Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/62: Änderung von Anhang 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) · 5 Seiten

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Aromatische Amine und Para-Phenylendiamin:

Der bisherige Begriff Arylamine wird kaum mehr verwendet. Es wird vorgeschlagen, den üblichen Begriff „aromatische Amine“ anstelle von „Arylamine“ zu verwenden.

Da Para-Phenylendiamin weitaus die häufigste Ursache von Berufskrankheiten durch aromatische Amine darstellt – Para-Phenylendiamin ist eine stark sensibilisierende Substanz

– wird vorgeschlagen, diese Substanz speziell in die Liste aufzunehmen.

Desinfektionsmittel:

Der Umgang mit Desinfektionsmitteln führt insbesondere im Gesundheitswesen zu toxischirritativen und allergischen Kontaktdermatitiden. Seltener wird ein Berufsasthma durch die Exposition gegenüber Desinfektionsmitteldämpfen verursacht. Dämpfe verschiedener Desinfektionsmittel haben zudem eine Reizwirkung auf Augenbindehäute sowie Schleimhäute der oberen und unteren Atemwege.

Glutaraldehyd:

Glutaraldehyd wird häufig in Desinfektionsmitteln verwendet, insbesondere bei der Instrumentendesinfektion. Der Stoff wird jedoch auch in anderen Anwendungsgebieten eingesetzt wie bei der Gewebefixierung. Glutaraldehyd führt zu allergischen Kontaktekzemen und zu Reizerscheinungen im Bereich der Augenbindehäute und der Atemwege, kann aber auch zu allergischen Atemwegserkrankungen führen.

Isothiazolinone:

Isothiazolinone werden immer häufiger als Konservierungsstoffe eingesetzt, wie beispielsweise in Farben/Lacken und Kühlschmiermitteln. Isothiazolinone sind eine zunehmend häufige Ursache von allergischen Kontaktekzemen. Sie können aber auch durch ihre irritative und sensibilisierende Wirkung zu Berufskrankheiten der Atemwege führen.

Synthetische Kühlschmiermittel:

Neben den Kühlschmiermittelemulsionen auf Mineralölbasis werden häufig Kühlschmiermittelemulsionen auf synthetischer Basis eingesetzt. Diese können vor allem zu Berufskrankheiten der Haut, allergischen Kontaktekzemen und irritativen Kontaktdermatitiden führen. Seltener werden auch Fälle von Berufsasthma beobachtet.

Tenside:

Tenside werden häufig in Reinigungsmittel eingesetzt. Sie können vor allem zu Reiz- und Abnützungserscheinungen im Bereich der Haut führen.

Die Liste der arbeitsbedingten Erkrankungen im Sinne von Artikel 9 Absatz 1 des Gesetzes wird wie folgt ergänzt:

Erkrankung durch Vibrationen:

Vibrationen führen nicht nur zum vibrationsinduzierten vasospastischen Syndrom, einem Krankheitsbild der Fingergefässe, sondern auch zu einer Schädigung kleinster peripherer Nerven. Die Klassifikation der Beschwerden durch Vibrationseinwirkungen soll deshalb nicht allein die radiologisch nachweisbaren Einwirkungen auf Knochen und Gelenke und auf den peripheren Kreislauf, sondern neu ebenso die neurologischen Auswirkungen auf die peripheren Nerven umfassen.