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Consultazione 2004/69: Assicurazione malattie: Finanziamento delle cure · 149 pagine

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Dieses Zusammenspiel von formeller und informeller Hilfe wird gegenwärtigdurch zwei Entwicklungen nachhaltig beeinflusst,die sich bereits seit einiger Zeit abzeichnen: Zum einen durch die demografischeEntwicklung, die durch eine längereLebenserwartungund sinkende Geburtenratengeprägt ist, und die – mag auch das genaue Ausmass umstritten sein – annehmen lässt, dass mit dem Anteil älterer und be-

tagter auch der Anteil pflegebedürftigerMenschen in der Gesellschaft steigen wird; diese Entwicklung gewinnt dadurch an Bedeutung, dass gleichzeitig mit den geringeren Kinderzahlen auch das Potential an informell pflegenden Personen schrumpfen wird. Zum anderen wirkt sich zunehmend ebenfalls der Wandel der Sozialstrukturen aus, in dem der Anteil der Einpersonen- und Kleinfamilienhaushalte, aber auch der Anteil der erwerbstätigenFrauen steigt, womit die informelle Hilfe tendenziellab- und der Bedarf an institutionellerPflege zunimmt. Dieser Wandel in den demografischen und sozialen Strukturen lässt es als Notwendigkeit erscheinen, das Gleichgewicht zwischen formeller und informeller Hilfe im Lichte dieser beiden Entwicklungen einer genaueren Prüfung zu unterziehen und allenfalls neu auszutarieren

Vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen und sozialpolitischen Entwicklungen hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im März 2004 die Vorarbeiten für ein Projekt ,Altern und Gesundheit“ begonnen.Dies mit dem Ziel, bei den Diskussionen und Entscheidenin den Themenkreisen„Altern und Gesundheit“, „Altern und Medizin“, „Altern und Pflege“ sowie „Altern und soziale Sicherheit im Krankheits- und Pflegefall“ eine aktive Rolle zu übernehmen.Mit diesemProjekt will das BAG unter anderem seine Kompetenzen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention einbringen und damit zu einem gebremsten Wachstum der Pflegekosten und zur langfristigen Sicherung der Pflegefinanzierung beitragen. Mit dem Transfer der Kranken- und Unfallversicherung vom Bundesamt für Sozialversicherung zum BAG wird es zudem erleichtert, gesundheitspolitische Themen ganzheitlich und „aus einer Hand“ anzugehen.

1.2 Begriff und Gegenstand der Pflege

Pflege ist eine umfassende, ausgesprochen vielschichtige und mehrdimensionale Tätigkeit, die sich einer scharfen Definition weitgehend entzieht. Ausgehend von Ziel und Zweck der Pflege finden sich in der Literatur2 immerhin Definitionsansätze, die Pflege generell als menschliche Dienstleistung an einzelnen Menschen oder Gruppen im Spannungsfeld von Gesundheit und Krankheit umschreiben. Diese Dienstleistung zielt darauf ab, mit den Mitteln der Pflege Gesundheit zu fördern, zu erhalten oder wiederherzustellen, Leiden zu lindern bzw. zu verhüten, mit wechselnden Gesundheitszuständen umgehen zu können oder ein würdevolles Sterben zu er-

möglichen.Der Zweck der Dienstleistungist es, Patientenund Patientinnen,deren

Autonomie in ihren alltäglichen Lebensverrichtungeneingeschränktist, darin zu unterstützen, dass sie ihr Alltagsleben wieder aufnehmen, weiterführen, angepasst fortsetzen oder neu aufbauen können. Wie auch immer die Pflege aber umschrieben werden mag: Allen Definitionsansätzengemein ist die starke Verknüpfung medi-

2 Vgl. für einen Überblick den Bericht , Aufwertung der Pflegeberufe“ des Bundesamtesfür Berufsbildung und Technologie zum Postulat02.3211 der Kommission des Ständerates für soziale Sicherheit und Gesundheit (noch unveröffentlicht)