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Vernehmlassung 2007/75: Nationales Programm Ernährung und Bewegung 2008-2012 (NPEB 2008-2012) · 69 Seiten

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Situation in der Schweiz Die Situation in der Schweiz lässt sich mit jener anderer europäischen Ländern vergleichen. Das Ernährungsverhalten der schweizerischen Bevölkerung zeichnet sich durch einen niedrigen Konsum von Früchten und Gemüse aus sowie durch einen Zuckerkonsum, der die empfohlene tägliche Zufuhr von 10% der Gesamtenergiezufuhr weit überschreitet. Fast ein Drittel der Bevölkerung (31%) achtet nach dem eigenen Dafürhalten nicht speziell auf die Ernährung. Im Vergleich zu vor 10 Jahren hat sich das Ernährungsverhalten der Bevölkerung in der Schweiz auch nicht verbessert. Bei Schulkindern führt der Trend weg vom Frühstück und hin zu immer weniger Mahlzeiten am Familientisch.

Bewegungsmangel ist in der schweizerischen Bevölkerung stark verbreitet. 64% der Erwachsenen halten sich nicht an die Mindestempfehlung, sich täglich eine halbe Stunde aktiv zu bewegen, und 19% sind sogar vollständig inaktiv. Problematisch ist vor allem, dass in der Schweiz die Bewegung im Alltag von 1992 bis 2002 zurückging. Auch bei Kindern und Jugendlichen gibt es zunehmend Hinweise auf Bewegungsmangel, motorische Defizite und entsprechend verminderte Leistungsfähigkeit.

In der Schweiz führt Bewegungsmangel jedes Jahr zu mindestens 2’900 vorzeitigen Todesfällen, zu 2,1 Millionen Krankheitsfällen und zu direkten Behandlungskosten in der Höhe von 2,4 Milliarden Franken. Hinzu kommen indirekte Kosten, etwa durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle.

In den letzten Jahren hat die Zahl der übergewichtigen Personen über alle Altersklassen stark zugenommen. Im Jahre 2002 galten 37% der Erwachsenenbevölkerung als übergewichtig oder fettleibig, 10 Jahre davor waren es noch 30%. Bei den Kindern (6-12 Jahre) ist die Situation besonders besorgniserregend: Bereits jedes fünfte Kind ist übergewichtig, etwa eines von 14 fettleibig. Im Vergleich zum Stand vor 20 Jahren kommt diese Zahl einer Verfünffachung gleich, bei der Fettleibigkeit hat sich die Zahl der betroffenen Kinder sogar noch stärker erhöht.

2001 beliefen sich die volkswirtschaftlichen Kosten im Zusammenhang mit diesem Phänomen einschliesslich der dadurch verursachten Krankheiten auf 2,7 Milliarden Franken; dies entspricht 5% der Gesundheitskosten.

Laufende Aktivitäten Die bisherigen Aktivitäten beruhen auf der Ernährungspolitik der Eidgenössischen Ernährungskommission und des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sowie auf dem „Konzept des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz“ aus dem Jahr 2000.

Das Bundesgesetz zur Förderung von Turnen und Sport hat zum Ziel, die Entwicklung und Gesundheit von Jugendlichen sowie das Bewegungsverhalten der Bevölkerung allgemein zu fördern.

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz setzt sich seit mehreren Jahren für ein gesundes Körpergewicht ein und dieses Anliegen bildet heute eines der drei Schwerpunktthemen der Stiftung.

Zur Förderung eines gesunden Körpergewichts bei Kindern und Jugendlichen haben das BAG und Gesundheitsförderung Schweiz im Jahr 2002 gemeinsam das langfristig angelegte nationale Programm „Suisse Balance“ ins Leben gerufen. Weitere Initiativen und Projekte ergänzen die nationalen Aktivitäten. Immer mehr Kantone erarbeiten Gesundheitspolitiken, die sich auch mit gesunder Ernährung und Bewegung befassen.

NPEB 2008–2012 (27.9.2007)