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Vernehmlassung 2014/51: Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) · 71 Seiten
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- Die bisher in den Teilbereichen erbrachten Leistungen und Prozesse sind mit
der Gesamtstrategie abzustimmen; falls für die Zielerreichung notwendig wer-
den Anpassungen vorgenommen.
Das übergeordnete Ziel der Strategie ist auch Teil der gesundheitspolitischen Nationale Strategie im
Rahmen Gesundheit 2020
Agenda des Bundesrates «Gesundheit 2020»13. Gefordert werden unter anderem
Massnahmen zur Reduktion von vermeidbaren Infektionen (nosokomiale
Infektionen) in den stationären Einrichtungen und Massnahmen zur Kontrolle und
Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen.
Das Parlament bekräftigt mit dem revidierten Epidemiengesetz (EpG) seine Ab- Epidemiengesetz sicht, die Problematik der Antibiotikaresistenzen anzugehen14. Mit Inkrafttreten des
EpG am 1. Januar 2016 wird gemäss Art. 5 «Nationale Programme zum Schutz
der Bevölkerung» das BAG unter Einbezug der Kantone beauftragt, nationale
Programme in den Bereichen Resistenzen bei Krankheitserregern und therapieas-
soziierter Infektionen zu erarbeiten.
Mit Art. 187d des Landwirtschaftsgesetzes (LWG)15, welcher seit dem 1.1.2014 in Landwirtschaftsgesetz Kraft ist16, wird der Bundesrat verpflichtet, bis Ende 2014 aktiv zu werden. Unter
Einbezug der Kantone und der Branchen muss er die Ziele und Strategien zur
Erkennung und Überwachung von Antibiotikaresistenzen und zur Reduktion des
Antibiotikaeinsatzes festlegen. Dabei sind insbesondere die Umweltziele Landwirt-
schaft17, internationale Empfehlungen und Richtlinien sowie der aktuelle Stand der
Wissenschaft zu berücksichtigen.
1.5 Schnittstellen
Die Nationale Strategie Antibiotikaresistenzen steht in enger Verbindung mit der Strategie NOSO Nationalen Strategie zur Überwachung, Prävention und Bekämpfung von
nosokomialen Infektionen (NOSO).
Eine nosokomiale Infektion ist eine Infektion, die während eines Aufenthalts oder
einer Behandlung in einem Spital oder in einer Pflegeeinrichtung auftritt. Ein Teil
dieser Infektionen wird zum Beispiel durch antibiotikaresistente Erreger wie
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Bakterien (MRSA) verursacht.
Nosokomiale Infektionen stellen weltweit ein schwerwiegendes Problem für die
öffentliche Gesundheit dar und sind von höchster gesundheitspolitischer
Bedeutung. Sie sind verantwortlich für tausende Todesfälle18 und verursachen
erheblichen wirtschaftlichen Schaden.
Obwohl die beiden Strategien Antibiotikaresistenzen und nosokomiale Infektionen
klare Schnittmengen aufweisen, wurden sie eigenständig erarbeitet. Unter ande-
rem liegt der Fokus der Strategie NOSO auf einem engeren Kreis an
Umsetzungspartnern und auf Massnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle
in Spitälern und Pflegeeinrichtungen. Zudem sind für nosokomiale Infektionen
neben Bakterien auch andere Erreger, zum Beispiel Grippeviren, verantwortlich.
13 Eidgenössisches Departement des Innern (2013): Die gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrates (Gesundheit2020). http://www.bag.admin.ch/gesundheit2020/index.html?lang=de
14 http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/03030/03209/03210/index.html?lang=de
15 SR 910.1
16 Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 22. März 2013
17 BAFU und BLW (2008), Umwelt-Wissen Nr. 0820, S 221: Umweltziele Landwirtschaft.
18 SwissNOSO