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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten

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7.4 Ziel 3: Bewegung und Sport fördern

Gegenstand Alle Bevölkerungsgruppen erhalten Gelegenheit und werden dazu motiviert, sich täglich zu bewegen oder Sport zu treiben. Ein bewegungsfreundliches Umfeld fördert die körperliche Aktivität zu Hause, in der Schule und am Arbeitsplatz, beim Transport und in der Freizeit. Als Grundlage dienen die nationalen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung.

Herausforderung Im internationalen Vergleich hat die Schweiz bei der sport- und bewegungsspezifischen Infrastruktur in wichtigen Teilbereichen (Sportanlagen, Wanderwege) gute Bedingungen, mit Jugend+Sport hat sie ein vorbildliches Förderwerk, grosse Teile der Bevölkerung nehmen am gut entwickelten Breitensport teil und auch der Schulweg wird zum grössten Teil noch mit eigener Kraft zurückgelegt. Trotzdem hat der Umstand, dass durch die technische Entwicklung sich der Zwang zur Bewegung stark reduziert hat und sich in vielen Lebensbereichen „bewegungsarme“ Tätigkeiten geradezu aufdrängen, auch in unserem Land zur Verbreitung des Bewegungsmangels beigetragen. Zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung erreichen weder die Mindestempfehlungen einer halben Stunde Bewegung täglich, bei der sie zumindest etwas stärker ins Atmen kommen, noch machen sie mindestens dreimal pro Woche ein sportliches Training vom Ausdauertyp.

Zum Bewegungsverhalten der Kinder fehlen noch national repräsentative Daten, es gibt aber genügend Hinweise auf den Bewegungsmangel auch in den jüngeren Altersgruppen.

Zwar scheint nach dem Jahr 2000 der Rückgang des Bewegungsverhaltens gestoppt und besonders bei der sportlichen Freizeitaktivität sind teilweise sogar Fortschritte zu beobachten, die Bewegung im Alltag nimmt aber weiter ab. Dieser Umstand deutet auf die Bedeutung nicht nur der klassischen Akteure aus Sport, Erziehung und Gesundheit, sondern auch der Akteure aus anderen Sektoren wie Raumplanung, Verkehr und Umwelt hin.

Die Herausforderung besteht darin, die Stärken der Bewegungs- und Sportlandschaft Schweiz gezielt weiter zu entwickeln. Parallel dazu sind die Bevölkerungsgruppen, die durch die bestehenden Angebote noch ungenügend erreicht werden, zu identifizieren. Hier sind innovative Ansätze zu unterstützen und wo nötig neue Zugänge zu entwickeln.

Handlungsfelder Eine Förderung von Bewegung und Sport, die bei der gesamten Bevölkerung wirksam wird, muss langfristig angelegt sein und über verschiedene Ebenen wirken.

1. Gesetzliche Grundlagen und freiwilliges Engagement

Im Bereich der Sportförderung bestehen Grundlagen auf der Ebene des entsprechenden Bundesgesetzes, insbesondere bezüglich Jugend+Sport und des obligatorischen Schulsports. Einfluss auf das Bewegungsverhalten haben aber auch die gesetzliche Regelung bezüglich des freien Zugangs zu Wald und Weide sowie das Fuss- und Wanderweggesetz. Zu prüfen ist, ob weitere gesetzliche Regelungen Verbesserungen darstellen könnten, beispielsweise zur Förderung des Veloverkehrs, in der Raumplanung oder im Städtebau.

40 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)