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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten

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Die verschiedenen Institutionen sehen folgende Schwerpunkte und Neuerungen vor:

– Bundesamt für Kultur (BAK, Ziff. 2.1): Im Zug der Neuregelung der Zustän-

digkeiten bereinigt das BAK sein Portfolio. Es tritt Aufgaben in der Nachwuchsförderung und in der Vermittlung des Kunstschaffens im Ausland (Biennalen, Buchmessen) an Pro Helvetia ab und übernimmt von ihr die Finanzierung der Promotionsorganisation Swiss Films, die Verlagsförderung und die Unterstützung breitenwirksamer oder kulturpolitischer Veranstaltungen. Neue Akzente setzt das BAK in der Förderung der musikalischen Bildung und in der Neukonzeption der verschiedenen Preise des Bundes (Ausdehnung auf die Kultursparten Literatur, Tanz, Theater und Musik). Wichtige strukturelle Neuerungen betreffen die Refinanzierung der Gottfried Keller-Stiftung und ihre administrative Zusammenlegung mit der Bundeskunstsammlung.

– Stiftung Pro Helvetia (Ziff. 2.2): Bei Pro Helvetia stehen inhaltlich die Ent-

wicklung einer wirkungsvollen Nachwuchsförderung in allen Sparten, die Kunstvermittlung sowie die Förderung des künstlerischen Schaffens in den visuellen Künsten, in Design und Photographie im Vordergrund. Im internationalen Kulturaustausch will die Stiftung die Beziehungen zu Russland festigen, mittelfristig durch die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Moskau. Das KFG sieht für die Stiftung Pro Helvetia eine neue Organisation vor: Der Stiftungsrat wird von bisher 25 auf neu 7 bis 9 Mitglieder reduziert und konzentriert sich auf strategische Fragen.

– Schweizerische Nationalbibliothek (NB, Ziff. 2.3): Die NB wird seit 2006

mittels Leistungsauftrag und Globalbudget als sogenanntes FLAG-Teilamt geführt. Sie hat die Aufgabe, gedruckte und digitale Informationen, die einen Bezug zur Schweiz haben, zu sammeln, zu erschliessen, zu erhalten und zu vermitteln. Die grosse Herausforderung für die NB ist der Umgang mit der digitalen Information. Im Vordergrund stehen die Sammlung und Erhaltung original digitaler Publikationen und die Digitalisierung ihrer gedruckten Bestände.

– Schweizerisches Nationalmuseum (SNM, Ziff. 2.4): Seit dem 1. Januar 2010

ist das SNM eine öffentlich-rechtliche Anstalt. Die neue Museumsgruppe umfasst drei kulturhistorisch ausgerichtete Museen – Landesmuseum Zürich, Château de Prangins und Forum Schweizer Geschichte Schwyz – und das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis. Neben temporären Ausstellungen konzipieren die Museen sukzessiv Neueinrichtungen ihrer Dauerausstellungen: In der Periode 2012-2015 zeigt das Château de Prangins in einer neuen Dauerausstellung den Übergang vom Ancien Régime zur modernen Schweiz. In der Aus- und Weiterbildung wird das SNM stärker mit Universitäten und Hochschulen kooperieren, namentlich im Bereich kunsthandwerklicher Stile, Techniken und Materialien für die Berufsrichtungen Kurator, Konservator und Restaurator.