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Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 50 Seiten

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3.4 Überwachung, Forschung und Evaluation

Handlungsbereich 4a: Durchimpfung überwachen

Hintergrund

Die Umsetzung der Impfempfehlungen für Kinder und Jugendliche wird mittels eines kantonalen

Durchimpfungsmonitorings und spezifischer Erhebungen überwacht.

Im Auftrag des BAG erhebt das Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich (früher Institut für Präventiv- und Sozialmedizin) seit 1999 in Zusammenarbeit mit den Kantonen kantonal repräsentative Durchimpfungsdaten. Das kantonale Durchimpfungsmonitoring – Swiss National

Vaccination Coverage Survey (SNVCS) – untersucht die Durchimpfung der 2-, 8-, und 16-Jährigen

innerhalb eines Dreijahreszyklus gestützt auf die Analyse von rund 25 000 Impfausweisen. Insgesamt wurden bisher vier Studien durchgeführt: 1999–2003, 2005–2007, 2008–2010 und 2011–2013. Die fünfte Erhebungsperiode 2014─2016 läuft aktuell. Allen Kantonen wird durch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) die Teilnahme am SNVCS empfohlen, sie ist jedoch freiwillig. Die legale Grundlage für die Erhebung der Durchimpfung ändert sich mit Inkrafttreten des neuen Epidemiengesetzes: Ab 2016 sind alle Kantone gesetzlich verpflichtet, Impfdaten zu erheben (Art. 24 Abs. 2 EpG und Art. 36 EpV). Gemäss der Epidemienverordnung legt das BAG nach Absprache mit den Kantonen die zu erfassenden Impfungen, die Altersgruppen, die zu verwendende Methodik, die zu

erhebenden repräsentativen Stichproben und die Häufigkeit der Erhebungen fest (Art. 40 EpV).

Die WHO verlangt jährlich aktuelle Durchimpfungsdaten mittels des World Health Organization

Communicable Disease Annual Reporting Form. Die Schweizer Durchimpfungsdaten beruhen auf

repräsentativen Stichproben, die in einem rollenden Dreijahreszyklus erhoben werden. Andere Länder erheben jährlich Durchimpfungsdaten oder kontinuierlich mittels nationalen Impfregistern.

Spezifische Erhebungen zur Bestimmung der Durchimpfung in Risikogruppen und Altersklassen, welche im SNVCS nicht enthalten sind, sowie von Determinanten, welche die Durchimpfung beeinflussen, werden durchgeführt. Die Masern-Baseline-Studie 2012 schuf beispielsweise die Basis für die Evaluation der Zielerreichung der Nationalen Strategie zur Masernelimination 2011–2015. Neben der Durchimpfung bei Kindern hat man erstmals national repräsentativ die Durchimpfung bei jungen Erwachsenen ermittelt, der Zielgruppe für Nachholimpfungen. Die HPV-Bevölkerungsstudie untersuchte 2014 als Basis für die

Evaluation der neuen Empfehlung zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs die Durchimpfung bei jungen Frauen, die Gründe für beziehungsweise gegen eine HPV-Impfung sowie Informationen zu

Verhaltensweisen, die in Zusammenhang mit dem Risiko einer Infektion mit HPV und der Entwicklung bzw. Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs stehen. Schliesslich dienen die jährlichen Befragungen zur Grippe-Durchimpfung in Risikogruppen als Grundlage für die Evaluation der Grippe-Impfempfehlungen.

Handlungsbedarf

In allen Kantonen soll in regelmässigen Abständen – basierend auf repräsentativen Stichproben – die Durchimpfung von Kindern und Jugendlichen gemessen werden. Die Resultate basieren auf einer

einheitlichen Methodik und erlauben die Beurteilung der Entwicklung von Durchimpfungsraten und den Vergleich verschiedener Kantone. Die Kantone stellen die dazu notwendigen finanziellen Mittel,

personellen Ressourcen und Bevölkerungsdaten zur Verfügung. Bund, Kantone und allenfalls weitere Partner arbeiten bei der Entwicklung von zusätzlichen Möglichkeiten zur Erhebung von

Durchimpfungsraten zusammen.

Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) – Entwurf vom 29.03.2016