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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
ein System von miteinander verbundenen Lebensräumen, in denen alle Arten, die potenziell vorhandenen sein können, mindestens eine Metapopulation aufzubauen vermögen.
Versiegelung Abdichtung von Bodenoberflächen (z. B. durch Asphaltierung,
Betonierung, Bebauung), die zum Verlust der natürlichen Bodenfunktionen (Lebensraum, Wasser- und Nährstoffkreisläufe, Filter- und Puffereigenschaften) führt.
Vertragsstaatenkonferenz Politisches Gremium und beschlussfassendes Organ der Biodiversi-
tätskonvention (engl. COP → Conference of Parties).
Verursacherprinzip Die Kosten für biodiversitätsschädigende Handlungen sollen vom
Verursacher selbst und nicht von der Gemeinschaft getragen
werden.
Vorsorgeprinzip Durch frühzeitiges und vorausschauendes Handeln sollen mögliche
Gefährdungen und Belastungen der Biodiversität wenn möglich ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden.
Weltgipfel von Rio Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung
(UNCED). An der Konferenz, die 1992 in Rio de Janeiro stattgefunden hat, wurde unter anderem die → Biodiversitätskonvention (CBD) verabschiedet.
Wildtierkorridor Wildtierkorridore sind für die Wanderung der Wildtiere bevorzugt
benutzte «Verkehrswege», die durch die menschliche Landnutzung eingegrenzt sind. Sie dienen so innerhalb des Verbreitungsareals einer Art der grossräumigen Vernetzung abgegrenzter und isolierter Lebensräume von Populationen oder Teilen von Populationen und damit auch dem genetischen Austausch. Von den in der Schweiz existierenden rund 300 Wildtierkorridoren von überregionaler Bedeutung sind nur rund ein Fünftel ungehindert benutzbar. Haupthindernis für die Durchgängigkeit der Korridore ist die das Kreuzen mit dem Mobilitätsnetz des Menschen.
Wildtierpassage Wildtierpassagen sind zur Überwindung bestehender oder geplanter
Verkehrswege errichtete Bauwerke, mit denen die Wanderungsmöglichkeit für Wildtiere erhalten oder wiederhergestellt werden kann. Sie dienen auch der Verkehrssicherheit.
Zerschneidung Aktive anthropogene Fragmentierung von Lebensräumen durch
linienhafte Eingriffe (z. B. Strassen- und Schienenbau, Energietrassen, Bebauung). Durch die Zerteilung eines vormals zusammenhängenden Lebensraums (und der darin lebenden Arten) entstehen mehrere, meist isolierte Habitate.
Zersiedelung Durch die Siedlungstätigkeit des Menschen zunehmende mosaikar-
tige Durchsetzung eines zusammenhängenden Landschaftsraumes (z. B. mit Siedlungen, Nutzflächen und Infrastruktur).
Zucht Kontrollierte, gezielte Verpaarung ausgewählter Tiere oder Pflanzen
mit dem Ziel, die gewünschten Eigenschaften an die Nachkommen weiterzuvererben.