Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 66 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 21Fedlex · Ergebnisbericht
HAFL wünscht sich eine Präzisierung, denn Ziel sind eigentlich nicht die vielfältigeren Strukturen, sondern gefördert werden sollen Reptilien, Raufusshühner, Spechte, seltene Baum- und Pflanzenarten usw. HAFL fordert den Anteil an eichenreichen Wäldern zu erhöhen, um die Mittelspechtpopulationen zu sichern. Ausserdem erachtet HAFL eine flächendeckende naturnahe Waldbewirtschaftung als unrealistisch und weist darauf hin, dass es in Analogie zur Landwirtschaft auch im Wald einen gezielten Ausbau in der Ausbildung und Forschung braucht.
SIA schlägt als Titel «Wald» anstelle von «Waldwirtschaft» vor. Ausserdem weist SIA darauf hin, dass auch die vielfältige Nutzungsgeschichte der Wälder zur hohen Artenvielfalt beigetragen habe. Zu dieser Nutzungsgeschichte gehörten ebenfalls die gebietsweise fehlenden Eingriffe und das Entstehen von alten, totholzreichen Wäldern. SIA betont die Wichtigkeit der Bedeutung der Biodiversität für die Multifunktionalität des Waldes und erachtet die Koordination der Massnahmen des Bundes zugunsten der Biodiversität inklusive deren Erfolgskontrolle über die Kantonsgrenzen hinaus als wichtig.
PR begrüsst die Erwähnung der Wytweiden und Kastanienselven und schlägt alte Rassen für die extensive Beweidung vor. Karch fordert schliesslich die Entfernung von Drainagen und die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts in Wäldern als Handlungsfeld.
6.2 Landwirtschaft
Smel begrüsst, dass der Beitrag der Landwirtschaft an die Erhaltung der Vielfalt von Lebensräumen und von damit verbundenen Arten in der Strategie anerkannt wird. Smel unterstützt die Forderung, dass die landwirtschaftliche Beratung sowie die Forschung für eine optimale Förderung der Biodiversität als Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft auszubauen sind.
SBLV befürwortet die Aussage, mit einer nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung beizutragen. SSF begrüsst die erwähnte Neuschaffung von Biodiversitätsförderflächen und möchte den Begriff «Förderung der Durchlässigkeit der landwirtschaftlich genutzten Fläche für alle tierischen und pflanzlichen Organismen» miterwähnt haben.
Auch SH unterstützt die Stossrichtung dieses Kapitels, beantragt jedoch, im künftigen Aktionsplan der nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion gebührend Rechnung zu tragen. Ausserdem soll der Fokus im Aktionsplan primär auf die Aufwertung der bestehenden und erst im zweiten Schritt auf die Schaffung zusätzlicher ökologischer Ausgleichsflächen gelegt werden.
Im Gegensatz zu den vorher genannten VT empfinden aefu, HAFL, SL und VSSG das Kapitel 6.2 zu positiv formuliert.
SOBV weist darauf hin, dass der Ackerbau in der Schweiz längerfristig nur bestehen kann, wenn es für die ackerbaulichen Produkte einen Markt gibt, welcher den Bauern angemessene Preise ermöglicht. Es reiche nicht aus, dass lediglich besondere Bewirtschaftungsformen, welche direkt auf Biodiversität abzielen, gefördert werden, sondern es müsse grundsätzlich sichergestellt werden, dass eine vielfältig produzierende Landwirtschaft in der Schweiz eine Zukunft hat.
BS, Cer, EKL und eq bedauern, dass in Kapitel 6.2 den übermässigen Stickstoffdepositionen mit ihren Auswirkungen auf die Biodiversität nicht das nötige Gewicht beigemessen wird. Daraus ist der sich ergebende Handlungsbedarf abzuleiten und darzustellen.
Gemäss SVS und SWISSAID sind die negativen Auswirkung von Pestiziden auf die Biodiversität zu nennen. Ausserdem brauche es eine Strategie zur kontinuierlichen Reduktion des Pestizideinsatzes. Darüber hinaus soll explizit erwähnt werden, dass die Vielfalt der Nutzpflanzen von den genannten Massnahmen nicht unterstützt wird. Die Nutzung der agrarbiologischen Vielfalt soll gemäss NE, PR, SVS und SWISSAID in der Schweiz aktiv gefördert werden. Dazu gehöre auch die Förderung einer einheimischen Züchtung mit lokalen und/oder traditionellen Arten, Sorten und Rassen.