Vorlage

Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 69Fedlex · Vorlage

Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

Glossar

Access and Benefit-Sharing Mit ABS bezeichnet man den Zugang zu genetischen Ressourcen (ABS) und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus ihrer

Nutzung ergebenden Vorteile. Die Grundzüge dieses Mechanismus sind in der Biodiversitätskonvention enthalten und wurden mit der Annahme des Nagoya-Protokolls über ABS weiter konkretisiert.

Aichi-Ziele Zwanzig Ziele für die Zeitspanne 2011–2020, die im Oktober 2010

an der 10. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention in Nagoya, Präfektur Aichi, Japan, als Folgeplan (Aichi Biodiversity Targets) verabschiedet wurden. Dieser Plan nennt die aktuellen Globalziele für sämtliche internationale Vereinbarungen und Belange der Vereinten Nationen in Sachen Biodiversität.

Allergen Stoff, der eine Überreaktion des Immunsystems (Allergie) auslösen

kann.

Ammoniak, Ammoniakemissi- Ammoniak (NH3) ist ein Luftschadstoff. Er trägt wesentlich zur on Versauerung und Nährstoffanreicherung der Böden bei. Ammoniak

entsteht hauptsächlich bei der Zersetzung organischer Substanzen. Neben der Landwirtschaft ist der Verkehr als wesentliche Quelle zu nennen. Zudem kann Ammoniak in der Atmosphäre massgeblich zum Feinstaub in der Luft beitragen.

Aquatisch Als aquatisch bezeichnet man in der Biologie Organismen, die ihren

Lebensmittelpunkt im Wasser haben, beispielsweise Fische, manche Wirbellose und Amphibien, aber auch Pflanzen.

Artenförderung Die Erhaltung und Förderung von prioritären, meist bedrohten oder

seltenen Arten in ihrer genetischen Vielfalt, ihrer räumlichen

Verbreitung und ihrer Populationsdichte durch spezifische Massnahmen, die über die Biotopschutzmassnahmen hinausgehen.

Artenvielfalt Synonym zu Anzahl Arten. Teil der Biodiversität (→ Biodiversität).

Auen Lebensräume, in denen die Wasser von Gletschern, Flüssen und

Seen in flacheren Bereichen intensiv mit Land in Berührung kommen. Typisch ist, dass der Wasserspiegel schwankt. Unterschieden wird zwischen Tieflandauen – Flussauen, Deltas und Seeauen – sowie alpinen Auen – Gletschervorfelder und alpine Schwemmebenen. Da die Dynamik der Auen eine Vielzahl verschiedener Lebensräume schafft, finden sich sehr viele Tier- und Pflanzenarten in diesen Ökosystemen.

Aufwertung Aufwertung ist ein Oberbegriff für zeitlich beschränkte Massnahmen,

die zu einer Verbesserung der heutigen Situation in einem Lebensraum (z. B. Biotop) führen. Die Verbesserung kann sowohl am Zustand als auch an den ablaufenden Prozessen gemessen werden. Aufwertung kann auch als «ökologische Bereicherung» eines Lebensraumes betrachtet werden (z. B. ein neues Amphibiengewässer in einer Aue) und hat nicht a priori das Ziel, einen früheren Zustand wiederherzustellen, dies im Gegensatz zu → Renaturierung.

Berner Konvention Internationales Übereinkommen über die Erhaltung der europäi-

schen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume. Diesen völkerrechtlichen Vertrag des Europarates aus dem Jahr 1979 haben 42 europäische und 4 afrikanische Staaten sowie die Europäische Gemeinschaft ratifiziert (die Schweiz 1982; SR 0.455).

Biodiversität Die Biodiversität umfasst die Arten (→ Artenvielfalt), die Vielfalt ihrer

Gene (→ genetische Vielfalt), die Vielfalt der Ökosysteme sowie die Wechselwirkungen innerhalb und zwischen diesen einzelnen Ebenen.

Biodiversitätskonvention Internationales Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (engl.: (CBD) Convention on Biological Diversity). Dieses völkerrechtliche Über-

einkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt, unterzeichnet am Weltgipfel in Rio de Janeiro (1992), Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED), hat die Schweiz 1994 ratifiziert (SR 0.451.43). → Weltgipfel von Rio