Vorlage

Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 72Fedlex · Vorlage

Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

Kerngebiet Hinsichtlich Artenvielfalt hochwertige Naturräume, die bestimmte

Arten und/oder Ökosysteme umfassen. Sie stellen Reservoire dar, welche die Aufrechterhaltung der Populationsbestände und die Ausbreitung der Arten in andere potenzielle Lebensräume gewährleisten müssen.

Klima Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände, ein-

schliesslich ihrer typischen Aufeinanderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen.

Klimaerwärmung Die Erwärmung des Klimas auf der Erde aufgrund einer Anreiche-

rung von Kohlendioxid in der Atmosphäre und anderer Gase vorwiegend aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der globalen Waldvernichtung.

Klimaschutz Sammelbegriff für alle Bestrebungen, dem Klimawandel entgegen-

zuwirken.

Klimawandel Statistisch signifikante Veränderung des durchschnittlichen Klimas

oder dessen Variabilität, gemessen in längeren Zeiträumen (Jahrzehnte oder länger). Der Klimawandel kann auf natürliche Vorgänge oder äussere Einflüsse oder auch auf andauernde menschengemachte Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre oder in der Landnutzung zurückgehen. Folgen des Klimawandels sind unter anderem Temperaturanstieg, extreme Regenfälle oder langanhaltende Dürren.

Kulturlandschaft Aufgrund der Nutzung durch den Menschen in historischer Zeit

entstandene und durch die Nutzungsformen geprägte Landschaft mit überwiegend anthropogenen Ökosystemen (im Gegensatz zur Naturlandschaft).

Kulturpflanze Vom Menschen planmässig angebaute und der Auslese oder

Züchtung unterworfene Pflanzenart.

Landschaftsschutz Unter Landschaftsschutz werden alle Massnahmen verstanden,

welche die Erhaltung, Förderung und Gestaltung der natürlichen, vom Menschen geschaffenen oder als schön empfundenen Landschaftselemente in ihrer regionaltypischen Ausprägung und in ihrem Zusammenspiel zum Ziel haben.

Lebensraum Gemeinschaft aus Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sowie

deren nicht lebender Umwelt ohne ihre Wechselwirkung untereinander. → Ökosystem, → Biotop

Metapopulation Gruppe von Teilpopulationen, die untereinander einen einge-

schränkten Genaustausch haben. Dabei besteht die Möglichkeit, dass solche Teilpopulationen aussterben.

Mikroorganismen Mikroskopisch kleine Lebewesen, die als einzelne Individuen mit

blossem Auge in der Regel nicht zu erkennen sind. Dazu gehören unter anderem Bakterien, Viren, einzellige Algen und viele Pilzarten.

Monitoring Art der unmittelbaren systematischen Erfassung, Beobachtung oder

Überwachung eines Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme.

Nachhaltige Entwicklung Nachhaltig ist eine Entwicklung, wenn sie gewährleistet, dass die

Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu beeinträchtigen.

Nachhaltige Nutzung Die Nutzung von Bestandteilen der Biodiversität und von anderen

natürlichen Ressourcen in einer Weise und in einem Ausmass, die nicht zum langfristigen Rückgang der Biodiversität und/oder der natürlichen Ressourcen führen.

Nagoya-Protokoll über ABS Internationales Abkommen zur Regelung des Zugangs zu geneti-

schen Ressourcen und der sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile, das im Oktober 2010 im Rahmen der 10. Vertragsparteienkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt verabschiedet wurde. → Access and Benefit-Sharing (ABS)

Nährstoffkreislauf Die Nährstoffe befinden sich in einem ständigen Kreislauf. Bei-

spielsweise nehmen viele Pflanzen Nährstoffe mit ihren Wurzeln aus dem Boden auf und verwenden sie für ihren Stoffwechsel.

Werden die Pflanzen gefressen, sterben sie oder verlieren sie im Herbst ihre Blätter, werden sie schliesslich durch die Bodenlebewesen verwertet und mineralisiert. Somit werden die Nährstoffe wieder für andere Lebewesen verfügbar.