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Vernehmlassung 2005/132: Internationale Gesundheitsvorschriften (Revision des Internationalen Sanitätsreglements) · 87 Seiten
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BEISPIELE FÜR DIE ANWENDUNG DES EINTSCHEIDUNGSSCHEMAS ZUR BEWERTUNG UND MELDUNG VON EREIGNISSEN, DIE EINE GESUNDHEITLICHE NOTLAGE VON INTERNATIONALER TRAGWEITE DARSTELLEN KÖNNEN Kommentar [U11]: Die
Beschriftungen in der Spalte auf der linken Seite der Checklisten fehlen.
Die in dieser Anhang enthaltenen Beispiele sind nicht verbindlich und dienen als Anhaltspunkte für die Auslegung der Kriterien des Entscheidungsschemas.
SIND BEI DEM EREIGNIS MINDESTENS ZWEI DER FOLGENDEN KRITERIEN ERFÜLLT?
I. Sind die Auswirkungen des Ereignisses auf die öffentliche Gesundheit schwerwiegend?
1. Ist die Zahl der Fälle und/oder Todesfälle für diese Art von Ereignis und für den betreffenden Ort und Zeitpunkt oder die betreffende Bevölkerung groß?
2. Kann das Ereignis erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben?
IM FOLGENDEN SIND BEISPIELE FÜR UMSTÄNDE AUFGEFÜHRT, DIE ZU ERHEBLICHEN AUSWIRKUNGEN AUF DIE ÖFFENTLICHE GESUNDHEIT BEITRAGEN:
; Das Ereignis wurde durch einen Krankheitserreger mit hohem epidemischem Potential verursacht (Viru-
lenz des Erregers, hohe Sterberate, mehrere Übertragungswege oder gesunder Überträger).
; Anzeichen für Therapieversagen (neue oder im Entstehen begriffene Antibiotikaresistenz, Impfstoffversa-
gen, Gegenmittelresistenz oder -versagen).
; Das Ereignis stellt auch dann eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, wenn bisher keine
oder nur wenige Krankheitsfälle beim Menschen zu verzeichnen sind
; Bei Gesundheitspersonal gemeldete Krankheitsfälle.
; Die gefährdete Bevölkerung ist besonders anfällig (Flüchtlinge, geringer Durchimpfungsgrad, Kinder,
ältere Menschen, geringe Immunität, Unterernährung usw.).
; Begleitumstände, die Gesundheitsschutzmaßnahmen verhindern oder verzögern können
(Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, widrige Wetterverhältnisse, mehrere Brennpunkte in einem Vertragsstaat).
; Das Ereignis tritt in einem Gebiet mit hoher Bevölkerungsdichte ein.
; Die Ausbreitung von Giftstoffen, Krankheitserregern oder anderweitig gefährlichen Stoffen natürlichen oder
sonstigen Ursprungs, durch die eine Bevölkerung und/oder ein großes geographisches Gebiet verseucht worden ist oder verseucht werden kann.
;
3. Wird Hilfe von außen benötigt, um das aktuelle Ereignis festzustellen, zu untersuchen, auf es zu reagieren und es zu bekämpfen oder neue Fälle zu verhüten?
IM FOLGENDEN SIND BEISPIELE FÜR UMSTÄNDE AUFGEFÜHRT, UNTER DENEN HILFE ERFORDERLICH SEIN KANN:
; Ungeeignete personelle, finanzielle, materielle oder technische Mittel – insbesondere
– unzureichende Labor- oder epidemiologische Kapazitäten, um das Ereignis zu untersuchen (Ausrüstung, Personal, finanzielle Mittel),
– unzureichende Gegenmittel, Medikamente und/oder Impfstoffe und/oder Schutz-, Entseuchungs- oder Hilfsausstattung, um den geschätzten Bedarf zu decken,
– das vorhandene Überwachungssystem ist ungeeignet, um neue Fälle rechtzeitig festzustellen..