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Vernehmlassung 2015/28: Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) · 50 Seiten

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Nationale Strategie zu Impfungen

1. Vision, Ziele und Grundsätze

1.1 Vision

Die Bevölkerung und das Gesundheitspersonal betrachten die empfohlenen Impfungen als einen sehr wichtigen Beitrag für die individuelle und öffentliche Gesundheit und handeln entsprechend.

1.2 Allgemeines Ziel

Der mit dem schweizerischen Impfplan sowie den Empfehlungen und/oder den krankheitsspezifischen Strategien angestrebte Impfschutz der Gesamtbevölkerung und besonders vulnerabler Gruppen ist erreicht.

1.3 Strategische Ziele

1. Die Akteure erachten Impfungen als sehr wichtig für die Gesundheit der Bevölkerung. Sie

informieren über Impfungen und führen sie selber durch. Zudem unterstützen sie innovative

Massnahmen im Impfbereich.

2. Die Bevölkerung hat Vertrauen in die offiziellen Impfempfehlungen und in die Sicherheit der

empfohlenen Impfungen. Sie anerkennt die Bedeutung der Impfung zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer. Sie weiss, wo sie die nötigen Informationen für fundierte Entscheidungen finden kann.

3. Der Zugang zu den ausgewogenen Informationen und zu den Impfungen ist für alle erleichtert.

1.4 Grundsätze

Das Thema Impfungen hat zwei Dimensionen, die sich im Idealfall decken, fallweise aber auch

divergieren: eine individuelle und eine kollektive. Sich gegen eine Krankheit zu impfen zum Schutz vor einer Erkrankung und/oder deren schweren Komplikationen ist ein persönlicher Entscheid. Impfen ist aber auch eine Investition in die öffentliche Gesundheit und liegt somit im Interesse der Allgemeinheit. Nicht alle Menschen innerhalb einer Bevölkerung haben das gleiche Risiko, von einer impfverhütbaren

Krankheit betroffen zu sein. Neben anderen Faktoren kann diese ungleiche Risikoverteilung zu

Unterschieden führen zwischen dem individuellen Interesse, sich mit einer Impfung zu schützen, und dem kollektiven Interesse, als Teil der Gesamtbevölkerung vor Erkrankungen geschützt zu sein. Zwischen den kollektiven und den individuellen Interessen an der Impfung sollen deshalb Brücken geschlagen werden. Dies ist eine grosse Herausforderung: Je näher die Elimination einer Krankheit rückt, desto weiter gehen die beiden Interessen auseinander und als desto geringer wird das persönliche Erkrankungsrisiko

eingeschätzt. Die NSI wirkt darauf hin, das kollektive Interesse als weiteres wichtiges Kriterium für den individuellen Entscheid für oder gegen eine Impfung miteinzubeziehen. Den Behörden als Vertreterinnen

Nationale Strategie zu Impfungen (NSI) – Entwurf vom 29.03.2016