Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 10 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 6Fedlex · Erläuternder Bericht

In der Schweiz führt Bewegungsmangel jedes Jahr zu mindestens 2’900 vorzeitigen Todesfällen, zu 2,1 Millionen Krankheitsfällen und zu direkten Behandlungskosten in der Höhe von 2,4 Milliarden Franken. Hinzu kommen indirekte Kosten,

8

etwa durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle .

In den letzten Jahren hat die Zahl der übergewichtigen Personen über alle Altersklassen stark zugenommen. Im Jahre 2002 galten 37% der Erwachsenenbevölke-

9

rung als übergewichtig oder fettleibig, 10 Jahre davor waren es noch 30% . Bei den Kindern (6-12 Jahre) ist die Situation besonders besorgniserregend: Bereits jedes fünfte Kind ist übergewichtig, etwa eines von 14 fettleibig. Im Vergleich zum Stand vor 20 Jahren kommt diese Zahl einer Verfünffachung gleich, bei der Fett-

10 leibigkeit hat sich die Zahl der betroffenen Kinder sogar noch stärker erhöht .

2001 beliefen sich die volkswirtschaftlichen Kosten im Zusammenhang mit diesem Phänomen einschliesslich der dadurch verursachten Krankheiten auf 2,7

11

Milliarden Franken; dies entspricht 5% der Gesundheitskosten .

Laufende Aktivitäten Die bisherigen Aktivitäten beruhen auf der Ernährungspolitik der Eidgenössischen Ernährungskommission und des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sowie auf dem „Konzept des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz“ aus dem Jahr 2000.

Das Bundesgesetz zur Förderung von Turnen und Sport hat zum Ziel, die Entwicklung und Gesundheit von Jugendlichen sowie das Bewegungsverhalten der Bevölkerung allgemein zu fördern.

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz setzt sich seit mehreren Jahren für ein gesundes Körpergewicht ein und dieses Anliegen bildet heute eines der drei Schwerpunktthemen der Stiftung.

Zur Förderung eines gesunden Körpergewichts bei Kindern und Jugendlichen haben das BAG und Gesundheitsförderung Schweiz im Jahr 2002 gemeinsam das langfristig angelegte nationale Programm „Suisse Balance“ ins Leben gerufen. Weitere Initiativen und Projekte ergänzen die nationalen Aktivitäten. Immer mehr Kantone erarbeiten Gesundheitspolitiken, die sich auch mit gesunder Ernährung und Bewegung befassen.

Handlungsbedarf Die Wirkungen von Massnahmen im Bereich Ernährung und Bewegung zeigen sich oft erst langfristig, weil damit Veränderungen des Lebensstils verbunden sind. Die Datenlage im Bereich Ernährungs- und Bewegungsverhalten der

Schweizer Bevölkerung und die wissenschaftlichen Grundlagen (Evidenz) müssen verbessert werden. Mit gezielten Interventionen basierend auf "Best-

Practices“ (nachahmenswerte Beispiele) können Übergewicht und Fettleibigkeit vor allem bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz wirksamer bekämpft und die volkswirtschaftlichen Kosten reduziert werden.

Optimierungen sind auch bei der Zusammenarbeit der Akteure notwendig. Durch die Schaffung von neuen Partnerschaften, wie z. B. mit der Nahrungsmittelindustrie, können Synergien geschaffen und vorhandene Ressourcen und Erfahrungen effizienter genutzt werden.

8 Bundesamt für Sport et al.: Grundlagendokument: Gesundheitswirksame Bewegung. Bundesamt für Sport. Magglingen, 2006.

9 Eichholzer M. et al.: Fünfter Schweizerischer Ernährungsbericht. Bundesamt für Gesundheit; Bern, 2005.

10 Zimmermann MB. et al.: Overweight and obesity in 6-12 year old children in Switzerland. Swiss Med Wkly, 134:523-528, 2004.

11 Bundesamt für Gesundheit: Die Kosten der Adipositas in der Schweiz. Bundesamt für Gesundheit. Bern, 2004.

6 NPEB 2008–2012 (27.09.2007)