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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten
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7.3 Ziel 2: Ausgewogene Ernährung fördern
Gegenstand Eine ausgewogene Ernährung ist in den Lebensalltag integriert. Dieser umfasst Familie, Schule, Arbeitsplatz, Freizeit und Gemeinde. Bei der Förderung einer ausgewogenen Ernährung werden die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen berücksichtigt. Als Grundlage dienen die nationalen Ernährungsempfehlungen.
Herausforderung In der Schweiz öffnet sich immer mehr eine Ernährungsschere: Wachsenden Problemen mit Überernährung mit der Folge der Zunahme der Übergewichtigen stehen Formen von Fehl- und Mangelernährung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegenüber. Umfragen zeigen, dass sich das Wissen über eine gesunde Ernährung in den letzten Jahren bei der Bevölkerung tendenziell verbessert hat, dass dieses aber im Alltag zu wenig umgesetzt wird. Dies ist mitbedingt durch die in den letzten Jahrzehnten erfolgten Veränderungen der Lebensbedingungen. Einerseits hat in der heutigen Arbeitswelt die (schnelle) Verpflegung ausser Haus zugenommen und anderseits ist die auf Schritt und Tritt vermehrt angebotene Zwischenverpflegung nicht immer optimal zusammengesetzt.
Längsvergleiche der Ernährungsdaten lassen auf problematische Ernährungsgewohnheiten schliessen und zeigen im Zeitraum von zehn Jahren kaum Verbesserungen (Eichholzer et al., 2005). Sozioökonomisch benachteiligte Bevölkerungsgruppen haben ein ungünstigeres Ernährungsverhalten als besser gestellte. Bei Kindern und Jugendlichen sind besondere Formen von Fehl- und Mangelernährung sichtbar. Auch bei der Ernährung älterer Leute und in der Spitalernährung sind Verbesserungen möglich. Entsprechend sind neben allgemeinen Massnahmen zur Verbesserung der Verhältnisse auch zielgruppenspezifische Ansätze gefordert, um Fortschritte zu erreichen. Ein national durchgeführtes Ernährungsmonitoring, das auch international anerkannten Kriterien genügt und der Erkennung von Risikogruppen dient, fehlt in der Schweiz noch immer und ist eine der Massnahmen, die im Rahmen des NPEB umgesetzt werden sollen.
Die Herausforderung besteht darin, bereits bestehende, sich als erfolgreich erwiesene Massnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung weiter zu entwickeln, aber auch neue, innovative Ansätze zu finden, um das Ernährungsverhalten insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern.
Handlungsfelder Die nachfolgende Aufzählung der möglichen Handlungsfeldern der Teilstrategie Ernährung soll aufzeigen, wo Möglichkeiten bestehen, die ausgewogene Ernährung zu fördern.
1. Gesetzliche Grundlagen und freiwilliges Engagement
Die gesetzliche Grundlage zur Information der Öffentlichkeit auf dem Gebiet der Ernährungsprävention besteht auf Bundesebene im Lebensmittelgesetz vom 9. Oktober 1992 (Art. 1 und 12). Demnach „kann der Bund die Öffentlichkeit über ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse von allgemeinem Interesse, welche namentlich für die Gesundheitsvorsorge und den Gesundheitsschutz von Bedeutung sind, informieren“. Dies ist auch die rechtliche Basis für die bisherigen Massnahmen und Aktionen zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens wie „5 am Tag“ oder „Suisse Balance“, an denen sich der Bund beteiligt.
NPEB 2008–2012 (27.9.2007)