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Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 50 Seiten

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Handlungsbereich 4b: Wirkungsanalysen durchführen und Massnahmen zur Impfförderung evaluieren

Hintergrund

Impfempfehlungen und -entscheide sollen auf wissenschaftlich fundierten Ergebnissen basieren. Um wissenschaftliche Grundlagen für die Evaluation neuer oder bestehender Empfehlungen sowie für die Planung und Präzisierung einzelner Massnahmen zu gewinnen, werden im Auftrag des BAG sowie auch durch andere Partner Erhebungen durchgeführt (Art. 24 EpG und Art. 39 EpV).

Eine Wirkungsanalyse der generellen Hepatitis-B-Impfung von Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren beispielsweise hat gezeigt, dass die Inzidenz bei der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen zwischen 1999 und 2002 um 84 % zurückging (BAG, 2004). Die Pilotstudie CIN3+plus, die 2015/16 durchgeführt wird, soll die Auswirkungen der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) auf die Inzidenz von Krebsvorstufen und Krebserkrankungen am Gebärmutterhals sowie auf die HPV-Typenverteilung in Läsionen untersuchen. Dank dieser Studie ist die Einführung eines Routine-Monitoring-Systems zu den Effekten der HPV-Impfung möglich. Die Überwachungsberichte von invasiven Pneumokokkenerkrankungen wiederum haben die Auswirkungen der Impfung von Kleinkindern auf die Inzidenz in der betroffenen Altersgruppe und auf die Verteilung der für diese Infektionen verantwortlichen Serotypen aufgezeigt. Schliesslich werden die

vermuteten unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit Impfungen durch Swissmedic überwacht und bei Bedarf die Fachleute und die Öffentlichkeit über neue Erkenntnisse informiert.

Was die Evaluation der Massnahmen zur Impfförderung anbelangt, sind in einer Studie zum Beispiel die Ergebnisse der Kampagne zur Masernelimination 2013–2014 untersucht worden (M.I.S. Trend, 2014).

2016 soll die Evaluation der Strategie zur Masernelimination klären, wie man die Massnahmen umgesetzt und inwiefern man die Ziele erreicht hat. Die Folgen der Impfempfehlungen werden auch anhand der Daten zur Krankheitsüberwachung bewertet, namentlich anhand der obligatorischen und freiwilligen Meldungen (Überwachungssysteme Sentinella und SPSU).

Handlungsbedarf

Bund und Kantone müssen in der Lage sein, den Erfolg und die Auswirkungen der einzelnen

Impfempfehlungen zu beurteilen. Basierend auf geeigneten Wirkungsanalysen und Monitorings können sie Aussagen über die Wirksamkeit und Sicherheit der empfohlenen Impfungen machen.

Für die Bevölkerung sind die Daten aus den Meldungen von unerwünschten Impfwirkungen und weitere Erkenntnisse zur Sicherheit von Impfstoffen in gut verständlicher Weise aufzubereiten und leicht zugänglich zu machen.

Spezifische Ziele

Die Massnahmen von Bund und Kantonen zur Umsetzung der Empfehlungen des schweizerischen

Impfplans und zur Erreichung der angestrebten Ziele sind Gegenstand von Evaluationen.

Die geplanten Massnahmen beruhen soweit möglich auf den Ergebnissen der Evaluationen.

Die Wirkung der empfohlenen Impfungen und der Durchimpfung auf die vermeidbare Krankheitslast wird aufgezeigt.

Mit der Analyse der unerwünschten Impferscheinungen kann das Nutzen-Risiko-Verhältnis periodisch überprüft werden. Dieses Verhältnis wird bei der Aktualisierung der Impfempfehlungen berücksichtigt.

Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) – Entwurf vom 29.03.2016