Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2014/53: Teilrevision des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung betreffend Steuerung des ambulanten Bereichs · 168 Seiten
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Hinweise, Kritiken, Vorschläge, Anträge Verfasser Observations, critiques, suggestions, propositions Auteurs Osservazioni, critiche, suggerimenti, proposte Autori
ErgotherapeutInnen arbeiten in privaten Praxen, berufsübergreifenden Gemeinschafts- EVS praxen, Arztpraxen, Alters- und Pflegeeinrichtungen, Spitex, Spitälern, Reha-Kliniken, Psychiatriekliniken. Je nach Weiterbildung und Spezialisierung arbeiten sie gleichzeitig in verschiedenen Fachgebieten bzw. in einem einzigen Fachgebiet. Beispiele: Geriatrie, Psychiatrie, Neuro-Rehabilitation, Handrehabilitation, Pädiatrie. Ergotherapeutische Angebote entstehen ausschliesslich auf Nachfrage des Marktes, das heisst der Ärzteschaft sowie der medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Eine angebotsgesteuerte Nachfrage kann ausgeschlossen werden.
Wie beurteilt der Kanton angesichts dieser Ausgangslage eine Überversorgung? Durch Befragung der Ärzteschaft und der Leistungserbringer kann leicht ein grosser Versorgungsmangel in gewissen Disziplinen festgestellt werden. Aus diesem Grund sprechen wir uns gegen jede Form der Zulassungsbeschränkung aus. Diese kontraproduktive Massnahme würde dazu führen, dass der Versorgungsmangel mit ärztlichen Leistungen kompensiert würde – eine entsprechende Kostensteigerung wäre die Folge.
… für Ärzte und Ärztinnen, die in einer Einrichtung nach Artikel 36a oder ambulant an FMH einem Spital tätig sind, für die Dauer von jeweils maximal 3 Jahren beschränken. …
Zur Zulassungssteuerung als solcher
Es ist widersinnig, die Ärztezahlen begrenzen zu wollen, wenn in Wirklichkeit ein Ärztemangel bevorsteht und in verschiedenen Regionen und Fachbereichen bereits Tatsache ist. Auch in den Zentren ist die hausärztliche Grundversorgung vielerorts zunehmend in Frage gestellt, weil der Nachwuchs fehlt.
Zwölf Jahre Erfahrung mit verschiedenen Zulassungsstopps stellen angesichts der vielen und interdependenten Parameter die Steuerungsmöglichkeit in Frage. Der medizinische Fortschritt, die demographische Entwicklung, das Bevölkerungswachstum, die Entwicklung der Familienstrukturen und neuer Arbeitsmodelle lassen sich nur beschränkt voraussehen. Manche Schweizer Kantone sind zudem zu kleine Einheiten für die Festlegung einer «optimalen» Versorgungsqualität, letztere müsste in diesen Fällen regional-überkantonal erfolgen. Die entsprechenden Bestimmun-gen zur Zusammenarbeit unter den Kantonen sind unklar und dürften in der Umsetzung zu grossen Problemen führen.
Noch wenn es gelänge, eine «optimale» Versorgungsqualität festzulegen, unterlaufen die Eigendynamik der Spitäler, die demographischen und sozialen Veränderungen bei den Angehörigen der Gesundheitsberufe, mögliche Veränderungen in der Kassenlandschaft (u.a. Einheitskasseninitiative), die bevorstehende Kontingentierung (Masseneinwanderungs-Initiative) sowie unbeabsichtigte Versorgungseffekte von Tarifeingriffen etc. die Steuerung der Versorgung durch den Kanton.
Das wesentliche Ergebnis der bisherigen Zulassungsstopps war eine massive Ausdehnung des ambulanten Sektors der Spitäler mit teilweise zweistelligen Zuwachsraten der ambulanten Spital-kosten. In vielen spezialisierten Fachbereichen wurden die Leistungen am Spital ausgebaut, um die Ärzte halten zu können, die sich nicht niederlassen konnten. Wo es sich primär um ambulante Leistungen handelt, wurde damit der praxisambulante Sektor konkurrenziert.
Viele Ärzte, die ohne den seit 2002 geltenden Zulassungsstopp eine Grundversorgerpraxis eröffnet hätten, mussten am Spital bleiben und haben sich zusätzlich zum Spezialisten weitergebildet (Doppeltitelträger). Viele Ärztinnen dieser Generation sind – wegen damals mangelnder Angebote an Teilzeittätigkeit am Spital – aus dem Beruf ausgeschieden. Der Zulassungsstopp hat den Ärztemangel vor allem an Grundversorgern verschärft.
Das Zurückhalten des Ärztenachwuchses am Spital führt dazu, dass sich die Versorgungsungleichgewichte zwischen Regionen mit Universitäts- und anderen Ausbildungsspitälern und peripheren Regionen noch verstärken. Je länger ein Arzt oder eine Ärztin im Zentrumspital zurückgehalten wird und sich weiterbildet, desto weniger wahrscheinlich ist es aus fachlichen und familiären Gründen, dass er oder sie später in die peripheren Regionen umzieht und dort praktiziert. Kliniken der Unispitäler werben heute um die