Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2009/115: Invalidenversicherung - 6. IV-Revision, zweites Massnahmenpaket (Revision 6b) · 55 Seiten

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Politische Parteien

Die politischen Parteien befürworten die Einführung eines interprofessionellen Assessments für eine eingliederungsorientierten Abklärung. Jedoch weist die EVP auf Gefahren für den Daten- und Personenschutz hin und vermisst eine klare Bestimmung darüber, zu welchen Zwecken die gewonnen Daten jeweils verwendet werden dürfen.

Dachorganisationen der Wirtschaft

Die Dachorganisationen der Wirtschaft unterstützen die Einführung eines interprofessionellen Assessments zur einheitlichen Abklärung der Eingliederungsfähigkeit.

Versicherungsorganisationen

Die IV-Stellen-Konferenz spricht sich wie die Mehrheit der Kantone für die Grundidee einer integrierten und ganzheitlichen Beurteilung durch die IV-Stellen aus, lehnt jedoch wie diese die Festlegung der Methode auf Gesetzesstufe mit dem Hinweis ab: Es geht aber zu weit, die Durchführung einer bestimmten Abklärungsmethode, namentlich eines interprofessionellen Assessments, auf Gesetzesstufe als Standard zu verankern. […] Was im Einzelfall das geeignete Abklärungsinstrument ist, soll weiterhin im Ermessen der IV-Stelle liegen.

Santésuisse bezweifelt nicht die Notwendigkeit eines interprofessionellen Assessments, weisst aber daraufhin, dass der Einbezug medizinischer Fachpersonen zwingend und daher nicht nur in einer Kann-Bestimmung zu regeln sei: Die verstärkte Eingliederung könnte zu einem Kostentreiber im KVG werden. Ohne verbindliche Interventions- und Korrekturmöglichkeit von ärztlicher Seite und aus der Perspektive der leistenden Krankenversicherer, entsteht eine einseitige Bewertungskompetenz zu Gunsten der IV… .

Die Konferenz der kantonalen Ausgleichskassen (KKAK) und die Vereinigung der Verbandsausgleichskassen (VVAK) lehnen die Bestimmung mit dem Hinweis auf die sich im Verlauf der Zeit wandelnden Beurteilungsmethoden ab und befürworten daher mit Nachdruck eine hohe Flexibilität der zu wählenden Mittel und Prozesse, anstelle von Regulierung bei der Abklärung und Eingliederung.

Behindertenorganisationen

Der grosse Mehrheit der Behindertenorganisationen, wie etwa insieme und procap, folgt dem Vorbehalt der (DOK), die den interprofessionellen Ansatz der Abklärung unterstützt, jedoch eine entsprechende Gesetzesänderung nicht als notwendig erachtet, da die Durchführung interprofessioneller Assessments bereits heute möglich sei. Lediglich Pro Infirmis spricht sich uneingeschränkt für deren Einführung aus, denn diese lösen die einseitige theoretisch-medizinische Abklärung ab und umfassen die Situation des betroffenen Versicherten ganzheitlicher.

Übrige

Nahezu alle Vertreter aus der Gruppe „Übrige“ wie etwa die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) oder SODK stellen sich nicht gegen die Einführung interprofessioneller Assessments beziehungsweise befürworten diese ausdrücklich.