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Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 50 Seiten

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3.5 Spezifische Strategien

Handlungsbereich 5: Strategien für Krankheiten, die durch eine Impfung vermieden werden können, entwickeln und umsetzen

Hintergrund

Der schweizerische Impfplan berücksichtigt alle Krankheiten, bei denen in der Schweiz eine Impfung angezeigt ist. Für einzelne dieser Krankheiten erarbeitet das BAG auf nationaler Ebene spezifische

Strategien. Als Beispiele zu nennen sind die Nationale Strategie zur Masernelimination 2011–2015 und die Nationale Strategie zur Prävention der saisonalen Grippe 2015–2018 (GRIPS). Wie häufig diese Strategien aktualisiert werden und ob neue Strategien gegen Krankheiten, die durch eine Impfung vermeidbar sind, wie zum Beispiel HPV, Hepatitiden und Pertussis, entwickelt werden sollen, sind wesentliche Fragen der öffentlichen Gesundheit.

Die NSI schafft einen Rahmen, damit die Voraussetzungen für die Umsetzung dieser

krankheitsspezifischen Strategien gegeben sind. Letzere berücksichtigen die epidemiologische Situation in der Schweiz und die Besonderheiten des schweizerischen Gesundheitswesens. Diese Strategien enthalten quantifizierte Durchimpfungsziele und weitere Indikatoren.

Dabei verfolgen sie soweit wie möglich die gemeinsamen internationalen Ziele der weltweiten oder

regionalen Programme zur Eindämmung und Eliminierung von Krankheiten. Die Nationale Strategie zur Masernelimination beispielsweise orientiert sich am Ziel der WHO Region Europa, die eine Durchimpfung von mindestens 95 % mit zwei Dosen erreichen will.

Handlungsbedarf

Zur Beurteilung von Handlungsbedarf und Dringlichkeit für die Entwicklung und Umsetzung von Strategien gegen einzelne impfverhütbare Krankheiten sind von Bund und Kantonen entsprechende Prozesse und Vorgehensweisen festzulegen. Die zur Beurteilung notwendigen epidemiologischen Erkenntnisse und Durchimpfungsraten sind regelmässig oder bei Bedarf zu erheben. Die Umsetzung solcher Strategien stellt an Bund und Kantone hohe Anforderungen und verlangt ein entsprechendes Committment der beteiligten Partner. Die Heterogenität der Durchimpfungsraten und die unterschiedlichen Ansätze zur Behebung von Impflücken erfordern angepasste Vorgehensweisen.

Spezifische Ziele

Die Ziele des Bundesrates bei der Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, die sich durch eine

Impfung vermeiden lassen, werden bei Bedarf durch spezifische Strategien unterstützt. Letztere sind unter Berücksichtigung des Rahmens und des Inhalts der NSI zu entwickeln.

Die NSI und die spezifischen Strategien tragen wechselseitig zur jeweiligen Zielerreichung bei.

Interventionen

Die krankheitsspezifischen Strategien, die es neu zu entwickeln oder zu aktualisieren gilt, werden anhand eines entsprechenden Prozesses priorisiert. Dabei wird berücksichtigt, wie sich die spezifischen Strategien auf die Erreichung der Ziele der NSI auswirken können und ob die Strategien untereinander kohärent sind. Ausserdem wird sichergestellt, dass die Grundsätze der NSI nicht gefährdet werden.

Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) – Entwurf vom 29.03.2016