Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 10 Seiten
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Internationale Situation Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2002 die nichtübertragbaren Krankheiten weltweit für 60% der jährlichen Todesfälle und für 47% der Krankheitslast verantwortlich. In den meisten europäischen Ländern stehen fünf der sieben wichtigsten Risikofaktoren für nicht-übertragbare Krankheiten mit Ernährung und Bewegung in Verbindung: Bluthochdruck, hoher Blut-
Cholesterolgehalt, Übergewicht, geringer Früchte- und Gemüsekonsum und körperliche Inaktivität. Die beiden weiteren Risikofaktoren sind Tabak- und Alkoholkonsum.
Die Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) hat weltweit epidemische Ausmasse angenommen. Ein Viertel der Schulkinder in Europa ist übergewichtig und mehr als die Hälfte der Erwachsenenbevölkerung übergewichtig oder fettleibig, wobei die Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit je nach
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Region, Nation, Kultur und Sozialstatus unterschiedlich sind . Vor allem in Anbetracht der Bedeutung von Übergewicht und Fettleibigkeit für die Entstehung von zahlreichen Folgekrankheiten und erhöhter Sterberate ist der hohe Anteil von Betroffenen eine Herausforderung für die Gesundheitspolitik aller Länder.
Vor diesem Hintergrund hat die Weltgesundheitsversammlung (WHA) im Mai 2004 die „Globale Strategie für Ernährung, Bewegung und Gesundheit“ verabschiedet und die Regierungen der Mitgliederländer aufgefordert, diese an ihre
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jeweiligen nationalen Bedingungen anzupassen . Im November 2006 nahmen die europäischen Gesundheitsminister in Istanbul die „Europäische Charta zur Be-
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kämpfung der Adipositas“ an . Diese beabsichtigt die Förderung eines Lebensstils, bei dem sozioökonomische und kulturelle Ziele mit Gesundheitszielen in Einklang stehen, um gesundheitsfördernde Entscheidungen zu erleichtern.
Situation in der Schweiz Die Situation in der Schweiz lässt sich mit jener anderer europäischen Ländern vergleichen. Das Ernährungsverhalten der schweizerischen Bevölkerung zeichnet sich durch einen niedrigen Konsum von Früchten und Gemüse aus sowie durch einen Zuckerkonsum, der die empfohlene tägliche Zufuhr von 10% der Gesamtenergiezufuhr weit überschreitet. Fast ein Drittel der Bevölkerung (31%) achtet nach dem eigenen Dafürhalten nicht speziell auf die Ernährung. Im Vergleich zu vor 10 Jahren hat sich das Ernährungsverhalten der Bevölkerung in der Schweiz
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auch nicht verbessert . Bei Schulkindern führt der Trend weg vom Frühstück und
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hin zu immer weniger Mahlzeiten am Familientisch .
Bewegungsmangel ist in der schweizerischen Bevölkerung stark verbreitet. 64% der Erwachsenen halten sich nicht an die Mindestempfehlung, sich täglich eine halbe Stunde aktiv zu bewegen, und 19% sind sogar vollständig inaktiv. Problematisch ist vor allem, dass in der Schweiz die Bewegung im Alltag von 1992 bis
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2002 zurückging . Auch bei Kindern und Jugendlichen gibt es zunehmend Hinweise auf Bewegungsmangel, motorische Defizite und entsprechend verminderte
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Leistungsfähigkeit .
1 International Obesity Task Force: Obesity in children and young people: A crisis in public health. Obesity Reviews, May, 2004.
2 WHO: Global Strategy on Diet, Physical Activity and Health. World Health Organization; Geneva, 2004.
3 WHO Europe: European Charter on Counteracting Obesity. World Health Organization, Regional Office for Europe; Copenhagen, 2006.
4 Eichholzer M. et al.: Fünfter Schweizerischer Ernährungsbericht. Bundesamt für Gesundheit. Bern, 2005.
5 Baerlocher K. et al.: Die Ernährungssituation von Schulkindern und das Thema Ernährung im Schulunterricht. Eidgenössische Ernährungskommission. Bern, 2000.
6 Bundesamt für Statistik: Schweizerische Gesundheitsbefragung 2002. Bundesamt für Statistik. Neuchatel, 2003. 7 Bundesamt für Sport et al.: Grundlagendokument: Gesundheitswirksame Bewegung. Bundesamt für Sport; Magglingen, 2006. NPEB 2008–2012 (27.09.2007)