Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2022/22: Teilrevision der Verordnung über die Versorgung der Bevölkerung mit Jodtabletten (Jodtabletten-Verordnung) · 11 Seiten
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Revision Jodtablettenverordnung
Kantone dazu verpflichtet, die Apotheken und Drogerien für die Entsorgung angemessen zu entschädigen.
Swissnuclear und pharmaSuisse äussern sich zur möglichen Verlängerung der Haltbarkeit der Tabletten. Beide würden eine Qualitätsüberprüfung begrüssen und weisen darauf hin, dass eine Verschlechterung des Produkts bzw. eine Beeinträchtigung der Wirkung von Jodtabletten wahrscheinlich auch nach Überschreiten der Haltbarkeitsdauer nicht gegeben sei.
Das PSI regt an, den Verteilprozess dahingehend anzupassen, dass nur noch Jobtabletten an Personen zu verteilen sind, welche das Alter von 45 Jahren nicht überschritten haben. Dies mit der Begründung, dass mit steigendem Lebensalter häufiger Stoffwechselstörungen in der Schilddrüse auftreten. Eine solche sogenannte funktionelle Autonomie erhöht das Risiko der Nebenwirkungen einer Jodblockade. Zudem nimmt mit steigendem Lebensalter das Risiko einer bösartigen Schilddrüsenge-
schwulst, die durch Strahlung verursacht wird, stark ab.
Auch der Kanton GE weist darauf hin, dass die Einnahme von Jodtabletten nur bestimmten, stärker gefährdeten Personengruppen hilft, nämlich Schwangeren, Kindern und Erwachsenen bis zu einem bestimmten Alter (wobei die Altersgrenze je nach Nachbarland variiert). In diesem Zusammenhang steht auch der Hinweis der KSR, dass diese zum Zeitpunkt der Stellungnahme dabei ist, neue, abgestufte Empfehlungen für die Einnahme von Jodtabletten unter Berücksichtigung von möglichen negativen Auswirkungen zu formulieren.
Es haben die Kantone AG, AR, BL, GE, GR, JU, OW, SO, TG, VS sowie die RK MZF den Wunsch geäussert, den Verteilprozess ausserhalb von 50 km um die Schweizer Kernkraftwerke zu überprüfen, eventuell weiter zu fassen und zu beschleunigen. Die Mehrheit dieser Vernehmlassungsteilnehmenden befürwortet eine vorsorgliche regionale Verteilung beispielsweise auf Stufe der Gemeinden, um so die Verteilung im Ereignisfall zu beschleunigen (AG, AR, BL, GR, JU, OW, TG, VS, RK MZF). Mehrere Kantone fordern eine Anpassung oder Überprüfung des Verteilkonzeptes aufgrund des aktuellen Krieges in der Ukraine.
Der Kanton JU erachtet eine Verteilung innerhalb von 12h durch die Kantone nicht als ausreichende Massnahme und regt zudem an, dass die präventive Verteilung auf den gesamten Kanton, zumindest aber auf eine ganze Region ausgeweitet wird, wenn der jeweilige Kanton aufgrund der Grenze des 50-km-Radius nur teilweise von der Verteilung von Jodtabletten an die Bevölkerung betroffen ist.
Der Kanton SO regt an, das Bundesamt für Gesundheit BAG sei mit der Ausarbeitung von Alternativen bzw. Ergänzungen des Bezugsschein-Systems zu beauftragen, um die flächendeckende, rasche Versorgung mit Jodtabletten bei radioaktivem Ausfall, welcher nicht im Zusammenhang mit Kernkraftwerken in der Schweiz steht, zu verbessern und Engpässen vorzubeugen.
Der Kanton NE äussert Zweifel daran, dass eine Verteilung der Jodtabletten durch den Kanton innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens durchführbar ist und befürwortet eine vorsorgliche Verteilung an alle Personen, die sich regelmässig in einer Gemeinde in der Schweiz aufhalten, unabhängig von der Entfernung zu einem Kernkraftwerk, sowie ein von den Kantonen verwalteter und gegebenenfalls verteilter Vorrat für Personen auf der Durchreise.
Der Kanton GE bittet darum, für die Kantone, die dies wünschen, die Möglichkeit einer präventiven Verteilung auch ausserhalb von 50 km zuzulassen für den Fall, dass bei einer Verteilung nach einem Ereignis mit grösseren Schwierigkeiten zu rechnen wäre (Wahlrecht). Er verweist dabei auf das Konzept im ursprünglichen Verordnungsentwurf 2013. Das momentane Konzept sei nicht auf stark verdichtete Agglomerationen, wie den Kanton Genf ausgerichtet. Der Kanton GE hebt hervor, dass die Verteilung in dichtbesiedelten Regionen eine besonders anspruchsvolle und komplizierte logistische Herausforderung darstellt.