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Vernehmlassung 2009/141: Bericht zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz · 71 Seiten

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onskosten plus die Folgekosten (z.B. langfristiger Unterhaltsaufwand) übersteigen. Auf der Ebene «Landverkehr» sollte der Tunnel die durchschnittlichen Transportkosten senken und den Modal Split zugunsten der kompetitiver gewordenen Bahn verschieben. Auf der Ebene «Volkswirtschaft» muss der Tunnel die Standortqualität und das Wertschöpfungspotenzial möglichst weiter Teile des Landes um mindestens ebenso viel erhöhen, wie eine beliebige andere Investition mit dem gleichen Einsatz an finanziellen und natürlichen Ressourcen.

Am schwierigsten zu beurteilen ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis auf der Systemebene «Volkswirtschaft», wo die Einflussfaktoren besonders zahlreich, die Wechselwirkungen besonders komplex und Unsicherheiten besonders gross sind. Dennoch muss jedes bedeutende Infrastrukturprojekt daraufhin überprüft werden, ob und in welchem Mass es die gesamtwirtschaftliche Produktivität zu steigern vermag, ohne die Gebote der Nachhaltigkeit zu verletzen. Ein hilfreiches Konzept dafür sind die so genannten «Opportunitätskosten» – d.h. die volkswirtschaftlichen Kosten, die entstünden, wenn ein Projekt nicht realisiert würde. Konkret könnte beispielsweise gefragt werden: Was wären die Folgen eines Verzichts auf die Erneuerung und Verstärkung des über weite Strecken stark gealterten und hoch belasteten Hochspannungsnetzes? Mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Einschränkung der Versorgungssicherheit. Angesichts des anhaltenden Nachfragewachstums nach elektrischer Energie würden sich die Engpässe im Übertragungsnetz weiter akzentuieren und damit das Risiko eines grossflächigen Stromausfalls erhöhen, der zum Stillstand praktisch sämtlicher Aktivitäten im Land führen würde. Die Folge wäre ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden, der die zuvor erzielten Einsparungen beim Unterhalt des Netzes sehr rasch übersteigen würde. Anders ausgedrückt: die Opportunitätskosten der Nicht-Investition wären höher als die Kosten der Investition105.

• Neue Technologien in bestehende Infrastrukturnetze integrieren

Ein wichtiger Zukunftstrend ist die zunehmende Durchdringung aller Infrastrukturnetze mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Durch den Einsatz von elektronischen Überwachungs-, Leit-, Warn- und/oder Abrechnungssystemen kann die Kapazität, Effizienz, Sicherheit und Umweltverträglichkeit von Infrastrukturnetzen wesentlich gesteigert werden. Die Integration innovativer IKT-Systeme in traditionelle Infrastrukturnetze ist aber eine anspruchsvolle Aufgabe. «Alte» und «neue» Technologien müssen kompatibel sein, d.h. die IKT-Anwendungen müssen auf der herkömmlichen Infrastruktur aufbauen und mit dieser optimal zusammenwirken. Um die technischen und wirtschaftlichen Risiken beherrschbar zu halten, sollte das Upgrading der Infrastrukturnetze nach Möglichkeit graduell erfolgen, und falls nötig sollte während einer Übergangsphase die herkömmliche Technik als redundante Rückfallebene weiterhin zur Verfügung stehen.

• Wechselwirkungen zwischen den Infrastrukturnetzen berücksichtigen

Die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den Infrastrukturnetzen werden in Zukunft zunehmen. Als illustratives Beispiel sei die Zukunftsvision eines «intelligenten», elektromobilen Strassenverkehrs genannt. Sollte sich diese Vision realisieren, würde ein erheblicher Teil der Energie, die heute in Form von Treibstoffen verbraucht wird, als elektrischer Strom benötigt.

105 Zu den Opportunitätskosten der Nicht-Investition im Infrastrukturbereich gibt es keine Schätzungen. Allein die Staukosten auf dem gut ausgebauten und unterhaltenen Schweizer Strassennetz in Höhe von jährlich rund 1,5 Mrd. CHF lassen aber erahnen, um welche Grössenordnungen es sich handelt.