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Vernehmlassung 2005/43: Weiterentwicklung der Agrarpolitik (Agrarpolitik 2011) · 370 Seiten

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Besonderer Teil 1: Landwirtschaftsgesetz

umfang der Anbauumfang der erwähnten Kulturen stark zurückgehen. Im Vergleich zu Getreide ist zum Beispiel der Anbau von Zuckerrüben arbeits- und kapitalintensiver; bei stark reduziertem Deckungsbeitrag je Flächeneinheit wäre dessen Attraktivität nicht mehr gegeben. Diese Entwicklung ist hinsichtlich der Versorgung nachteilig, insbesondere auch für die Verarbeitungsindustrie, welche für eine kostengünstige Verarbeitung auf genügend Rohstoffe angewiesen ist. Beim Zucker und bei den Ölsaaten leisten ein oder nur wenige Unternehmen die notwendige Verarbeitungskapazität für die schweizerische Produktion. Schon eine bescheidene Reduktion des zu verarbeitenden Rohstoffvolumens würde die Wirtschaftlichkeit dieser Betriebe existenziell gefährden. Es ist deshalb absehbar, dass mit der Rohstoffproduktion auch die Verarbeitung ins Ausland verlagert würde, was den Verlust von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum zur Folge hätte. Somit geht es bei diesen Kulturen nicht um marginale Veränderungen, sondern um deren Anbau im jetzigen Umfang oder deren Verschwinden. Eine Beschränkung auf weniger Ackerkulturen würde zu einer Ausrichtung der Produktionskapazitäten auf eher gesättigte Märkte, wie diejenigen für Brotgetreide oder Fleisch führen. Dadurch würde die Vielfalt der Landschaft beeinträchtigt und die Durchführung einer anbautechnisch und bodenbiologisch günstigen Fruchtfolge verunmöglicht. Die Möglichkeiten der integrierten Produktion und des biologischen Anbaus würden eingeschränkt. Insgesamt überwiegen die Vorteile einer moderaten staatlichen Intervention, die das Weiterbestehen der sensiblen Ackerproduktion sicherstellt.

2.1.5 Obst-, Gemüse- und Gartenbau

2.1.5.1 Ausgangslage

Die Obst- und Gemüsemärkte zeichnen sich durch starke Schwankungen über die Jahre und im Laufe eines Jahres aus. Saisonale Produktion, von Witterungsverhältnissen abhängiges Angebot und schwankende Nachfrage sowie beschränkte Haltbarkeit der Erzeugnisse sind eine Erklärung für die häufigen Preisanpassungen insbesondere auf Stufe Produktion. Während des Zeitraums 1994 – 2003 stieg der Konsumentenpreisindex für Obst und Gemüse kontinuierlich und schneller an als derjenige für Nahrungsmittel (110,5 im Jahr 2003; Index Mai 1993 = 100). 2003 erreichten die beiden Indizes einen Stand von 129,4 bzw. 112,1. Der kontinuierliche Aufwärtstrend ist sowohl auf die gestiegenen Kosten für die Aufbereitung (kleinere Portionen, aufwändigere Verpackungen usw.), Logistik (LSVA, zentrale Beschaffungsstellen usw.) und Verteilung als auch auf den oligopsonistisch strukturierten Markt zurückzuführen. Das Ungleichgewicht der Marktkräfte, zumindest bei Transaktionen mit inländischen Erzeugnissen, begünstigt die Übertragung der Kostensteigerung auf die vorgelagerten Bereiche und drückt auf die Preise der Güter und Dienstleistungen der Anbieter. Diese Struktur hält die Abnehmer auch nicht dazu an, Produzentenpreissenkungen weiterzugeben. Es überrascht daher nicht, dass sich der Produzentenpreisindex für Gemüse im Zeitraum von 1994 bis 2003 zwischen 88,2 (1997) und 115,7 (2003; Trockenheitsperiode) bewegte. Ebenso erreichte der Index für Obst 1995 seinen Höchststand (113,6) und fiel 1999 auf den tiefsten Wert (89,8).