Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/79: Genehmigung des Rahmenübereinkommens über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft · 8 Seiten

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4.2.4 Dachverbände der Wirtschaft

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund unterstützt einen Beitritt der Schweiz zur Konvention von Faro. Dieser stärke nicht nur die nationale und internationale Kulturerbepolitik, sondern sei auch ein Bekenntnis zur multilateralen Zusammenarbeit in diesem Bereich. Mit einer Unterzeichnung bekräftige die Schweiz ihren Willen, das Potenzial des Kulturerbes zu aktivieren, neue Zugänge zu schaffen und innovative Formen der Aneignung zu ermöglichen. Gleichzeitig weist der SGB darauf hin, dass dies auch einen wirksamen Schutz von Kulturschaffenden und eine Modernisierung des

Urheberrechtsgesetzes nötig machten.

Das Centre Patronal und der Schweizerische Gewerbeverand hingegen lehnen eine Ratifikation ab. Sie machen geltend, dass die programmatische Natur des Übereinkommens dazu führe, dass die Verpflichtungen der Signatarstaaten sehr offen formuliert seien und die Umsetzung mit vielen

Unklarheiten behaftet sei. Als weiteres Argument führen sie an, dass die meisten Nachbarstaaten der Schweiz dem Übereinkommen bisher nicht beigetreten sind.

4.2.5 Organisationen und Verbände im Bereich Kulturerbe

Sämtliche Organisationen und Verbände im Bereich Kulturerbe unterstreichen die hohe Bedeutung der Konvention von Faro für eine zeitgemässe Kulturerbepolitik und stimmen einer Ratifikation zu. Für sie wäre ein Beitritt der Schweiz ein klares Bekenntnis zu Pflege und Förderung der kulturellen Vielfalt.

Viele Organisationen versprechen sich wesentliche Anstösse und Synergieeffekte im Kontext der internationalen und nationalen Kultur- und Nachhaltigkeitspolitik. Sie weisen darauf hin, dass das dialogische Kulturerbeverständnis dem Demokratieverständnis der Schweiz entspreche und die Kulturhoheit der Kantone stärke.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung wird mehrfach auf zwei grosse Herausforderungen

hingewiesen: 1. die Verankerung eines erweiterten transversalen Konzepts von Kulturerbe setze einen Perspektivenwechsel bei den Akteuren voraus, dem der heutige sektoralpolitische Ansatz vielfach entgegenstehe. 2. Die Festigung des dialogischen Kulturerbeverständnisses, könne nur durch die Mobilisierung breiter Kreise für Mitwirkung und Mitverantwortung erreicht werden. Beides bedinge neue Gefässe und neue Arten der Vermittlung. Eine „Bildungsoffensive“ sei unabdingbar. Gemäss der Einschätzung von Alliance Patrimoine, der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, der Nationalen informationsstelle zum Kulturerbe und der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz kann dies ohne zusätzliche Ressourcen nicht durchgeführt werden.

Verschiedentlich wird gefordert, den Schutz des mobilen Kulturguts in der Schweiz zu verstärken.

Der Swiss Conservation-Restauration Campus versteht die geforderte Demokratisierung des

Kulturguts ausdrücklich als Chance und Bereicherung, welche aus der Auseinandersetzung der Bevölkerung mit den Spezialistinnen und Spezialisten Früchte trage. Er erhofft sich eine Umsetzung insbesondere im Bereich Ausbildung der Schweizer Jugend und Wissensvermittlung.