Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/48: Gesundheitsberufegesetz, GesBG (provisorischer Titel) · 46 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 7Fedlex · Erläuternder Bericht
Vorentwurf Gesundheitsberufegesetz / Erläuternder Bericht
Quantitative Aspekte: Wie viele Absolventinnen und Absolventen sind von diesem Gesetzes-
entwurf betroffen?
Das GesBG regelt die fünf Gesundheitsberufe Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährung und Diätetik und Hebammen. Mit Ausnahme der Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann werden die entsprechenden Studiengänge ausschliesslich an den Fachhochschulen (FH) angeboten. Die statistischen Daten der FH zeigen, dass die Zahl der Absolventinnen und Absolventen von Studiengängen im Bereich der Gesundheitsberufe seit deren Einführung ständig steigt (vgl. Tabelle 1). Die entsprechenden Prognosen bestätigen diesen Aufwärtstrend. Die jährliche Zahl der Fachhochschulabschlüsse im Gesundheitsbereich ist seit 2010 grösser als diejenige der eidgenössisch diplo-
16
mierten Ärztinnen und Ärzte. Letztere betrug 2010 835 Ärztinnen und Ärzte. Dazu kommen die Abschlüsse in Pflege des Bachelor- und Masterstudiums am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel. Dennoch ist die prognostizierte Anzahl Absolventinnen und Absolventen von Bachelor-
17
Studiengängen in der Schweiz zu gering, um mit den durch das Berufsbildungsgesetz geregelten Gesundheitsberufen, namentlich an den höheren Fachschulen in Pflege, den zukünftigen Bedarf zu decken.
18
Tabelle 1. Entwicklung (2006–2012) der FH-Erstabschlüsse (Diplom + Bachelor) im Gesund-
heitsbereich sowie Prognosen für zukünftige Diplome (ab 2013)
Jahr Referenzszenario Entwicklung seit 2010 2006323
2007482
2008527
2009750
20101080
2011 1300 +20 %
2012 1437 +33 %
2013 1486 +38 %
2014 1628 +51 %
2015 1684 +56 %
2016 1756 +63 %
2017 1800 +67 %
2018 1836 +70 %
2019 1860 +72 %
2020 1877 +74 %
2021 1888 +75 %
Quelle: BFS: BFS, Szenarien 2012-2021 für die Hochschulen - Studierende und Abschlüsse: Detaillierte Ergebnisse,
www.bfs.admin.ch > Themen > 15-Bildung, Wissenschaft > Szenarien für das Bildungssystem > Analysen > Prognosen für die UH, die FH sowie die PH, für die drei Szenarien > Alle FH: Studierenden- und Absolventenprognosen: Szenario «tief» (504-b- enshes-c)
In der Pflege sieht das Schweizer Bildungssystem verschiedene Bildungsgänge für den Beruf Pflegefachfrau oder Pflegefachmann vor. Es werden Ausbildungen an Fachhochschulen (FH) auf Tertiärstufe A und solche an höheren Fachschulen (HF) auf Tertiärstufe B angeboten. In der Westschweiz werden Pflegefachleute auf Fachhochschulstufe ausgebildet. In der Deutschschweiz und im Tessin bestehen die HF- und die FH-Ausbildung zur Pflegefachperson nebeneinander.
2012 erhielten 1109 Personen den Titel einer diplomierten Pflegefachfrau oder eines diplomierten Pflegefachmanns HF, was die Bedeutung dieses Abschlusses eindrücklich belegt.
16 Angaben BAG, 2010, für Diplome in Humanmedizin.
17 Gesundheitswesen Schweiz 2010–2012. Eine aktuelle Übersicht, Gerhard Kocher, Willy Oggier (Herausgeber), Verlag Hans Huber, S.278.
18 Die Spalten zur Entwicklung seit 2010 wurden von den Autoren berechnet.