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Vernehmlassung 2007/76: Nationales Programm Alkohol 2008 - 2012 (NPA) · 64 Seiten

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1.6 Gegen das Tabu der Alkoholprobleme

Der Nationale Aktionstag Alkoholprobleme (ehemals Solidaritätstag) wurde 1996 initiiert. Er sensibilisiert die Bevölkerung für die Belastungen, mit denen Menschen mit Alkoholproblemen und deren Angehörige leben.

Der Aktionstag mit seinen jährlich wechselnden Schwerpunktthemen baut auf den Aktivitäten der regionalen Fachstellen und gezielter Medienarbeit auf. Die bestehenden Angebote werden so publik gemacht und die politischen Entscheidungsträger an ihre Einflussmöglichkeiten erinnert.

Die Projektleitung liegt bei der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme und beim Fachverband Sucht. Für die Abdeckung der französischen respektive italienischen Schweiz zeichnen die Groupement romand d’études sur l’alcoolisme et les toxicomanies und das Centro di cura dell’alcolismo verantwortlich.

 www.aktionstag-alkoholprobleme.ch

2.1 Konsum mässigen – und halten

Für jene Personen, die Alkohol in einem problematischen Mass konsumieren, kann die kontrollierte Konsumreduktion eine Verbesserung darstellen. 2007 lancierte das Centre neuchâtelois d’alcoologie vor diesem Hintergrund das Programm „Alcochoix“.

In Kanada und Frankreich bereits erfolgreich eingeführt, richtet sich „Alcochoix“ an problematisch Konsumierende, die ihren Alkoholkonsum wieder unter Kontrolle bringen möchten. Als Ziel ist explizit die Mässigung gesetzt, nicht die Abstinenz. Diese ist allerdings auch nicht ausgeschlossen.

Die Teilnehmenden absolvieren das Programm in sechs Wochen: je zwei für die Bestandesaufnahme und Planung, für die Mässigung des Konsums und für die Festigung des risikoarmen Trinkverhaltens. Die Intensität der fachlichen Begleitung wählen die Teilnehmenden. Das Programm läuft vorerst für eine Testphase von zwei Jahren.

 Telefon 0800 112 118

3.1 Aufenthaltsraum für Alkoholabhängige

Für Anlaufstellen, die auch schwerst alkoholabhängige und sozial desintegrierte Menschen erreichen sollen, sind Niederschwelligkeit und ein suchtakzeptierender Ansatz zentral. Die Stadt Bern gab der Stiftung Contact Netz 2005 den Auftrag zur Führung eines Aufenthaltsraumes für Alkoholabhängige. Entstanden ist La Gare im Hauptbahnhof.

Den Besucher/innen stehen eine gemeinsam zubereitete Mahlzeit, Früchte und nichtalkoholische Getränke sowie Spiele und Medien zur Verfügung. Der Raum bietet eine Ansprechperson und eine medizinische Versorgung. Periodisch finden gemeinsame Aktivitäten statt.

La Gare sorgt während den Öffnungszeiten für eine Entlastung im öffentlichen Raum. Konfrontationen und Reklamationen haben deutlich abgenommen, was auch umliegende Geschäfte bestätigen.

 www.contactnetz.ch

NPA 2008 – 2012