden Wirkung auf die öffentliche Gesundheit den internationalen Zielen an. Sie folgt den internationalen Bemühungen, wie sie im Globalen

Impfaktionsplan 2011-2020 (WHO, 2013) und im Europäischen Impfaktionsplan 2015-2020 (WHO

Europa, 2014) beschrieben sind. Bestimmte Ziele dieses Plans widerspiegeln sich in der vorliegenden nationalen Strategie zu Impfungen (NSI), insbesondere: Einbindung eines leistungsfähigen Impfsystems ins Gesundheitssystem, Förderung des Verständnisses aller für den Wert von Impfangeboten und

Impfstoffe, sowie Sicherstellung eines gerechten Zugangs zu den Nutzen von Impfungen. Diese Punkte spiegeln sich in den drei strategischen Zielen der NSI wider, die gemeinsam mit den betroffenen Akteuren ausformuliert wurden.

Die nationale Strategie zu Impfungen weist Schnittstellen mit anderen Strategien auf. Die Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR), die nationale Strategie zur Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von therapieassoziierten Infektionen (Strategie NOSO) und die nationale Strategie zur Prävention der

saisonalen Grippe (GRIPS) beziehen beispielsweise die Förderung von Impfungen ein. Impfstoffe können dank ihrer präventiven Wirkung auf virale und bakterielle Infektionen die Verwendung von Antibiotika sowie therapieassoziierte Infektionen reduzieren. Das Nationale Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (NPHS) schliesst die Förderung von Impfungen gegen Hepatitis B und HPV ein. Auch die Strategie eHealth unterstützt die Impfstrategie, insbesondere bezüglich Ermutigung zur

Erstellung eines elektronischen Impfausweises. Darüber hinaus überschneidet sich die NSI auch mit dem

Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) – Entwurf vom 29.03.2016