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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 43 Seiten
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5 Ziele und Handlungsbedarf
5.1 Die Sport- und Bewegungslandschaft
5.1.1 Potential des Breitensports
Die Sport- und Bewegungslandschaft präsentiert sich vielgestaltig und dynamisch. Die Bedeutung von Sport und Bewegung als Ausgleich zum zunehmend bewegungsarmen Alltag und als wichtige Freizeitbeschäftigung steigt. Das Sportverständnis der Bevölkerung ist wesentlich breiter als noch vor 30 Jahren. Die Menschen in der Schweiz betreiben sehr unterschiedliche Sportarten und bewegen sich auf vielfältigste Art und Weise. Den Individuen steht dafür eine grosse Anzahl von Angeboten unterschiedlichster Anbieter zur Auswahl.
Die zunehmende Bedeutung des aktiven Lebensstils bietet Chancen für Sportvereine, bedingt aber möglicherweise eine Weiterentwicklung der Sportarten hin zu angepassten Formen, Regeln und Wettkampfformaten, die ein lebenslanges Sporttreiben begünstigen. Herausgefordert wird der auf Freiwilligenarbeit basierende Verein durch die abnehmende Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen oder als Übungsleiter tätig zu sein. Die Sportvereine sind nebst der Schule eine ideale Gelegenheit für die Sportsozialisation von Kindern und Jugendlichen. Hier werden die grundlegenden Sportfertigkeiten vermittelt, die erst ein lebenslanges Sporttreiben ermöglichen.
Der Breitensport mit seinem vielfältigen Angebotsspektrum kann zur Förderung eines aktiven Lebensstils einen wesentlichen Beitrag leisten, was sich insgesamt positiv auf die Lebensqualität auswirkt. Er hat das Potential, einen substantiellen Beitrag an die Minderung aktueller Gesellschaftsprobleme (psychische Gesundheit, nichtübertragbare Krankheiten, chronische Erkrankungen, Übergewicht, Integration, etc.) zu leisten. Obwohl die Schweiz im internationalen Vergleich in Bezug auf das Sport- und Bewegungsverhalten eine vordere Rangierung einnimmt, ist die Zahl der Inaktiven hoch.
5.1.2 Infrastrukturdefizite und Nutzungskonflikte
Der Anstieg der Sporttreibenden in den vergangenen Jahren ist auf die Zunahme des ungebundenen Sporttreibens durch die erwachsene Bevölkerung zurückzuführen. Die beliebtesten Sportarten - Wandern/Bergwandern, Radfahren, Schwimmen, Skifahren und Laufsport - werden überwiegend individuell und nicht organisiert ausgeübt. Allerdings greift auch diese Gruppe von Sporttreibenden auf Infrastrukturen und Bewegungsräume zurück, die vor allem von den Gemeinden bereitgestellt und unterhalten werden.
Steigt die Sportaktivität der Bevölkerung in den nächsten Jahren weiter an, wird sich der bereits heute in städtischen Agglomerationen vorhandene Mangel an Sportinfrastrukturen weiter akzentuieren. Dies führt zu Nutzungskonflikten zwischen den Interessen des Breitensports und den spezifischen Interessen des Leistungssports, die hinsichtlich der Anlagennutzung nicht deckungsgleich sind.
5.1.3 Relevanz der Ausbildung
In Anbetracht der nachgewiesen positiven Wirkungen von Sport und Bewegung auf die Gesundheit, die soziale Kohäsion und die Leistungsbereitschaft ist zentral, dass alle Anbieter von Sportangeboten angemessen ausgebildet sind. Einer permanent an den aktuellen Wissensstand angepassten Ausbildung von Sport- und Trainingsleitenden kommt daher eine besondere Bedeutung zu.