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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten

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Zu prüfen ist, welche gesetzliche Regelungen zu einer Verbesserung des Ernährungsverhaltens beitragen können und welche freiwilligen Massnahmen möglich sind. Denn Privatwirtschaft, Freiwilligen-Organisationen, NGOs und Landwirtschaft leisten schon heute einen aktiven Beitrag zur ausgewogenen Ernährung. Für die Privatwirtschaft sind dies insbesondere Massnahmen in Bezug auf Angebotsgestaltung, Neuformulierung von Produkten, Informationsvermittlung, Verfügbarkeit, Preis-Gestaltung, Werbung und Sponsoring. Dabei sollten verschiedene Zielgruppen beachtet werden, insbesondere Risikogruppen wie Kinder und Jugendliche sowie Personen mit vergleichsweise tiefem Einkommens- und Sozialstatus. Bewährt haben sich verbindliche Vereinbarungen (selbstregulatorische Codes), die im Dialog mit staatlichen Institutionen erarbeitet wurden. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist der „Verhaltenscodex zur Förderung des Stillens in der Schweiz“. Einzubeziehen ist die gesamte Produktionskette vom Anbau bis zum Detailhandel wie auch der Gastronomiesektor. Freiwilligen-Organisationen und NGOs können durch gezieltes Monitoring und Evaluationen Fehlentwicklungen erkennen und rechtzeitig eingreifen.

2. Gezielte Massnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung

Einflussfaktoren für das Ernährungsverhalten sind neben dem Wissen und der Art der Vermittlung, was eine gesunde Ernährung beinhaltet, auch der kulturelle und gesellschaftliche Hintergrund, Aspekte des Genusses, Lebensmittelpreise und Angebote, sowie das Marketing. Der Stillförderung und dem vermehrten Konsum von Früchten und Gemüse sollte besonders Rechnung getragen werden.

Die Massnahmen können in die Bereiche Verhaltensprävention und Schaffung eines Umfeldes, das der Förderung einer gesunden Ernährung dienlich ist, unterteilt werden.

 Verhaltensebene: Eine kohärente Kommunikation über Ernährung sollte

gefördert werden, um die Kompetenz aller Menschen in der Schweiz zu stärken, das vermittelte Wissen im Alltag umzusetzen. Ernährungsinformationen sollten daher für alle Konsumierenden in einer leicht verständlichen und adäquaten Art verfügbar sein. Neben der bisherigen Nährwert-Deklaration für Lebensmittel kann dazu die Einführung eines vereinfachten Labelling-Systems zusammen mit praktischen Anweisungen, wie die interessierten Konsumierenden dieses nutzen können, dienen. Von besonderer Bedeutung sind auch die Erhaltung und Verbesserung der Ernährungsausbildung auf allen Schulstufen.

 Verhältnisebene: Die Rahmenbedingungen sollen eine ausgewogene

Ernährung fördern und als soziale Norm etablieren. Bei verarbeiteten Produkten ist beispielsweise die Verbesserung des Nährstoff-Profils im Sinne einer Reduktion von Zucker, Salz, gesättigten Fetten und Trans-Fettsäuren eine sinnvolle Massnahme zur Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens.

38 NPEB 2008–2012 (27.9.2007)